Neue Taktiken bei Verletzungen.

Gehirnerschütterungen kommen im Sport fast täglich vor. Aber sie zu erkennen ist meist äußerst schwierig – und mehr Kunst als Wissenschaft. Bildgebende Untersuchungen zeigen sie nur selten. Und ihre Symptome werden von den Sportlern oft ignoriert, weil sie kein Spiel verpassen wollen. Die Cleveland Clinic in Ohio nutzt jetzt das iPad, um Gehirnerschütterungen besser zu erkennen. Mit einer App können Trainer die Symptome direkt nach einem Vorfall beobachten. So kommen Sportler sicherer auf das Feld, den Platz oder das Eis zurück.

Ein Problem vieler Sportarten.

Bei keiner anderen Highschool-Sportart sind Gehirnerschütterungen so häufig wie beim American Football. Aber nicht nur bei Vollkontaktsportarten kann es vorkommen, dass ein Sportler sich eine Gehirnerschütterung zuzieht.

American Football

Fußball

Basketball

Ringen

Sportbedingte Gehirnerschütterungen an amerikanischen Highschools im Zeitraum von 2012 bis 2013.*

„Bislang war eine Gehirnerschütterung bei einem Sportler vor allem eine Verdachtsdiagnose. Das iPad und die C3 Logix App machen diesen Prozess deutlich weniger subjektiv.“

Trainer Jason Cruickshank

Mike Duffy, Eishockeyspieler für die St. Edward High School in Ohio, ist schon unzählige Male mit der Bande oder mit Gegenspielern kollidiert.

Doch in dieser Saison warf ihn ein unerlaubter Check wirklich aus der Bahn. Er spielte zwar bis zum Ende weiter, aber er fühlte einen pochenden Kopfschmerz und schlief später im Unterricht einfach ein. Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nicht, dass er eine Gehirnerschütterung hatte. Und zwar eine schwere.

Trainer Jason Cruickshank zufolge hatte Duffy Glück, dass seine Gehirnerschütterung erkannt wurde. Sein Team nimmt an einem Programm teil, das mit dem iPad und der C3 Logix App bei allen studentischen Sportlern die Symptome für Gehirnerschütterungen erfasst und beobachtet. „Es gibt eindeutige und weniger eindeutige Fälle“, erklärt Cruickshank. Wird so etwas nicht ernst genommen, riskiert ein Sportler noch viel schlimmere Verletzungen. Junge Sportler sind sogar noch stärker betroffen, weil ihr Gehirn noch nicht voll entwickelt ist.

Früher konnte eine Gehirnerschütterung leicht übersehen werden, denn die Aussagen der Sportler waren subjektiv und bei der Datensammlung mit Stift und Papier kam es schnell zu Fehlern. Aber mit dem iPad und der App kann Cruickshank seine Einschätzungen auf präzise Messungen stützen. „Mit iPad und C3 Logix erhalten wir zuverlässige Daten, die wir dem Sportler vorlegen können, um ihm zu zeigen, wo er eigentlich sein sollte.“

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Arten von Gehirnerschütterung

Bei einem plötzlichen Aufprall des Kopfes stößt das Gehirn ruckartig gegen die Schädelinnenseite und es kommt zu einer Stoßverletzung. Manchmal prallt das Gehirn dann ab und stößt auf der anderen Seite gegen den Schädel, was eine Gehirnerschütterung verursacht.

Versteckte Verletzungen mit dem iPad finden.

Noch bevor die Saison startet, kann Cruickshank potenziellen Verletzungen vorbeugen. Dazu werden mit dem iPad und der App Basiswerte der Sportler im normalen Zustand erfasst. Wenn bei einem Training oder Spiel ein Verdacht auf Gehirnerschütterung entsteht, untersucht Cruickshank den betroffenen Spieler und macht später einen Wiederholungstest mit ihm. Die Ergebnisse werden mit den Basiswerten verglichen. So kann Cruickshank leicht einen Leistungsabfall erkennen, der eventuell auf eine Gehirnerschütterung hinweist.

Ergebnisse vor einer Gehirnerschütterung

12. Januar 2014

Basiswerte

Ergebnisse nach der Gehirnerschütterung

12. Februar 2014

Unfallbericht

Eine Gehirnerschütterung ist etwas anderes als ein gebrochener Arm. Sie ist nicht auf einem Röntgenbild oder einem MRT zu erkennen. Um die Verletzung eindeutig festzustellen, muss man ihre Auswirkung auf die kognitiven und motorischen Fähigkeiten des Betroffenen sichtbar machen. Die C3 Logix App verwendet eine sechseckige Grafik, um die verschiedenen Symptome einer Gehirnerschütterung darzustellen. Die normalen Werte des Sportlers werden außen angezeigt, die Ergebnisse nach der Verletzung innen. Im Verlauf der Heilung bewegt sich die innere Grafik immer mehr in Richtung der äußeren Grafik.

„Wir brauchten Beschleunigungssensor, Gyrosensor und ein hervorragendes Display, um objektiv Gleichgewicht, Sehvermögen und Reaktionszeit zu testen. Das iPad gab uns all das auf einem einzigen Gerät.“

Trainer Jason Cruickshank

Zurück im Spiel.

Bei einer Gehirnerschütterung gibt es keinen typischen Genesungsprozess. Und es ist nicht immer klar, wann sie vollständig geheilt ist. Verletzte Sportler werden daher von Trainern wie Cruickshank begleitet, die ihre Leistungen mit C3 Logix auf dem iPad überwachen. Er testet sie alle fünf bis sechs Tage. Die App speichert alle Daten auf dem iPad. Dadurch kann Cruickshank ein komplettes Bild von den Fortschritten des Sportlers mit Ärzten, Eltern und anderen Trainern teilen. So lässt sich einfacher beurteilen, wann ein Sportler wieder trainieren kann. Laut Troy Gray, Eishockeytrainer an der St. Edward High School, sind Sportler eher zu Behandlungen und Spielpausen bereit, wenn sie die Testergebnisse selbst sehen.

Trotz der schweren Verletzung verlief Mike Duffys Rückkehr zu Schule und Eishockey reibungslos. Nach einem Monat Ruhe und Rehabilitation mit Tests in jeder Woche durfte er zurück und die Saison zu Ende spielen. „Das iPad ließ mich meinen Fortschritt sehen“, sagt er. „Ich fühle mich jetzt gut und spiele wieder wie vorher. Ich bin wieder 100 Prozent fit.“

„Für mich als Trainer ist die Sicherheit der Spieler das Wichtigste. Mit dem iPad und C3 Logix weiß ich ganz genau, ob ein Spieler wieder spielen kann.“

Trainer Troy Gray