Georg-Weerth-Realschule

Um ihre neue Rolle als Lehrer einer Laptopklasse in Angriff nehmen zu können, haben Nina Felsch und ihre Kollegen vor dem Start des Pilotprojektes ein dreiviertel Jahr Fortbildungskurse besucht. Und das Lernen sei für sie noch nicht zu Ende, gibt die Klassenlehrerin gerne zu: "Wir haben fortlaufend Schulungen, im Abstand von mehreren Wochen. Aber wir lernen auch viel durch die Schüler, weil die Schüler sehr mutig sind. Die wollen alles versuchen. Da kriegen dann auch wir eine Menge mit."

Für die Schulungen und technische Hilfe bei Bedarf wurde an der Georg-Weerth-Realschule ein neuer Lehrer eingestellt. Der Laptop-Unterricht in der 7a steht für den stellvertretenden Klassenlehrer und Projektleiter Martin Hannemann ganz klar unter dem Motto: Kooperation. Das gelte nicht etwa nur für die Schüler, sondern insbesondere auch für die Lehrer. "Ein vollkommen neues Wechselverhältnis zwischen Lehrer und Schüler prägt den Arbeitscharakter." Das liege vor allem daran, dass die Schüler mit den Apple-Werkzeugen einfach schneller und leichter umzugehen wissen - was aber gar nicht schlimm sei, meint Martin Hannemann. "Die Lehrer müssen lernen, sich aus der aktiven Haltung herauszunehmen und die Projekte in der Klasse zu managen. Das hat dann den positiven Effekt, dass die Aktivität der Schüler viel mehr gefordert wird."

14 Tage am Anfang des Schuljahres dauerte der Einführungsunterricht von Martin Hannemann für die Schüler der 7a. In einem Block wurden die Grundlagen für die Arbeit mit den Hauptprogrammen wie iWork - Pages und Keynote - vermittelt. Ab da an hieß die Devise: Learning by doing. Der Trick sei, sagt Martin Hannemann, dass die Apple-Programme immer eine einheitliche Oberfläche bieten. Dadurch können sich die Schüler die neuen Programme ganz leicht selbst erschließen.

Besonders intensiv fällt der Lernprozess bei Projekten aus, die extra auf die Laptopklasse zugeschnitten sind. So lautete eine Aufgabe für die 7a: Die eigene Schule multimedial vorstellen - bei eigener Themenwahl. Für den 13-jährigen Nikolaus, war diese Arbeit, das Tollste, was er bis jetzt mit seinem iBook auf die Beine gestellt hat: "Ich bin mit einer Kamera auf den Schulhof gegangen und hab da gefilmt, hab in der ganzen Schule gefilmt. Und dann hab ich mit iMovie einen kleinen Werbefilm zusammengeschnitten." Es war das erste Mal, fügt Nikolaus hinzu, dass er überhaupt mit iMovie gearbeitet habe. Und das Meiste habe er durch "Rumprobieren" alleine hingekriegt.

Der Lerneffekt sei sicher auch deshalb enorm hoch, "weil sich ganz viele Sinne wiederfinden bei der Arbeit mit dem iBook", meint Nina Felsch. Und weil das iBook mittlerweile das Arbeitsmittel ist, "das den Schülern der 7a das allerliebste ist", erklärt die Klassenlehrerin, versuche sie, die Möglichkeiten der Apple Werkzeuge in die traditionelle Wissensvermittlung immer zusätzlich mit einzubeziehen. So kann sie sich auch sicher sein, dass die Motivation ihrer Schüler von Anfang an stimmt.

Ein vollkommen neues Wechselverhältnis zwischen Lehrer und Schüler prägt den Arbeitscharakter.

- Martin Hannemann,
stellv. Klassenlehrer und Projektleiter an der Georg-Weerth-Realschule

In Erdkunde hat die Klasse gerade Oberflächenformen in Skandinavien durchgenommen. Zuerst wurde wie früher mit Erdkundebuch und Atlas gearbeitet, danach folgte die praktische Übungsphase. "Und dann hab ich gesagt", erzählt Nina Felsch, "jetzt schreibt ihr einen Reiseprospekt. Aus dem Internet könnt ihr euch Bilder runterladen und dann konzipiert ihr eine Reise nach Norwegen für "erdkundlich" interessierte Reisende, mit Flugverbindung, Preis und allem drum und dran." Mit welchem Programm sie arbeiten wollten, war den Schülern freigestellt. Weil es hier um ein visuelles Thema ging, entschieden sich die meisten für Pages. Durch die Arbeit mit den Bildern und dem selbst geschriebenen, durch die Recherche im Internet ergänzten Text, davon ist Nina Felsch überzeugt, bleibt einfach mehr haften. "Also ich bin mir sicher, dass meine Schüler von der 7a besser verstanden haben, was ein Fjord oder Fjell ist, als Klassen, bei denen ich dasselbe früher durchgenommen habe." Schließlich müssen die Schüler auch viel Zeit investieren, bis die Lehrerin sagt: Jetzt ist es schön.

Georg-Weerth-Realschule

Dass das Lernen mit dem Laptop enorme Vorteile und Chancen für die Ausbildung der Kinder mit sich bringt, davon sind auch die Eltern der Schüler überzeugt. Für das Pilotprojekt Laptop-Klasse an der Georg-Weerth-Realschule gab es so viele Anmeldungen, dass gar nicht alle Bewerber berücksichtigt werden konnten. Im nächsten Schuljahr sollen zwei weitere Laptop-Klassen dazu kommen.