Einblicke und Ideen / Farbe
 

Caponigro über Farbe:

Farbanalyse

Was versteht man unter Farbtheorie? Welche Fachbegriffe werden verwendet? Welche Programme werden dafür eingesetzt?

Diese Fragen beantwortet der Künstler John Paul Caponigro in seinem Essay "Color Theory". Darin zeigt er, wie Kreativexperten, die mit Farben arbeiten, durch das Wissen um die Theorie der Farben ihre Farbwahrnehmung schulen und Farben präziser beschreiben können.

Es ist hilfreich, die Farbe in einem Bild zu abstrahieren, um sie besser zu sehen und zu verstehen. Wenn Sie die darstellerischen Qualitäten eines Bilds abschwächen, können Sie Ihre Aufmerksamkeit in stärkerem Maße auf die Beziehungen zwischen den Farben im Bild konzentrieren. Das heißt im Klartext, Sie können die Farben besser sehen, weil Sie nicht durch Anderes abgelenkt sind.

Photoshop bietet verschiedene Möglichkeiten, ein Bild so zu verändern, dass die Farbstruktur besser zum Vorschein kommt.

Sie können Unschärfe auf ein Bild anwenden. Dadurch werden Details reduziert, sodass Sie die Basiskomposition und die zugrunde liegenden Farbbeziehungen einfacher erkennen, ohne durch die Details abgelenkt zu werden. (Duplizieren Sie dazu die Hintergrundebene und wenden Sie den Filter "Gaußscher Weichzeichner" an.)

Durch eine starke Unschärfe können Sie ein Bild auf ein Farbfeld reduzieren. Die Elemente der Komposition treten in den Hintergrund - zurück bleibt die reine Farbe. (Duplizieren Sie dazu die Hintergrundebene und wenden Sie den Filter "Gaußscher Weichzeichner" mit einer stärkeren Einstellung an.)

Die Pixellierung (Vergröberung) erlaubt es, ein Bild auf Farbblöcke zu reduzieren. Die Komposition wird unterdrückt, während das Kontrastverhältnis zwischen den Farben deutlicher als in einem flachen Farbfeld zum Vorschein kommt. (Verwenden Sie "Filter" > "Vergröbern" > "Mosaikeffekt". Diese Methode eignet sich am besten für Dateien mit geringer Auflösung oder für Kopien von Dateien.

Durch das Mitteln eines Bilds können Sie alle Farben in einem Bild auf eine Farbe reduzieren. (Duplizieren Sie dazu die Hintergrundebene und wenden Sie den Durchschnittsfilter an, den Sie unter "Weichzeichnung" finden.) So lässt sich in vielen Fällen die dominante Farbe in einer Komposition erkennen. Ausgewogene Farbfotos mit einer Vielzahl von Farbtönen tendieren beim Mitteln zu Grau.)

Zwar eignen sich auch Akzente oder andere wichtige Farben, aber die dominante Farbe ist ein hervorragendes Mittel, um die Farbbeziehungen in einem Bild mithilfe der Option "Malmodus" weiter zu analysieren. Mithilfe dieser Technik können Sie die Auswahl in separaten Farbkomponenten in einem Bild erkennen - Luminanz, Sättigung, Farbe und Farbton. (Ändern Sie den Malmodus der gemittelten Ebene auf die gewünschte Farbkomponente.)

Legen Sie als Malmodus "Farbton" fest, werden alle Werte in einem Bild auf denselben Farbton gesetzt. So können Sie Unterschiede in Luminanz und Sättigung deutlicher erkennen.

Originalbild
Reduzieren von Details durch Unschärfe.
Erstellen eines Farbfelds durch Unschärfe.
Erstellen eines Farbfelds mit größerer Trennung durch Vergröberung.
Feststellen der dominanten Farbe durch Mitteln.
Gemitteltes Bilds mit Malmodus "Farbton".
Gemitteltes Bilds mit Malmodus "Sättigung".
Gemitteltes Bilds mit Malmodus "Farbe".
Gemitteltes Bilds mit Malmodus "Luminanz".
 

Legen Sie als Malmodus "Sättigung" fest, werden alle Werte in einem Bild auf dieselbe Sättigung gesetzt. So können Sie Unterschiede in Luminanz und Farbton deutlicher erkennen.

Legen Sie als Malmodus "Farbe" fest, werden alle Werte in einem Bild auf denselben Farbton und dieselbe Sättigung gesetzt. So können Sie Unterschiede in der Luminanz (die farbliche Struktur) deutlicher erkennen. (Diese Variante ist am einfachsten zu interpretieren und deshalb häufig die nützlichste. Durch eine wiederholte Analyse unterschiedlicher Bilder werden Sie feststellen, dass Bilder mit weniger Unterschieden in Farbton und Sättigung - insbesondere neutrale Bilder - mehr Luminanzkontrast benötigen, um überzeugend zu wirken. Umgekehrt wirken Bilder mit vielen Abweichungen in Farbton und Sättigung häufig extrem hart mit übermäßigem Kontrast.)

Legen Sie als Malmodus "Luminanz" fest, werden alle Werte in einem Bild auf dieselbe Sättigung gesetzt. Sie entfernen Kontraste und können auf diese Weise die Unterschiede in Farbton und Sättigung deutlicher erkennen.

Eine solche Analyse hilft Ihnen, die in einem Bild vorherrschenden Farbbeziehungen besser zu erkennen. Sie können die durch die Analyse der Farbbeziehungen in einem Bild gewonnenen Informationen nicht nur nutzen, um sie besser zu verstehen, sondern auch Prognosen hinsichtlich möglicher Verbesserungen machen.

Wird der Kontrast in einem oder mehreren Farbelementen (Farbton, Sättigung, Luminanz) erhöht, wird auch die Abgrenzung in einer Komposition größer. Durch das Reduzieren des Kontrasts wird hingegen eine stärkere Einheit erreicht.

In der Regel verfügen gut strukturierte Bilder über einen hohen Kontrast in einer Farbkomponente, einen mittleren Kontrast in einer zweiten und wenig Kontrast in einer dritten Komponente.

 
 
 
 
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