Die Schülerinnen und Schüler nahmen ihre Lieder, die sie selber getextet hatten, mit GarageBand auf. „GarageBand ist das beste, kompletteste und benutzerfreundlichste Programm, das wir gefunden haben,“ erklärt Castelli. Zuerst legten die Schülerinnen und Schüler mit echten und Software-Instrumenten die rhythmische Basis für ihre Lieder, dann übten sie singen. Dank GarageBand war es für sie und die Lehrer einfacher, rhythmische oder melodiöse Fehler zu erkennen und zu korrigieren, damit auch der letzte Ton perfekt traf.
Sobald sie die Lieder einstudiert hatten, nahmen sie den Gesang auf; während sie sangen, hörten sie wie die Profis die Stimme ihres Lehrers sowie einige Instrumente über Kopfhörer. Ihr Gesang wurde in einzelnen Spuren aufgenommen und um die Arrangements mit Software-Instrumenten ergänzt. Dann wurden die Dateien in iTunes transferiert, in MP3-Dateien konvertiert und über das Internet an die andere Klasse geschickt. Diese importierte die MP3-Dateien in GarageBand und ergänzte die Lieder mit ihrem Gesang und ihren Instrumenten auf neuen Spuren.
Keiner zu klein, sein eigener Toningenieur zu sein.
Der Musikunterricht wird zur Lebensschulung
So entstanden die einzelnen Lieder im Austausch. Dieser Prozess gehörte auch zur Philosophie des Projekts, wie Nicola Castelli erzählt: „Der Austausch war besonders wichtig für den Erfolg unseres Projekts. Die Schülerinnen und Schüler haben wichtige Entscheidungen gemeinsam und demokratisch gefällt, etwa wie die CD heissen oder wie die CD-Hülle aussehen soll.“ Am meisten motivierte die Schülerinnen und Schüler, dass die AmbRusso Band kein Projekt ihrer Lehrer war, sondern ihr Projekt, das sie Schritt für Schritt entwickelt haben.
Für die Lehrer war der multidisziplinäre Ansatz des Projekts besonders wertvoll. „AmbRusso Band ist nicht nur Musikunterricht: Alle Schülerinnen und Schüler lernten nebenbei schreiben, zeichnen, gestalten, tanzen und vor vielen Menschen auftreten und das mit viel Freude“, erklärt Castelli, „ausserdem haben sie auch gelernt, auf noch unbekannte Menschen zuzugehen und mit ihnen einen Traum zu verwirklichen.“ Dieser wichtige Austausch fand auch ausserhalb des Musikunterrichts statt, beispielsweise auf gemeinsamen Wanderungen.
Die Konzerte, der krönende Abschluss
Höhepunkt des Projekts waren natürlich für alle Schülerinnen, Schüler und Lehrer ihre Auftritte in Quinto in der Nähe von Ambri und in Russo kurz vor den Sommerferien 2005. Darauf hatten sie sich lange und gewissenhaft vorbereitet, darauf hatten sie sich von Anfang an gefreut. Und das zu Recht: Die Auftritte vor Eltern, Grosseltern, Geschwistern, Freundinnen und Freunden waren ein Riesenerfolg. Neben zahlreichen lokalen Medien berichtete sogar das Schweizer Fernsehen (RTSI) über die Konzerte der AmbRusso Band.
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