Xtrem Productions. Schneller schneiden in Le Mans

Jedes Jahr im Juni findet in Frankreich das älteste Langstreckenrennen der Welt statt – die 24 Stunden von Le Mans. Wie bei anderen Rennen dieser Art zählen in Le Mans Geschwindigkeit und Ausdauer. Rennwagen und Fahrer werden über 24 Stunden voll gefordert. Die hohen Ansprüche und das einzigartige, faszinierende Format machten das Rennen in Le Mans für den National Geographic zum Top‑Sportereignis in der Welt.

2013 fand das Traditionsrennen zum 90. Mal statt. Die großen Sportkanäle, darunter auch der Top‑Sportsender in Europa, übertrugen das Rennen live und mit kurzen Highlight-Berichten. Und zum zweiten Mal in Folge hat Xtrem Productions, das französische High-End-Postproduktionsstudio, das ausgewählt wurde, das Rennen zu begleiten, seine Programme auf Macs mit Thunderbolt komplett mit Final Cut Pro X geschnitten.

Dutzende Rennwagen, hunderte von Runden und tausende Kilometer – um alles zu verfolgen, nutzte Xtrem den Live‑Feed von 40 an der Rennstrecke platzierten Kameras, elf Fahrzeugen mit je drei HD Kameras und einer Cineflex Hubschrauberkamera. Drei mobile Xtrem Newsteams nahmen außerdem mit Handkameras und acht auf ausgewählten Fahrzeugen montierten GoPro Kameras Material für Rennberichte, Interviews und B‑Rolls auf. Im Verlauf des Rennens kam das Post‑Team auf etwa 80 Stunden Material aus diesen unterschiedlichen Kameras.

„Bei Le Mans dürfen wir keine Zeit verschwenden“, so Sacha Le Coroller, Produktionsleiter bei Xtrem Productions. „Am Abend des Rennens muss die fertige Sendung stehen. Vieles lässt sich in Final Cut Pro X einfacher und viel schneller erledigen. Zum Beispiel können wir nicht nur mehr Beiträge bearbeiten, sondern damit auch mehr machen. Und unsere Cutter haben mehr Zeit zum Schneiden, da weniger Probleme beim Tracking der Inhalte, Rendern und Exportieren auftreten.“

Beiträge machen

Am Wochenende vor dem Rennen begann ein kleines Xtrem Team aus Journalisten und Postproduktionsexperten damit, verschiedene Storys zu verfolgen. In einem Postproduktions-Container, der mit MacBook Pro und Mac mini Computern mit Final Cut Pro X und gemeinsam genutztem Massenspeicher ausgestattet war, erstellte das Team jeden Tag Renn‑Highlights, Fahrerinterviews und Videobeiträge in Sendequalität – und das oft in wenigen Stunden.

Der Produzent und Journalist Richard Barnes berichtet seit 1993 von Motorsport-Events und hat in Le Mans ein Xtrem Team geleitet. Dabei war er mittendrin. „Unser Team hatte Canon EOS 5D und Sony FS700 Kameras“, erzählt Barnes. „Mobilität war entscheidend, wenn wir im Fahrerlager und in der Boxengasse unterwegs waren, oft mit Brandschutzkleidung und mitten im Renngeschehen. Das Material wurde dann in ein zentrales Archiv im Post‑Container eingelesen und von dort holte ich mir dann, was immer ich für meine Beiträge brauchte.“

Barnes und die anderen Journalisten und Cutter haben das Material von verschiedenen Quellen genutzt, um verschiedene Videomagazine zu erstellen. „Wenn wir von einem Rennen berichten, machen wir eine 52-minütige Sendung, die hauptsächlich aus Interviews mit den Fahrern sowie aus Infos zu neuen Fahrzeugen, Teams und Renntechnologien besteht“, erzählt er. „Und wir machen etwa 30 Minuten mit Renn‑Highlights.“

Trotz verschiedener Terminpläne musste jeder Beitrag schnellstmöglich geliefert werden. „Die größte Herausforderung besteht darin, die finale Sendung bis Sonntagabend zu schneiden, fertigzustellen und noch mit englischen Begleitkommentaren zu versehen“, so Barnes. „Das Rennen selbst läuft von Samstagnachmittag bis Sonntagnachmittag. Aus den 24 Stunden 30‑minütige Highlights zu schneiden, ist viel Arbeit. Wenn die Uhr gegen dich läuft, dürfen Probleme mit dem Equipment dich nicht aufhalten.“

Eine echte Hilfe

Um solche Probleme zu vermeiden, machten Barnes und die anderen Journalisten ihre Videobeiträge mit MacBook Pro Computern. Das beinhaltet die Recherche, das Schreiben von Scripts, das Einlesen der Dailies und das Auswählen von Clips für die Beiträge und die Interview-Features.

„Ich arbeite schon seit einigen Jahren mit dem MacBook Pro“, erzählt Barnes. „Es ist sofort einsatzbereit und ich muss nicht warten, dass es hochfährt. Und es ist extrem robust und ziemlich unverwüstlich. Ich vertraue meinem MacBook Pro und es gibt kein anderes Gerät, dem ich vertrauen könnte.“

Sacha Le Coroller (sitzend) und Laurent Masini besprechen den Schnitt.
Foto: Noah Sheldon

Das Rennen lesen

Im Mittelpunkt des Rennens von 2013 stand ein nächtlicher Zweikampf im strömenden Regen zwischen dem Audi Sport Team Joest und Toyota Racing, den schließlich Audi für sich entschied. Im Verlauf des Rennens passten Barnes und die anderen Journalisten ihre Berichterstattung immer wieder an. „In der Zeit, die wir haben, müssen wir so perfekt wie möglich sein“, sagt er. „Im Rennsport lässt sich nichts wiederholen und es gibt viele unbekannte Variablen. Ein einfaches Interview kann sich abhängig vom Geschehen auf der Strecke in eine komplett andere Richtung entwickeln.“

Um die Ereignisse im Blick zu behalten, nutzte Barnes ein iPad mit der Cut Notes App, um Material zu markieren und die wichtigen Rennereignisse aufzulisten. „Einer der schwierigsten Jobs ist zu entscheiden, was es in die Highlights schafft und was nicht“, sagt er. „Ich maile meinem Cutter schon während des Rennens Listen mit wichtigen Ereignissen, damit er sofort mit der Bildauswahl anfangen kann. Früher haben wir einfach was auf Papier gekritzelt und mussten die Notizen später wieder raussuchen.“

Startschuss für die Cutter

Mit Final Cut Pro X konnte Barnes schnell die Medien finden und nutzen, die er für seine Beiträge brauchte. „Was mir an Final Cut Pro X gefällt: Wenn man eine Sequenz hat, die man schneidet, vielleicht ein Interview von 5 Minuten Länge, ist es besonders leicht, im Ausgangsmaterial In- und Out‑Punkte zu setzen, die dann einfach in die Timeline eingefügt werden.“

Barnes gibt über AirDrop oder eine Ethernetverbindung einen Rohschnitt an seinen Cutter weiter. Der importiert das XML, verknüpft es mit den Medien im zentralen Pool und stellt den Schnitt fertig. Da die Projekte nicht sehr groß sind, geht das Teilen extrem schnell.

Barnes strukturierte die Segmente seines Berichts vorab und konnte so viel effizienter mit den Cuttern zusammenarbeiten, um mitreißende Beiträge zu erstellen. „Früher hab ich neben dem Cutter gesessen, um Material für eine Sequenz auszuwählen. Jetzt kann ich mir das Material selbst ansehen und mit den Teilen des Interviews, die ich verwenden will, einen Rohschnitt in Final Cut Pro X machen, also selbst die In- und Out‑Punkte setzen. Das ist viel einfacher als früher. Und auch sehr viel effizienter.“

Das Senden von Rohschnitten und Texten der Journalisten gibt den Cuttern mehr Zeit, ihre Schnitte zu optimieren. „Mit Final Cut Pro X können die Cutter kreativer arbeiten“, so Barnes. Das Ergebnis ist viel interessanter und das schafft einen Mehrwert für Sender und Zuschauer.“

Inhalte auf der Überholspur

Aufzeichnungsgeräte und Massenspeicher mit Thunderbolt Anschlüssen in Kombination mit den Final Cut Pro Verwaltungsfunktionen halfen Xtrem, die besten Rennbilder effizienter auszuwählen.

Medienmanager Benjamin Montavy hatte keine Probleme mit Material von so vielen Quellen. „Was mir bei Final Cut Pro X besonders gefällt, ist, dass ich Schlagwörter und Marker hinzufügen kann, um das Material in einem Event zu sortieren. Das spart enorm viel Zeit.“

Schlagwortsammlungen waren besonders hilfreich dabei, Clips zu finden, die eine Story wert sind. „Schlagwörter zum Auffinden von Fahrzeugen und Fahrern sind unerlässlich geworden und haben unseren Workflow wirklich beschleunigt“, erzählt Xtrem Cutter Laurent Masini. „Wenn eine Anfrage für ein Special zu Wagen 51 kommt, wählen wir genau dieses Schlagwort aus und machen in ein paar Sekunden einen Rohschnitt.“

Alles beisammen

Waren die benötigten Videoquellen gefunden, konnte Masini sie schneller denn je zusammenfügen. „Final Cut Pro X ist bei der Arbeit mit vielen Aufnahmen viel besser als Final Cut Pro 7“, erzählt er.

Masini, der im Verlauf der Rennwoche in der Regel zwei Beiträge am Tag schneidet, hat mithilfe von Final Cut Pro X auch Stränge von Videoclips entwirrt. „Bei viel Material ist Final Cut Pro X wirklich nützlich“, sagt er. „Die Filmstreifen machen es leicht, zu navigieren und zu finden, was man will – selbst bei tausenden von Dateien.“

„Funktionen sind eine große Hilfe, da wir oft verschiedene Versionen für verschiedene internationale Märkte bereitstellen und dafür Grafiken entfernen und Audio ändern müssen. Mit Final Cut Pro X können wir all diese Versionen gleichzeitig exportieren. Wenn man nur wenig Zeit hat, ist das ein Riesenvorteil.“ – Sacha Le Coroller, Produktionsleiter Um die Vielzahl der für die Zusammenstellung seiner Schnitte nötigen Video‑Feeds zu verarbeiten, hat Masini häufig Multicam genutzt: „Multicam ist einfach genial. Wir verwenden viele GoPros und andere Onboard-Kameras. Die alle in einen Multicam-Clip mit zwölf oder mehr Kamerawinkeln zusammenzufügen und dann schnell zu schneiden, war eine große Hilfe.“

Die Geschwindigkeit und Effizienz von Final Cut Pro X sorgt laut Masini insgesamt für hochwertigere Schnitte. „Wir verlieren keine Zeit mehr damit, Material zu rendern und nach den richtigen Inhalten zu suchen“, sagt er. „So habe ich trotz unserer engen Terminvorgaben noch Zeit, einen Schnitt zu verfeinern und an Übergängen, Farbkorrektur und Effekten zu feilen.“

Finish nach Maß

Anstatt die geschnittenen Beiträge für die finale Bearbeitung an ein High‑End-Finishing-System zu senden, hat Xtrem die Dateien vor Ort mit Final Cut Pro X und den anpassbaren Effekten und Funktionen für die Farbkorrektur fertiggestellt. Und dank Echtzeitleistung und Rendern im Hintergrund konnte Xtrem mehr Effekte bearbeiten und das Finishing trotzdem schneller erledigen. „Wenn wir einen Effekt anwenden, dann sehen wir ihn in Echtzeit“, erzählt Le Coroller.

Die Hauptsendungen produziert Xtrem zwar mit englischen Kommentaren, aber das Studio erstellt auch internationale Versionen für Fernsehsender, die eigene Journalisten oder Kommentatoren haben. Und auch für diese Aufgabe fand sich in Final Cut Pro X ein effizientes Tool. „Funktionen sind eine große Hilfe, da wir oft verschiedene Versionen für verschiedene internationale Märkte bereitstellen und dafür Grafiken entfernen und Audio ändern müssen“, so Le Coroller. „Mit Final Cut Pro X können wir all diese Versionen gleichzeitig exportieren. Wenn man nur wenig Zeit hat, ist das ein Riesenvorteil.“

Ganz vorn mit dabei

Xtrem kann mit Final Cut Pro X für jedes betreute Event die Abläufe bei Bedarf skalieren oder ändern. Genau deshalb setzt das Studio bei der Berichterstattung für andere Rennen, wie zum Beispiel für die diesjährige FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft, auf den bewährten Workflow mit Final Cut Pro X.

„Wir werden ganz sicher Final Cut Pro X verwenden“, so Le Coroller. „Der Hauptgrund dafür ist die Qualität der Ergebnisse. Wir wissen einfach, dass etwas Großartiges herauskommt, wenn wir mit Final Cut Pro X hochwertige Fernsehsendungen erstellen.“