Die 7a der Georg-Weerth-Realschule in Berlin Friedrichshain hat in den letzten Monaten gehörig auf sich aufmerksam gemacht: Sie ist die erste Laptop-Klasse der Drei-Millionen-Stadt. Mit einem mutigen und völlig neuen Projekt versuchen die Lehrer gemeinsam mit Schülern und Eltern, die traditionellen Lernstrukturen des Unterrichts zu erweitern. Mithilfe von Apple-Technologien üben sie kreative Ausdrucksformen und lernen zeitgemäße Präsentationsmöglichkeiten, die sie fit für den zukünftigen Berufsalltag machen.
"Die Schüler haben unheimlich viel am Nachmittag und in ihrer Freizeit mit dem Computer zu tun. Aber das ist nur ein Spiel, eine Freizeitbeschäftigung eben. Und wenn man die Berufswelt anschaut: die ist total Computer dominiert. Jetzt sollen sie in der Schule lernen, dass der Computer ein unverzichtbares Arbeitsmittel ist." Nina Felsch, die Klassenlehrerin der 7a weiß, worauf es heutzutage bei der schulischen Vorbereitung fürs Berufsleben ankommt. Neben den Fächern Französisch und Erdkunde unterrichtet sie einmal pro Woche "Berufsorientierung" - ein Fach, in dem es vor allem darum geht, zu lernen, wie man in der Erwachsenen- und Arbeitswelt sinnvoll kommuniziert, wie man was am besten seinem Gegenüber mitteilt. Die Idee, neben Büchern, Heften und Füller den Computer ins Klassenzimmer zu holen, ist für Nina Felsch "einfach zeitgemäß". Und was sie besonders positiv findet: "Die Schüler sind jetzt total motiviert. Sobald sie etwas am iBook machen dürfen, ist es schon interessant."
Technisch ist die 7a für die neuen Unterrichtsmethoden bestens ausgerüstet: Jeder der 24 Schüler hat ein eigenes, von den Eltern finanziertes iBook G4, das er nachmittags mit nach Hause nehmen darf. Im Klassenzimmer hat die Tafel Gesellschaft von einer Beamer-Wand bekommen, auf einem zusätzlichen Tisch neben dem Lehrerpult steht der Beamer, zwei Hightech-Lautsprecher, ein Drucker und eine Kamera. Für den Zugang zum Internet - auch auf dem Pausenhof - ist die ganze Schule mit AirPort-Stationen von Apple vernetzt: Acht sind es insgesamt, eine große inklusive iTunes-Station steht im Klassenraum. Sie ermöglicht den Schülern, ohne sich erst umständlich einstöpseln zu müssen, drahtlos zu drucken und von ihrem Platz aus der ganzen Klasse Sound-Files vorzuspielen.
Die Schüler sind jetzt total motiviert. Sobald sie etwas am iBook machen dürfen, ist es schon interessant.
- Nina Felsch, Lehrerin an der Georg Weerth Realschule
"Ich bin kein Computer-Freak und ich hock´ auch nicht freiwillig ewig vor dem Bildschirm", sagt Nina Felsch. Für sie sei der Computer früher nichts anderes als ein Schreibmaschinenersatz gewesen. Nun sitzt auch sie im Unterricht vor ihrem iBook, das speziell für die Lehrer mit einem Apple Remote Desktop ausgestattet ist. Mit dieser Fernsteuerungssoftware hält sie quasi die digitalen Fäden in der Hand: Für die ganze Klasse sichtbar, kann sie die einzelnen Bildschirme auf die Beamer-Wand projizieren, damit jeder das Ergebnis seines Mitschülers sehen kann. Je nach Bedarf kann sie die Bildschirme der Schüler hell oder dunkel schalten und sie erhält jederzeit Einblick in das, was der einzelne gerade arbeitet - oder nicht! Man dürfe nicht vergessen, sagt Nina Felsch, dass ihre Schüler im Durchschnitt erst 13 Jahre alt sind. Die Verlockung, auch im Unterricht heimlich zu spielen, sei riesengroß gewesen. "Wir hatten wirklich das Problem, dass die Schüler leicht vom Unterrichtsstoff weggedriftet sind. Sie haben sehr viel gespielt, wenn sie nicht beaufsichtigt worden sind." Das ist nun vorbei. In der Schule - auch in den Pausen - darf nicht mehr gespielt werden, das wurde mit den Eltern so abgesprochen. Wer außerhalb der Schulzeit am Nachmittag spielen will, hat die Spiele auf einem eigenen Stick oder benutzt eine extra Festplatte..
Apple Remote Desktop
Mit Apple Remote Desktop können Systemadministratoren ganz einfach den Überblick über die in ihrem Netzwerk verwendete Hard- und Software behalten, Software-Updates verteilen und Programme installieren. Lehrer können außerdem mit ARD Unterrichtsmaterial verteilen und einsammeln, sowie die Computer der Schüler fernsteuern. Dabei können die Schülerbildschirme gesperrt, freigegeben und ferngesteuert werden. Der Lehrer hat so immer den Überblick, was seine Schüler gerade machen und kann dann gegebenenfalls helfend eingreifen.

