Apple in Schule & Uni – Praxisberichte
Mit dem iPod touch können die Medizinstudenten der Ohio State University frei wählen, wann sie ihre Seminar-Podcasts anhören möchten. Dies ermöglicht ein tieferes Verstehen des Lernstoffs und inspiriert darüber hinaus die Professoren, ihre Lehrveranstaltungen verstärkt als interaktive Diskussionsrunden zu gestalten.
Die Inspiration
Seit dem Jahr 2000 betreibt das Ohio State University College of Medicine ein PDA-Programm für seine Studenten. Die Geräte waren allerdings unzuverlässig und funktional nicht überzeugend, deshalb blieb ihr Potenzial bei der Wissensvermittlung begrenzt. Die medizinische Fakultät stellte zwar ihre Vorlesungen als Podcast bereit, aber die Studenten konnten diese lediglich auf einem Computer ansehen – die PDAs ermöglichten keinen mobilen Zugriff auf diese Podcasts.
Auf den iPod touch wurde Dr. Catherine Lucey, stellvertretende Dekanin am College of Medicine, von Justin Harper aufmerksam gemacht, einem Medizinstudenten und Mitglied der Studentenvertretung. Harper empfahl das Gerät als Möglichkeit für die Studenten, nicht nur Podcasts mobil zu nutzen, sondern auch Daten, Material zum Studienplan, eine Vielzahl integrierter Features und medizinische Apps mit den verschiedensten Detailinformationen – von der menschlichen Anatomie bis hin zu Informationen bei der Medikamentierung bei der Versorgung in der Klinik. Im Rahmen eines Pilotprogramms wurde das Gerät von Studenten mit unterschiedlichem medizinischem Ausbildungsstand und ebenso unterschiedlichen technischen Kenntnissen über mehrere Monate getestet. In dieser Zeit erkundeten Studenten, Assistenten, Fachbereichspersonal und Verwalter die Fähigkeiten des iPod touch. Nachdem man sich von den vielfältigen Möglichkeiten überzeugt hatte, die das Gerät zum Lernen, zum Teilen von Informationen, zur selbstständigen studentischen Weiterbildung und zur Verbesserung der Patientenversorgung bot, stellte die medizinische Fakultät ihre Mobilgeräte ausschließlich auf iPod touch und iPhone um. Heute hat jeder Student ein solches Gerät bei sich – die Erstsemester können jeweils das Gerät wählen, das ihren Bedürfnissen am besten entspricht.
„Bei der Speicherkapazität und Funktionalität des iPod touch habe ich den gesamten Studienplan zu jeder Zeit in der Tasche.“
– Justin Harper, Medizinstudent im 4. Jahr, College of Medicine der Ohio State University
Die Umsetzung
Aufgrund des bestehenden PDA-Programms war die Finanzierung der Ausstattung jedes Medizinstudenten mit einem iPod touch oder iPhone bereits durch die Studiengebühren der Universität gedeckt.
Angesichts des erforderlichen Aufwands für die Umstellung eines solchen Instituts von einer mobilen Plattform auf eine andere waren nun noch einige bürokratische Hindernisse zu überwinden. Aber die Fürsprecher der neuen Plattform, angeführt von Dr. Lucey, setzten sich durch. Nachdem auch die Kommilitonen aus den anderen Fakultäten die neuen Geräte im praktischen Einsatz kennengelernt hatten, übernahm man die neue Vorgabe der Mediziner an der gesamten Uni.
Das frühere PDA-Programm erforderte ein hohes Maß an IT-Support. Da iPod touch und iPhone nur einen minimalen Support-Aufwand erfordern, konnte IT-Zeit für die Optimierung des Podcast-Programms für Medizinvorlesungen sinnvoll umgewidmet werden. Dank dieser Investition sind jetzt die ersten zwei Vorlesungsjahre der Ohio State Medical School unter iTunes U verfügbar.
Die Ergebnisse
Die Umstellung auf iPod touch und iPhone hat nicht nur das Erleben von Vorlesungen für die Studenten, sondern auch die Gestaltung der Lehrveranstaltungen durch die Dozenten durchgreifend verändert. Die Möglichkeit, Vorlesungen zu besuchen, bevor man in den Unterricht geht und sie als Vorab-Lesestoff zu nutzen, ermöglicht den Studenten ebenso ihr Lerntempo selbst zu gestalten, wie – das Durchsehen von Informationen zur Beseitigung von Unklarheiten oder das schnelle Überfliegen zurückliegender, bereits bekannter Stoffe. Sie befreit Dozenten vom bloßen Abhalten von Vorlesungen und ermöglicht ihnen die Gestaltung von Lehrveranstaltungen auf verstärkt interaktiver und kooperativer Basis. Die Studenten gewinnen ein tieferes Verständnis des Lernstoffs und werden dabei engagierter und motivierter.
Im Krankenhaus können die wissenschaftlichen Assistenten praxisnaher unterrichten. Und sie können mit dem praktisch unbegrenzt vorhandenen Referenzmaterial und den medizinischen Apps, die sie mit iPhone und iPod touch per Fingertipp zur Hand haben, die Versorgung der Patienten verbessern.
Die Universität ist gerade dabei, ihren Lehrplan in Richtung der weiteren Individualisierung der Ausbildung jedes einzelnen Studenten mithilfe von iPod touch und iPhone umzugestalten. Die Studenten können dann nicht nur auf Informationen zugreifen, die Universität hat auch die Möglichkeit, Lernstoff und Leistung der Studenten zu verfolgen. Sie kann so sicherstellen, dass ihre Studenten in ihrer akademischen Entwicklung voranschreiten und gleichzeitig die Erfahrungen sammeln, die man braucht, um ein erstklassiger Mediziner zu werden.
Verwendete Produkte
iPod touch und iPhone
Dieses Gerät – und die dafür entwickelten Apps – sind perfekt, um überall zu lernen. Weitere Infos zu iPod touch und iPhone
iTunes U
Hier gibt es jede Menge Vorlesungen, Sprachkurse, Hörbücher und Podcasts zum kostenlosen Download. Weitere Infos zu iTunes U
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