Aperture Einführung: Mehr als nur Graustufen
Jonathan Briggs
Mit ausgereiften Werkzeugen für das Hinzufügen von Farbtönen zu einfarbigen Bildern und das Steuern der sorgfältigen Umsetzung von RGB-Bildern in Schwarzweiss zeigt die verlustfreie Bearbeitungsumgebung von Aperture ihre wahre Stärke. Verlustfrei, also ohne Verlust von Details – das ist eine flexible Arbeitsmethode, die perfekt für die einfarbigen Variationen geeignet ist, auf die es Ihnen ankommt. Mit Aperture lässt sich jeder Ihrer Arbeitsschritte mit nur einem Mausklick erledigen – heute, morgen oder nächste Woche.
Der einfarbige Mixer von Aperture enthält zudem eine Reihe von Farbfiltern, die von unschätzbarem Wert für jeden sind, der Schwarzweiss-Bilder aus RGB-Originalen erzeugt. Wie immer unterstützt Sie eine interaktive Benutzeroberfläche dabei, das richtige Gleichgewicht zwischen roten, grünen und blauen Filtern für jedes Bild zu erzielen. Und sollte das Ergebnis nicht ganz wunschgemäss ausfallen, ist das kein Problem, denn es geht nichts verloren. Sie können es also erneut probieren. Jonathan Briggs zeigt Ihnen den Weg zu Schwarzweiss und darüber hinaus.
Schritt 1: Wenn Sie Ihr Bild ausgewählt haben, klicken Sie auf die Taste + oben im Informationsfenster oder in der Schwebepalette "Anpassungen" und wählen Sie Einfarbiger Mixer (ctrl-M). Daraufhin wird ein zusätzlicher Bereich eingeblendet, der ein Einblendmenü mit Voreinstellungen sowie drei separate Kanalregler enthält. Aperture stellt eine Reihe von Optionen bereit, um zu simulieren, wie ein farbiges Motiv auf einem Schwarzweiss-Fim erscheint. Dazu steht eine Gruppe von Filtern zur Verfügung, die häufig mit der Kamera verwendet werden, um den Kontrast und die Dichte in bestimmten Bildbereichen zu erhöhen.
Schritt 2: Im Einblendmenü finden Sie eine standardmässige Monochromkonfiguration sowie rote, orangefarbige, gelbe, grüne und blaue Filter. Es ist wichtig, zu verstehen, wie sich diese Filter auf das Verhalten der Farben auswirken. Hierzu werden wir das Farbrad verwenden. Es zeigt uns jeweils die komplementäre (oder entgegengesetzte) Farbe. Im Farbrad können wir sehen, dass Rottöne gegenüber von Cyan-Tönen, Magenta-Töne gegenüber von Grüntönen und Blautöne gegenüber von Gelbtönen liegen. Es sind diese Beziehungen, die sich die Filter zunutze machen. Angepasste Kombinationen können ebenfalls sehr wirkungsvoll sein.
Schritt 3: Doch wie sieht das in der Praxis aus? Ein blauer Filter hebt die gelben Bereiche eines farbigen Bilds hervor und verstärkt ihren Kontrast, wenn das Farbbild in ein Graustufenbild konvertiert wird. Analog dazu verstärkt ein grüner Filter die Magenta- und Rottöne. Mithilfe dieser Technik kann ein Schwarzweiss-Bild eindrucksvoller und interessanter gemacht werden.
Schritt 4: Dieses Wissen können wir auf unser Beispielbild anwenden. Am auffälligsten sind hier die Sommersprossen der jungen Frau. Wir können dem Bild mehr Tiefe und Charakter verleihen, wenn es uns gelingt, die Sommersprossen zu verstärken. Bei der standardmässigen Monochromvoreinstellung wirkt das Gesicht etwas flach (linkes Bild oben), da die Farbinformationen aus Gelb- und Rottönen bestehen, während die Standardeinstellung zu einer Mischung aus Rot- und Grünfiltern tendiert, wodurch die Blau- und Magenta-Töne verstärkt würden. Wenn wir jedoch einen roten Filter (mittleres Bild) anwenden, gehen die Hautdetails verloren, da seine Komplementärfarbe (Cyan) im Originalbild fehlt.
Schritt 5: Der wirkungsvollste Filter für dieses Bild ist der blaue Filter, da er nicht nur die Haut, sondern auch das Haar sowie die Form und Knochenstruktur des Gesichts stark betont. Doch in diesem Fall einfach nur den blauen Filter zu verwenden, würde eine zu starke Wirkung erzielen. Deshalb bietet Aperture dem Benutzer die Möglichkeit, einen voreingestellten Filter mit entsprechenden Reglern anzupassen, um eine Feinabstimmung des Gesamteindrucks zu erzielen. Wenn wir in unserem Beispielbild die grüne Filtervoreinstellung verwenden und den Blaukanal etwas verstärken, können wir präzise steuern, wie ausgeprägt die Sommersprossen dargestellt werden.
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Jonathan Briggs ist ehemaliger Managing Director der Association of Photographers (AOP). Jetzt arbeitet er als Direktor von Magic Bean, einem Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Firmen in der Kreativbranche technische Schulungen und logistische Unterstützung bei Events anzubieten. Jonathan Briggs kann auf über zehn Jahre Erfahrung in der Verwendung von Mac Computern und zugehöriger Software in den Bereichen Design, Bildbearbeitung und Fotografie zurückblicken. Diese Anleitungen zeigen anhand von Benutzererfahrungen aus der Praxis, wie Sie das Potenzial von Aperture optimal nutzen können.
Die hier gezeigten Bilder stammen von dem Fotografen Gino Sprio, der sich durch seine Porträtbilder, Aufnahmen für die Modebranche und Kunstfotos einen Namen gemacht und so namhafte Persönlichkeiten wie Pelé, Morrissey, Sir Anthony Hopkins und Sir Ben Kingsley fotografiert hat. Sprios Kundenportfolio reicht von Aston Martin bis zu Barclaycard und vom Sunday Times Magazine bis zu US Vogue und Esquire.