Auf Knopfdruck produzieren, aufbereiten und verbreiten

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

Ein anderes Ziel von MMS ist, alles zu automatisieren, was automatisiert werden kann: «Im Moment ist es noch vergleichsweise aufwändig, einen Podcast zu produzieren, in unterschiedlichen Formaten aufzubereiten und über verschiedene Kanäle zu verbreiten. Unser Ziel, im Jahre 2010 mehr als 150 Podcasts in der Woche zu produzieren, erreichen wir nur mit einem automatisierten Workflow.» Podcast Producer, das mit Mac OS X Leopard eingeführt werden wird, ist ein Schritt in diese Richtung – die Komplettlösung zeichnet Videos auf, codiert sie und stellt sie anschliessend bereit. Und das auf Knopfdruck. Alles, was es dazu braucht, sind eine Videokamera, ein Mac und Leopard Server.

“Die Podcasts sind für uns natürlich auch Öffentlichkeitsarbeit”, gibt Herr Rebetez zu, “wir beweisen damit, wie nahe wir uns am Puls der Zeit bewegen.”

Herr Roger A. Rebetez, Multimedia Services, Informatikdienste, ETH Zürich

Zu Podcast Producer gehört ein Dienstprogramm, das auf jedem Mac mit Mac OS X Leopard installiert werden kann. Dieses Dienstprogramm zeichnet Audio- und Videomaterial in hoher Qualität von allen unterstützten Geräten auf, etwa von einer FireWire-Kamera, einem USB-Mikrofon oder einer iSight-Kamera. Sobald die Aufnahme fertig ist, wird die Datei automatisch in Mac OS X Server geladen, dort in alle festgelegten Formate codiert, an den Webserver geschickt und abschliessend als Podcast-Feed veröffentlicht. Wer auf dem Laufenden sein will, lässt sich vom Mail-Server-Dienst eine E-Mail schicken, wenn der Podcast veröffentlicht ist.

Die Chance zu wählen ist für viele der grosse Vorteil

Die Studierenden reagieren durchwegs positiv. «Die meisten überzeugen Freiheit und Unabhängigkeit, die sie dank Podcasts gewinnen», sagt Herr Rebetez, «sie sind allerdings auch von den Inhalten und der Bild- und Tonqualität begeistert.» Viele schätzen ausserdem die Chance zu wählen: Gehe ich an die Uni oder arbeite ich zu Hause, lade die Vorlesung herunter und schaue sie mir später an? Das tun immer mehr, die Zahl der Downloads steigt. Die meisten schauen sich die Vorlesungen am Rechner an. Die MMS erwarten allerdings, dass sich die Studierenden je länger, je mehr Inhalte über alternative Kanäle wie Mobiltelefon oder Fernseher anschauen werden; die Möglichkeit dazu bieten sie bereits heute an.

Für Herr Roger A. Rebetez haben Podcasts kaum Nachteile, nur einer fällt ihm ein: «Die Lernerfahrung im Hörsaal ist nicht 1:1 reproduzierbar, die soziale Komponente fehlt.» Selbst Dozierende, die sich zu Beginn schwer taten, bewegen sich inzwischen natürlich vor der Kamera. «Bei den ersten Aufnahmen fühlten sich einige noch beobachtet, heute dozieren sie, als wäre gar keine Kamera da», erzählt Herr Rebetez. Die Gefahr, dass Studierende mit der neuen Freiheit nicht umgehen können, schätzt er gering ein: «Wenn wir ihnen diese Flexibilität nicht bieten, werden sie dorthin gehen, wo sie ihnen geboten wird – die ETH steht im globalen Wettbewerb.»

Unabhängig von Zeit und Ort studieren, effizient und effektiv

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