Historisches Museum Bern:
In diesem Museum lebt die Geschichte
Das Historische Museum Bern ist kein Museum wie andere. Statt Staub und Mief bietet das Museum lebendige Geschichte – und hat damit riesigen Erfolg. Dank dem Einsatz von iPod-Audioguides und Keynote-Präsentationen vermittelt das Museum selbst komplexe Zusammenhänge einfach und anschaulich.
Ursprünglich wurde das Historische Museum Bern als Landesmuseum konzipiert. Darum orientierte sich der Architekt André Lambert für seinen Entwurf an Bauformen des 15. und 16. Jahrhunderts und liess sich von historischen Schlössern inspirieren. Dieser Stil sollte an die Zeit erinnern, aus der die wichtigsten Sammlungen des Hauses stammen. Als die Wahl für den Standort des Landesmuseums aber auf Zürich fiel, baute André Lambert 1894 nur das Hauptgebäude.
Unter diesem einen Dach stellt das Museum mit den bernischen historischen Sammlungen einige der wichtigsten völkerkundlichen Sammlungen der Schweiz aus. Von unschätzbarem Wert sind unter anderem die Burgunderteppiche, das Königsfelder Diptychon oder die Hydria von Grächwil. In den letzten Jahren hat sich das Museum einen Namen gemacht mit Sonderausstellungen, die museums-pädagogisch geschickt und unterhaltsam historisches Wissen für alle vermitteln.
Ein iPod-Audioguide führt durch die Ausstellung
Das beste Beispiel dafür ist die Einstein-Ausstellung. Über 350'000 Menschen besuchten die Sonderausstellung zum Jubiläum «100 Jahre Relativitätstheorie» und den Physikpark 2005 und 2006. Weil die Ausstellung so erfolgreich war, entschloss sich das Historische Museum Bern, die Sonderausstellung in konzentrierter Form permanent zu zeigen, und gründete das weltweit erste Einstein-Museum. Statt Menschen führen iPod-Audioguides durch das Museum.
Sprecherinnen und Sprecher erzählen aus dem Leben Einsteins, erklären seine Theorien; Interviews machen das Museumserlebnis lebendiger; Musik setzt Akzente, vermittelt eine Stimmung, gliedert die Tour. Die Audioguides sind in neun Sprachen erhältlich. Besucherinnen und Besucher wählen zwischen zwei Modi: Der eine führt sie von A bis Z, entlang kommentierter Informationspunkte, durch die ganze Ausstellung, der andere lässt sie die Punkte frei anwählen.
Visualisieren, was nicht zu erklären ist
Auch die neue Sonderausstellung «Jungfrau, Hofer und Ragusa» setzt auf bewegte Bilder. «Das ist eine grosse Stärke des Historischen Museums Bern», erklärt Direktor Peter Jezler, «wir arbeiten bewusst mit Bildern, um zu visualisieren, was sonst nicht oder nur ungenügend erklärbar ist.» Bilder sagen eben manchmal wirklich mehr als 1'000 Worte.
Für die Ausstellung haben Jezler und sein Team rund 40 Keynote-Präsentationen produziert. «Keynote ist intuitiv zu bedienen», begründet der Direktor des Historischen Museums Bern die Wahl, «ausserdem ist es einfach, damit pixelgenau zu arbeiten oder Bilder, Töne und animierte Grafiken zu integrieren.» Besonders froh ist Peter Jezler um das Polygon-Werkzeug, dank dem er rasch und unkompliziert Karten zeichnet, die historische Gebietsveränderungen visualisieren.
Der Mac mini arbeitet im Dauerbetrieb
Der Aufwand für die einzelnen Präsentationen ist unterschiedlich. «Für eine einfache Diaschau brauchen wir eine halbe Stunde, für eine komplexe Animation bis zu eine Woche», verrät Jezler. Natürlich hat er sich auch schon Gedanken über Alternativen zu Keynote gemacht: «Flash ist zu aufwändig, besonders wenn wir etwas ändern müssen, was immer wieder vorkommen kann», fasst er seine Überlegungen zusammen, «und in Filemaker finde ich die Übergänge zu hart.»
Sämtliche Präsentationen laufen auf Mac mini. «Am Morgen starten die Rechner automatisch und laufen bis abends ohne Probleme», zählt Jezler einen wichtigen Vorteil auf, «der Mac mini ist absolut stabil und läuft im Dauerbetrieb einwandfrei.» Ausserdem ist der Mac mini klein und braucht nur wenig Platz, darum kann er einfach und unkompliziert in die rund 60 Informationsstationen im ganzen Haus integriert werden. Auch wenn er fast zu schön ist, um ihn zu verstecken…
Preiswert im wahrsten Sinn des Wortes
Auch die Kosten sprechen für das Duo Mac mini/Keynote: «Zwar kostet der Mac mini etwas mehr als vergleichbare Rechner, dafür sparen wir viel Geld, weil der Unterhalt geringer ist», erklärt Jezler, «und für das Geld bekommen wir alles, was wir brauchen, inklusive perfekte Werkzeuge.» Auch der Aufwand für die Schulung ist geringer. Unter dem Strich, meint der Direktor des Historischen Museums Bern, sind Mac mini und Keynote im wahrsten Sinn des Wortes preiswert.
Auf die Frage, ob er weiterhin mit Keynote arbeiten werde, antwortet Peter Jezler entschieden «ja, wenn immer möglich». Im Moment steckt er mitten in den Vorbereitungen für die nächste grosse Sonderausstellung: «Karl der Kühne», die bisher bedeutendste Ausstellung in der Schweiz zur kulturhistorischen Geschichte in Europa. «Karl der Kühne» wird zuerst im Historischen Museum Bern (25. April bis 24. August 2008) zu sehen sein, dann im Groeningemuseum Brugge.
«Karl der Kühne», der nächste Höhepunkt
Karl der Kühne war ein Valois-Herzog, der sich im Spätmittelalter im Burgund und in den Niederlanden ein riesiges Reich aufgebaut hatte. Doch das war nicht genug, er wollte König werden – und scheiterte an seinem Ehrgeiz. 1476 verlor er im Krieg gegen die Eidgenossen die sagenhafte Burgunderbeute, 1477 in der Schlacht bei Nancy das Leben. Die Ausstellung erzählt sein dramatisches Leben und die Geschichte seiner Nachkommen bis zum Habsburger Kaiser Karl V. Natürlich auch mit Keynote-Präsentationen. Ein kurzer Blick darauf verspricht viel.
