Wie Dr. Craig Roble mit dem iPad unterrichtet.

„Ich möchte meinen Schülern zeigen, wie sie einen Zusammenhang zwischen der Geschichte und ihrem Leben herstellen können, weil sie Teil dieser Geschichte sind.“

Dr. Craig Roble, Heritage E‑STEM Magnet School, West St. Paul, Minnesota

Geschichte zum Anfassen.

Man stelle sich nur einmal vor, ein Geschichtsbuch zu öffnen und auf einmal mitten in die Vergangenheit einzutauchen. In einem Video wird über die Gesichter von Arbeitern in einer Fabrik im frühen 20. Jahrhundert geschwenkt. Man hält inne, um einen handschriftlichen Brief des Flugpioniers Wilbur Wright zu lesen, streicht durch eine Fotogalerie der frühen US-amerikanischen Währung, um zu sehen, wie sich die heutige Bildsprache entwickelt hat. Jede Seite des Buchs steckt voller interaktiver Inhalte, die den Text ergänzen und Geschichte lebendig werden lassen.

Solche interaktiven Bücher gestaltet Dr. Craig Roble für den Sozialkundeunterricht an der Heritage E‑STEM Magnet School, einer staatlichen Mittelschule in West St. Paul, Minnesota. Zusätzlich zu seinen eigenen Texten sammelt er Texte, Bilder und andere Materialien von der Library of Congress, dem PBS, der Minnesota Historical Society und anderen Quellen und stellt diese dann mit der kostenlosen Apple App „iBooks Author“ zusammen.

„Ich bin Lehrer geworden, weil ich Geschichte mag“, so Roble. „Ich möchte meinen Schülern zeigen, wie sie einen Zusammenhang zwischen der Geschichte und ihrem Leben herstellen können, weil sie ein Teil dieser Geschichte sind.“

Ein zusammenhängender Lehrplan.

Die Heritage E‑STEM Magnet School verbindet STEM-Konzepte (Science, Technology, Engineering, Math) mit Umweltinitiativen wie einem einjährigen Projekt zur Wiederherstellung der Prärie. Die Schüler setzen das iPad im Unterricht, bei Hausaufgaben und Exkursionen ein.

Die Multi-Touch-Bücher von Roble unterstützen den interdisziplinären Ansatz der Schule. Mit integrierten Widgets in iBooks Author fügt er interaktive Elemente hinzu, die den Zusammenhang zwischen Sozialkunde und anderen Themenbereichen verdeutlichen.

Beispielsweise enthält ein Kapitel über die Brooklyn Bridge ein Video mit Luftaufnahmen, historische Bilder und eine 3D-Visualisierung der Brücke. Mit all diesen Medien können die Schüler interagieren, um das Design besser zu verstehen. „Im naturwissenschaftlichen Unterricht arbeiten die Schüler an einem Technikprojekt, bei dem sie aus Spaghetti und Marshmallows eine Brücke konstruieren“, erzählt Roble. „Und im Mathematikunterricht lernen sie die Berechnungen kennen, die beim Bau der Brücke verwendet wurden.“

Das betreute Klassenzimmer.

Für Roble ist das ideale Klassenzimmer alles andere als ein Klassenzimmer – es ist vielmehr ein Ort voller historischer Dokumente, Fotos und Objekte, mit denen die Schüler frei herumexperimentieren können. „Mein Klassenzimmer soll wie ein Museum sein, in dem man umhergehen und die Dinge tatsächlich auch anfassen kann“, erklärt er.

Doch viele der Materialien, die Roble mit seinen Schülern teilen möchte, sind nur in echten Museen verfügbar. „Wir mussten uns mit Papierkopien behelfen“, erinnert er sich. „Doch die sind längst nicht so wirkungsvoll wie das iPad.“

Mit interaktiven Büchern kann Roble jetzt seinen Unterricht mit digitalen Materialien bereichern, die die Schüler genau betrachten und untersuchen können. „Ich bin ständig auf der Suche nach Texten, Materialien, Quellen und Websites, von denen ich denke, dass sie für meine Schüler interessant sein könnten“, erklärt er. „Mit iBooks Author habe ich das Tool, das ich brauche, um diese Materialien zu kombinieren und auf das iPad zu übertragen. Dort sind sie dann sofort verfügbar und motivieren unsere Schüler, mit ihnen zu arbeiten.“

Die Brücke zur Vergangenheit schlagen.

Seitdem er seinen Schülern Multi-Touch-Bücher zur Verfügung stellt, hat Roble beeindruckende Ergebnisse festgestellt. Seit das iPad zum Unterricht gehört, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Schüler ihre Hausaufgaben gewissenhaft erledigen, doppelt so hoch und die Testergebnisse fallen um 11 Prozent besser aus.

„Die Schüler haben mir erzählt, dass der grösste Unterschied in der Art zu lernen für sie darin besteht, dass sie aktiv sind“, berichtet Roble. „Sie wirken aktiv mit. Sie heben hervor, sie tippen, sie streichen, um zu einer anderen Seite zu wechseln. Es hilft ihnen, sich das Gelernte besser einzuprägen und die gestellten Hausaufgaben mit Interesse zu erledigen.“

Doch was vielleicht noch wichtiger ist: Robles Multi-Touch-Bücher helfen den Schülern, den Unterricht über die Vergangenheit in einen Kontext mit ihrem eigenen Leben zu setzen.

„Sie können sich eine Karte der späten 1800er-Jahre ansehen, lesen dann während der Fahrt im Schulbus Strassennamen und erkennen: ,Oh, diese Strasse ist nach dem Farmer benannt, der in dieser Gegend gelebt hat‘“, so Roble. „Sie lernen etwas über Menschen und Orte, und sie lernen etwas über Ereignisse, die in unserer Vergangenheit stattgefunden haben. Doch sie lernen auch etwas über sich selbst.“

„Die Schüler haben mir erzählt, dass der grösste Unterschied in der Art zu lernen für sie darin besteht, dass sie aktiv sind. Sie wirken aktiv mit. Es hilft ihnen, sich das Gelernte besser einzuprägen und die gestellten Hausaufgaben mit Interesse zu erledigen.“

Tipps von Dr. Craig Roble.

Mit iBooks Author Geschichten erzählen.

„iBooks Author ermöglicht es mir, Geschichte auf eine Art und Weise zu vermitteln, die meine Schüler dazu ermuntert, persönliche Bezüge herzustellen. Ich kann über den Text hinausgehen und wesentliche Quellen, Materialien, interaktive Elemente und Weblinks hinzufügen, die die Geschichte lebendig werden lassen. So haben die Schüler leichten Zugang zu weit mehr Informationen, als ich ihnen früher bieten konnte.“

Widgets für eigene Inhalte anpassen.

„Mit Widgets in iBooks Author bietet man den Schülern praktische Lernerfahrungen in jedem Fach. In Sozialkunde kann eine Seitenleiste zum Scrollen zu einer Zeitleiste werden. Eine Bildergalerie kann ein historisches Dokument zeigen, dessen Abschrift und ein Foto oder ein Gemälde aus der Ära. Karten mit Legenden helfen Schülern, historische Reisen nachzuverfolgen, während Popover mehr Hintergrundwissen vermitteln. Und 3D-Objekte lassen Schüler mit Gegenständen in einem virtuellen Raum interagieren.“

Mit lokalen Behörden zwecks Inhalten und Ressourcen zusammenarbeiten.

„Es ist immer eine gute Idee, Institutionen anzusprechen, die über Ressourcen verfügen, die für Schüler nur schwer zugänglich sind. Ich habe beispielsweise Karten, Dokumente und Bilder von der Minnesota Historical Society in die Multi-Touch-Bücher und iTunes U Kurse integriert, die ich gestaltet habe. So ist es für die Schüler leichter zu verstehen, dass die Geschichte unseres Staates einfach ein früheres Kapitel ihrer eigenen Geschichten ist.“

Anderen Lehrkräften beim Erstellen von Multi-Touch-Büchern helfen.

„Das Wissen, das man sich beim Erstellen eines eigenen Buchs angeeignet hat, sollte man unbedingt weitergeben und den Kollegen bei einer Lehrerkonferenz z. B. die Funktionen und Vorzüge von iBooks Author demonstrieren. Wenn die Kollegen Zugriff auf die bereits erstellten Bücher haben, können sie sich selbst davon überzeugen, wie grossartig sie auf dem iPad aussehen. Sie können sich an dem dabei verwendeten iBooks Author Workflow orientieren und ihr erstes eigenes interaktives Buch erstellen.“

Schüler fragen, welche Materialien bei ihnen am besten ankommen.

„Schüler lernen auf die unterschiedlichste Weise und geben gerne Feedback. Ich verteile Bücher mit faszinierenden, interaktiven Inhalten und frage die Schüler dann, was für sie gut funktioniert und was nicht. Zum Glück ist es ganz einfach, Änderungen in iBooks Author vorzunehmen – egal, ob es darum geht, Texte zu bearbeiten, Bilder einzufügen, deren Grösse zu ändern oder ein neues Widget im Buch hinzuzufügen.“