Reto Kaser unterrichtet gerne – nicht nur seine Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse, sondern auch andere Lehrerinnen und Lehrer im Kanton Solothurn. Als Apple Distinguished Educator (ADE) setzt er sich dafür ein, Computer sinnvoll in der Ausbildung zu nutzen. Weil er an die Zukunft des computerunterstützten Unterrichts glaubt, engagiert er sich heute für die Schule von morgen.

Der erste Schultag nach den Sommerferien. Kein einfacher Tag, auch an der Primarschule Langmatt in Dulliken nicht. Reto Kaser steht vor seiner Klasse, Schülerinnen und Schülern des sechsten Schuljahres. Sie haben während ihren Ferien Fotos gemacht, um damit eine Geschichte oder ein Ferienerlebnis erzählen zu können. Ihr Lehrer hat sie noch vor den Sommerferien gebeten, sich während dieser fünf Wochen Gedanken zu machen, was für eine Geschichte sie ihren Mitschülerinnen und -schülern erzählen wollen. Die meisten von ihnen haben das gemacht und viel fotografiert, um besser auf ihre Aufgabe vorbereitet zu sein. Nun sitzen sie am MacBook und sichten die vielen Bilder mit iPhoto.

Eine Comicsammlung mit allen Geschichten

Die 22 Schülerinnen und Schüler haben sich entschlossen, ihre Geschichte als Comic zu erzählen. Reto Kaser findet das eine ausgezeichnete Idee und unterstützt sie dabei. Allerdings hat er kaum etwas zu tun, die elf- und zwölfjährigen Mädchen und Jungen kommen mit der Software aus dem iLife-Paket problemlos zurecht. Und wenn sie mal nicht weiter wissen, probieren sie so lange, bis sie ihren Weg gefunden haben. «Das ist für mich ein wichtiger Schritt zur Medienkompetenz», erklärt Reto Kaser, «es geht mir weniger darum, ein Programm perfekt zu beherrschen, als vielmehr zu entdecken, wie viele unterschiedliche Wege es gibt, um damit ein Problem zu lösen.»

Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse

Obwohl jede Schülerin und jeder Schüler an einem eigenen MacBook aus dem Apple Mobile Classroom arbeitet, nutzt das niemand aus. Selbst die nicht, die für ihre Geschichte bei Wikipedia recherchieren. Sie sind zu motiviert, um sich in den unendlichen Weiten des World Wide Web zu verlieren. Das ist ein weiterer Vorteil der Arbeit mit und am Computer, wie Reto Kaser bestätigt: «Selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten motiviert die Mädchen und Jungen unheimlich – sie erwerben nebenbei Kompetenzen, auf die sie ein Leben lang aufbauen können.» Die Schülerinnen und Schülern lernen so zielorientiert, ohne zu ahnen, dass sie ein konkretes Ziel haben.

Die Informationsspreu vom Informationsweizen trennen

Reto Kaser ist seit 1995 Lehrer und unterrichtet seit zehn Jahren an der Primarschule im solothurnischen Dulliken. In dieser Zeit ist der Computer ein fester Teil seines Unterrichts geworden. Sei es, wenn er frontal unterrichtet und über den fest installierten Beamer etwas zeigt, sei es, wenn er seinen Schülerinnen und Schülern eine Aufgabe stellt, die sie mit und am Computer lösen sollen. Der 32-jährige Lehrer ist überzeugt, die Mädchen und Jungen würden dank moderner, leistungsfähiger Informationstechnologie effizienter und effektiver lernen: «Der Computer unterstützt und ergänzt meinen Unterricht sinnvoll, wird ihn aber niemals ersetzen. Das ist auch nicht das Ziel.»