Bei Kultur geht es darum, sich selbst auszudrücken. Junge Menschen tun dies über Blogs, Podcasts und Filme. Hier entsteht eine ganz neue Kultur.

MTV setzt auf Mac Computer: Cristian Jofre

Cristian Jofre ist der Creative Director von MTV Networks International. Er ist ein Mann, der voller Ideen steckt und fest davon überzeugt ist, dass sich auch abstrakte Vorstellungen in die Realität umsetzen lassen. Damit er und sein 52-köpfiges Team Ideen einfacher realisieren können, hat er vor kurzem für die gesamte Abteilung Mac Computer mit je zwei Apple Cinema Displays, Final Cut Pro Studio, After Effects, Maya und Adobe Creative Suite angeschafft.

MTV Büro

Jofre ist begeistert, wie sich die neuen Technologien auf den kreativen Arbeitsprozess auswirken. "Zuvor mussten immer viele meiner Mitarbeiter an der Umsetzung einer einzigen Idee arbeiten. Nun kann ein Mitarbeiter seine Idee alleine weiterentwickeln und realisieren - dieser Fortschritt ist beeindruckend," erklärt er. "Computer helfen uns dabei, Ideen in die Tat umzusetzen."

Die neuen Büros bei MTV sind bestens für die Zukunft gerüstet. Nach einer Bauphase von einem Jahr sind sie nun mit unter dem Boden verlaufenden HD-Kabeln (zu jeder Workstation wurden drei HD-SDI-Kabel mit je einer Breakout-Box gelegt), einem zu den Power Mac Computern passenden grauen Bodenbelag und Schreibtischen mit Platz für zwei Bildschirme ausgestattet. Cristian Jofre wollte eine Arbeitsumgebung schaffen, die Kreativität fördert.

Zu der Systeminstallation zählen 23 Power Mac G5 Computer mit je zwei Prozessoren und ein Xsan Netzwerk mit fünf 7 TB Xserve RAID Systemen, die einen beeindruckenden Speicherplatz von 35 TB bereitstellen.

Jofre hat jedem Mitarbeiter zwei 23" Apple Cinema Displays zur Verfügung gestellt, sodass die Arbeit nicht nur mehr Spaß macht, sondern auch ausreichend Platz auf den Bildschirmen für komplexe Aufgaben vorhanden ist. "Wir haben bei unserer Arbeit meist viele Fenster gleichzeitig geöffnet, daher ist es sehr komfortabel, zwei Bildschirme zur Verfügung zu haben", sagt er.

Doch das Arbeitsumfeld ist längst nicht alles. Jofre ist von den Vorteilen der Apple Hardware und Software voll und ganz überzeugt und sieht es als großen Pluspunkt, dass Apple auf eine lange Tradition in der Herstellung leistungsstarker Computer mit attraktivem Design zurückblicken kann. "Früher sahen Computer aus wie Kühlschränke. Apple hat es geschafft, formschöne Computer zu produzieren, und damit neue Möglichkeiten eröffnet."

"Tiger ist fantastisch. Ich finde Spotlight einfach klasse, weil ich auf meinem Mac so viele Informationen abgelegt habe. Bisher hat mir ein Werkzeug gefehlt, mit dem ich auf einfache Weise nach Daten suchen konnte."

Es gerät leicht in Vergessenheit, dass Computer erst seit relativ kurzer Zeit zum Alltag gehören. Der Creative Director von MTV erinnert sich noch gut an die Zeit, als Layouts noch mit Pappkarton und Letraset gestaltet wurden. Sein erstes Computerspiel war ein einfaches Tennisspiel mit dem Namen Pong. 1995 bekam er seinen ersten Mac, einen Colour Classic. "Diese Dinge ändern sich so schnell. Ich bin immer wieder erstaunt, mit welch rasanter Geschwindigkeit sich alles weiterentwickelt", sagt er. "Meine Generation hatte großes Glück, die Entwicklung von Pong zu Halo mitzuerleben."

Mac OS X 10.4 "Tiger" hat es ihm besonders angetan. "Tiger ist fantastisch. Ich finde Spotlight einfach klasse, weil ich auf meinem Mac so viele Informationen abgelegt habe. Bisher hat mir ein Werkzeug gefehlt, mit dem ich auf einfache Weise nach Daten suchen konnte." Er ist viel unterwegs und verwendet daher auch die Dashboard Widgets von Tiger für Wettervorhersagen und die Umrechnung von Währungen.

Für die Umsetzung von Ideen sind Mac Computer zwar unerlässlich, Jofre ermutigt sein Team jedoch, sich auch von Faktoren außerhalb der Computerwelt inspirieren zu lassen. Ihm geht es darum, die MTV-Zuschauer erfolgreich anzusprechen. Dazu erklärt er: "Man kann eine bedeutend stärkere emotionale Bindung mit mehr Tiefe aufbauen, wenn man Ideen aus dem Leben aufgreift anstatt nur von einem Computer." Er betont den virtuellen Charakter des Senders MTV, der davon abhängig ist, diese "emotionale Bindung" zu seinen Zuschauern aufzubauen. Während professionelle Werkzeuge wie Final Cut Pro die MTV-Mitarbeiter bei der Umsetzung von Ideen unterstützen, sind es doch die Werkzeuge für Privatkunden, die den größten Einfluss auf die Zuschauer des Fernsehsenders haben.

"Zuschauer müssen nicht mehr passiv bleiben. Sie verwenden Macs und iLife und werden damit selbst kreativ. Ich kann mich mit Worten und Bildern in einem Blog ausdrücken und diesen an zehn Freunde senden. Von kleinen Gruppen dieser Art gibt es Millionen", so Jofre. "Es ist äußerst interessant, wie sich bestimmte Dinge auf kleine Gruppen verlagern".

Cristian Jofre freut sich über diese Entwicklung der Medien und Ausdrucksmöglichkeiten: "Die heutigen MTV-Zuschauer sind aktive Benutzer, nicht nur passive Konsumenten. Sie verwenden Handys, nehmen Bilder auf, laden Daten und geben diese weiter." Diese neue Generation technisch versierter Zuschauer hat die spannende Möglichkeit, ihre Ideen selbst umzusetzen. Dabei findet ein anregender kultureller Austausch statt und Jofre weist darauf hin, wie wichtig es ist, dass junge Menschen Zugriff auf Informationen haben, um sich eine eigene Meinung bilden zu können."

"Zuschauer müssen nicht mehr passiv bleiben. Sie verwenden Macs und iLife und werden damit selbst kreativ. Ich kann mich mit Worten und Bildern in einem Blog ausdrücken und diesen an zehn Freunde senden."

Er sieht diese "Demokratisierung" von Medien als eine gute Sache. "In meinen Augen ist das eine positive Entwicklung", so Jofre. "Ich weiß, dass viele ältere Menschen das nicht verstehen, doch die Zukunft ist nicht für sie, sondern für uns. Mir ist es egal, wenn diese Menschen Technologie als Feind der Kultur ansehen, denn das ist einfach nicht wahr." Jofre weist auch Bedenken zurück, dass neue Technologien die Lebensdauer vorhandener Medien verkürzen. Seiner Meinung nach können ältere und neue Technologien nebeneinander existieren. "Als sich das Fernsehen verbreitete, gingen alle davon aus, dass es das Radio vollkommen verdrängen würde - und jetzt senden wir Podcasts", so seine Beobachtung.

Er glaubt auch nicht, dass Plattenlabel verschwinden werden. "Es wird weiterhin Ausnahmebands wie Coldplay geben, doch jetzt besteht für alle auch die Möglichkeit, genau die Musik zu machen und weiterzugeben, die jedem einzelnen gefällt." Einige Bands werden dabei den bewährten Weg über ein Plattenlabel gehen, andere werden ihre Fans über MySpace und ähnliche Plattformen erreichen. "Sie können mit GarageBand ein paar Titel erstellen und im Internet veröffentlichen", sagt Jofre. Es entwickelt sich eine Do-it-Yourself-Kultur mit großem Potenzial: "Bei Kultur geht es darum, sich selbst auszudrücken. Junge Menschen tun dies über Blogs, Podcasts und Filme. Hier entsteht eine ganz neue Kultur."

 
 
 
 

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