Vor 100 Jahren veränderte ein kleiner Angestellter des Eidgenössischen Patentamtes in Bern die Welt. Dieses Jahr feiern wir ihn rund um den Globus. Die grösste, wichtigste und wohl besuchenswerteste Ausstellung über Albert Einstein hat das Historische Museum Bern organisiert. Dank dem iPod wird aus dem Museumsbesuch ein Museumserlebnis.
1905 definierte Albert Einstein die Welt neu. In diesem annus mirabilis, diesem Wunderjahr der Physik, entwickelte er die Relativitätstheorie, entdeckte die Formel E=mc2, wies als Erster die Existenz der Atome nach und legte die Basis für die Quantentheorie. Und das alles in seiner Freizeit, denn tagsüber arbeitete er für das Eidgenössische Patentamt in Bern. Vieles, was für uns heute selbstverständlich ist, wäre ohne sein Genie nie Wirklichkeit geworden, etwa die Lasertechnik, Atomkraft oder Navigation mit GPS. 2005 feiern wir den 100. Geburtstag der Relativitätstheorie, die UNESCO hat das Jahr zum «world year of physics» erklärt und das Historische Museum Bern ehrt den Physiker mit der Sonderausstellung «Albert Einstein (18791955)».
So viel Spass hat Physik noch nie gemacht
Im Museumsschloss am Helvetiaplatz sind auf 2'500 m2 Originalobjekte, Dokumente und Installationen ausgestellt, die den Besucherinnen und Besuchern das Leben und Werk Albert Einsteins näher bringen. Im zweiten Stock, dem historischen Teil, ist sein Lebensweg von Ulm über München, Zürich, Bern und Berlin bis Princeton eng mit der Weltgeschichte verknüpft; im ersten Stock, dem physikalischen Teil, werden seine Theorien anschaulich und leicht nachvollziehbar vermittelt. Beispielsweise auf einer virtuellen Fahrradtour durch Bern mit 99 % Lichtgeschwindigkeit oder im kosmologischen Theater, wo Besucherinnen und Besucher von der Erde durch Raum und Zeit zurück zum Urknall reisen. Wer noch mehr lernen will, etwa über Zeitdilatation, Lorentzkontraktion oder Raumzeit, drückt in einem von drei Schulzimmern nochmals die Schulbank und lässt sich alles multimedial erklären.
Der iPod macht aus dem Museumsbesuch ein Museumserlebnis.
Bis Ende Oktober haben sich 120'000 Menschen die Ausstellung angesehen. Ursprünglich rechnete Direktor Peter Jezler mit 150'000 Eintritten in zehn Monaten. «Albert Einstein (18791955)» ist die bislang erfolgreichste Ausstellung im Historischen Museum Bern. «Wir diskutieren im Moment, ob wir aus der Sonderausstellung eine Dauerausstellung machen wollen», erzählt Museumsdirektor Jezler nicht ohne Stolz. Albert Einstein zieht die Massen über alle Grenzen hinweg an: Ein Viertel der Besucherinnen und Besucher reist aus dem Ausland an, ein Viertel ist im Kanton Bern zu Hause, die anderen in der ganzen Schweiz, vor allem in der Romandie; die Jungen interessieren sich für das Leben und Werk des genialen Physikers und humanistischen Denkers ebenso wie die Alten.
Fotos: Historisches Museum Bern / Franziska Scheidegger
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