Johannes-Gutenberg-Schule Stuttgart

Rund 40 "staatlich geprüfte Grafik-Designer" entlässt die Johannes-Gutenberg-Schule jedes Jahr in den hart umkämpften Berufsalltag. Damit die Absolventen die besten Chancen mit auf den Weg bekommen, wird in der über 100 Jahre alten Ausbildungsstätte nicht nur ihre Kreativität und das Grafiker-Handwerk geschult. Durch den fächerübergreifenden Umgang mit Apple Technologien steht im Mittelpunkt der Ausbildung: das sichere Arbeiten mit den modernsten digitalen Werkzeugen der Branche.

Mittwoch Nachmittag, 16 Uhr. Im zweiten Stock der Außenstelle "Berufskolleg Grafik-Design" in der Stuttgarter Siemensstraße herrscht ruhige Geschäftigkeit. Von den zwölf Power Mac G5 Rechnern im Unterrichtsraum sind nur 8 besetzt. "Für effizienten Unterricht mit dem Computer sind kleine Gruppen absolute Voraussetzung", sagt Fritz Jöchner. Vier Stunden in der Woche unterrichtet er die dritte Jahrgangsstufe im Fach "Medientechnik". "Die Schüler können an verschiedenen Projekten arbeiten. So unterteilen sich die 2 Klassen mit je durchschnittlich 20 Schülern nochmals. Heute steht auf Jöchners Unterrichtsplan eine Übung namens "Mausverfolgung": "Das ist eine Vorübung für eine "Bewerbungs-CD", die jeder Schüler zum Ende seiner
3-jährigen Ausbildung an der JGS einzeln gestaltet. "

Ich arbeite seit 1984 mit Computern von Apple. Und mir kommt solange ich noch im Dienst bin nichts anderes ins Haus.

- Fritz Jöchner, Lehrer an der Johannes Gutenberg Schule

Fritz Jöchner ist fast so etwas wie ein Urgestein an der Johannes-Gutenberg-Schule. Er unterrichtet hier seit 1980. Mit einem schelmischen Lächeln bekennt er: "Ich bin befangen. Ich arbeite seit 1984 mit Computern von Apple. Und mir kommt solange ich noch im Dienst bin nichts anderes ins Haus." Ein Riesen-Plus sei die Zuverlässigkeit der Betriebssysteme - und unschlagbar war und ist für den IT-Lehrer der leichte Zugang zur Apple Technologie. "Ich musste mir damals alles selber beibringen. Praktisch Tag und Nacht bin ich gesessen und hab mir die Software angeeignet." Dieser Einstieg und die nunmehr langjährige Erfahrung hat ihn jedenfalls eines gelehrt: "Je spielerischer der Umgang mit dem Computer, desto besser. Soll heißen: Je mehr die Schüler selbst ausprobieren können, desto größer ist der Lerneffekt - und der Raum für eigene Kreativität."

So soll das auch bei der Übung "Mausverfolgung" funktionieren, erklärt Jöchner. "Wir arbeiten mit dem Animationsprogramm Flash, mit dem später auch die Bewerbungs-CD erstellt wird." Mit wenigen Strichen, die er mit dem Overhead-Projektor an die Wand des Klassenraums projeziert, skizziert der Lehrer seinen Schülern was sie machen sollen: einen "Movie-Clip" mit einer animierten "Planeten-Konstellation"; in einem dreidimensionalen Raum bewegt sich eine kleine Kugel (kleiner Planet) von allein um die Ellipse einer großen Kugel (großer Planet); immer wenn die Maus - also der Curser - in die Nähe dieser Konstellation kommt, muss sie ihm automatisch folgen. Wenn alles richtig programmiert ist, funktioniert die "Mausverfolgung".