The E.W. Scripps Company. News-Flash

Nachrichten verbreiten sich schnell – und doch nie schnell genug für Fernsehsender, die um Anteile im hart umkämpften Markt für Nachrichten ringen. WXYZ TV ist der größte Sender in Detroit im US‑Bundesstaat Michigan und ist kürzlich mit dem renommierten Edward R. Murrow Preis für Regionaljournalismus ausgezeichnet worden. Für WXYZ TV ist der Weg von der Recherche vor Ort bis zum fertigen Beitrag jetzt kürzer denn je. Denn der Sender, eine von 14 Stationen des US‑Medienkonzerns Scripps, hat Schnitt und Produktion seiner Nachrichten durch Final Cut Pro X, Motion 5 und den Mac Pro deutlich beschleunigt.

Scripps nutzte bereits frühere Versionen von Final Cut Pro, um seine Nachrichten- und Sportsendungen zu schneiden. Nach einem Praxistest mit Final Cut Pro X und Adobe Premiere Pro entschied man sich aufgrund des äußerst positiven Feedbacks der Cutter zu Bedienerfreundlichkeit, Schnelligkeit und Ausgabequalität für den Wechsel zu Final Cut Pro X. In Detroit war man damit so erfolgreich, dass Scripps diesen Workflow jetzt landesweit bei allen seinen Sendern in den USA einsetzt.

Ray Thurber, Vice President of Engineering bei Scripps, erläutert die Entscheidung für den Wechsel: „E.W. Scripps gibt es seit über hundert Jahren. Lokalnachrichten sehen wir als Dienst an der Gemeinde, und diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst. Deshalb suchen wir immer neue Wege, Technologie für den Journalismus zu nutzen, um unsere Beiträge und Videos für die Zuschauer aktuell und interessant machen. Mit Final Cut Pro X und Motion 5 sind unsere Storys schneller fertig als je zuvor – in einer Produktionsqualität, die andere Nachrichtensendungen nicht erreichen.“

Am Set

Bei jedem Sender von Scripps wird das Material für die Lokal- und Sportnachrichten von Reportern direkt vor Ort aufgenommen, geschnitten und produziert. Mit Final Cut Pro X und MacBook Pro Computern in den Ü‑Wagen können Beiträge jetzt zeitnah genau da erstellt werden, wo die Geschichte passiert. Scripps setzt auf einen hocheffizienten, nativen Workflow: MPEG‑2 QuickTime Dateien werden direkt von den JVC Videokameras importiert und im Hintergrund für Schnitt und Sendung in ProRes Dateien gerendert. Die Kombination aus Final Cut Pro X, MacBook Pro und ProRes erlaubt einen superschnellen und qualitativ hochwertigen Schnitt gleich vor Ort.

Jeremy Johnson arbeitet als Fotograf und Cutter bei WXYZ. Für ihn machen diese neuen mobilen Schnitt- und Grafikmöglichkeiten einen riesigen Unterschied beim Fertigstellen einer Story unter Zeitdruck. Unterwegs im Ü‑Wagen mit einem Reporter – oder manchmal auch allein – schafft Johnson normalerweise zwei Storys pro Tag, wobei sich viele davon spontan und ungeplant ergeben. Und weil Unfälle, Demonstrationen und sogar Gerichtsverfahren nur ihren eigenen Zeitplänen folgen, hat Johnson oft wenig Zeit, Beiträge zu filmen, zu schneiden und für die Ausstrahlung an den Sender zu übertragen. „Ich muss jeden einzelnen Beitrag auf meinem MacBook Pro im Wagen bearbeiten und fertig machen, bevor er an den Sender geht“, sagt er. „Da Final Cut Pro X so effizient ist, ist das aber nie ein Problem. Ich liebe die Schnelligkeit der Magnetic Timeline und die Flexibilität des Trimmwerkzeugs. Und bei knappen Deadlines können Features wie zum Beispiel Farbkorrektur, Aufnahmestabilisierung und Audioverbesserung einem sozusagen das Leben retten.“

Fotojournalist Jeremy Johnson schneidet vor Ort im Ü‑Wagen. Foto: Micheal McLaughlin

Die Story perfekt machen

Johnson muss seine Storys fast immer unter Zeitdruck liefern. Deshalb vertraut er bei jeder Aufnahme und jedem Schnitt voll auf diese Features. „Vor Kurzem arbeiteten wir an einer Story über eine verdächtige Serie von Bränden“, erzählt er. „Nachdem wir Tonaufnahmen mit Aussagen von Nachbarn hatten, sah ich, wie eine Frau ganz nervös jeden beobachtete und befragte, der die Straße entlangkam. Ich musste einen Termin für die Mittagssendung einhalten, aber ich wollte die Szene unbedingt noch in der Story drinhaben.“

Johnson griff sich einfach sein iPhone und filmte damit das Ganze als faszinierenden Longshot. Im Ü–Wagen übertrug er die Datei dann zum Schneiden auf sein MacBook Pro. Mit dem Trimm-Tool von Final Cut Pro X konnte er den Clip schnell und einfach in die Timeline schneiden, um die Story noch spannender zu machen. „Alle diese Features, von der mühelosen Formatbearbeitung bis zum einfachen Navigieren in der Timeline, helfen mir, nicht nur bessere Aufnahmen zu machen, sondern auch meine Termine einzuhalten.“

Präzisionsarbeit

Laut Thurber verändert die Effizienzsteigerung, die Johnson beschreibt, die Berichterstattung bei allen Sendern von Scripps. „Die nativen Multiformat-Funktionen von Final Cut Pro X geben uns ein Schnittsystem, mit dem einfach alles möglich ist“, so Thurber. „Wir bekommen unsere Storys jetzt von überall her – aufgenommen von Journalisten auf ihren Videokameras, aber auch von Zuschauern auf ihren Handys. Dass wir verschiedene Bild- und Videodateiformate in der Timeline kombinieren und daraus sofort einen Beitrag schneiden können, verschafft uns einen großen Vorteil. Es beschleunigt den Prozess enorm.“

Auch Grafiken und Effekte können die Scripps Cutter mit Final Cut Pro X viel schneller zu ihren Beiträgen hinzufügen, bevor diese gesendet werden. Alle Cutter haben Zugriff auf Motion basierte Vorlagen, die von einem zentralen Scripps TV Design-Hub in Tampa Bay im US‑Bundesstaat Florida erstellt wurden. So lassen sich schnell und einfach ansprechende 3D Echtzeitgrafiken in jeden Beitrag einfügen – sogar vom Ü‑Wagen aus. „Mit Final Cut Pro X haben alle Cutter ein Toolkit, mit dem sie ihre Beiträge mit hochwertigen Bildern, hilfreichen Listen und einer umfassenden Integration der Story besser erzählen können“, erklärt Thurber.

Der Aufwand für die Einbindung komplexer Grafiken ist verschwunden. „Mit Final Cut Pro X wurde das 15 Minuten dauernde Rendern vor Ort praktisch auf null reduziert“, sagt Thurber.

Sendepause

In der Zentrale von WXYZ schneidet Cutter Randy Lundquist im internen Studio langformatige Sonderbeiträge mit Final Cut Pro X. Er stellt sogar noch größere Optimierungen im Workflow fest. „Rendern im Hintergrund und Wiedergabe in Echtzeit sparen mir jede Menge Zeit“, erzählt er.„Wenn ich einen 15‑Sekunden-Clip mit fünf Filtern und etwas Text montiere, dauert das Rendern jetzt nicht mehr 10 Minuten. Ich sehe in Echtzeit, ob ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Dadurch spare ich jeden Tag ungefähr eine Stunde. Mit Final Cut Pro X nutze ich mehr Effekte und arbeite überhaupt viel kreativer.“

Bei längeren Projekten setzt Lundquist auf die Verwaltungstools des Programms. „Eines meiner Lieblingsfeatures ist das Importieren von Ordnern als Schlagwort-Sammlungen, anstatt wie bisher einzelne Bins selbst hinzufügen zu müssen“, erzählt er. „Einer unserer Reporter fotografierte jeden Tag der siebenmonatigen Gerichtsverhandlung um den früheren Bürgermeister von Detroit Kwame Kilpatrick. Ich konnte das ganze Material beim Import mit Schlagwörtern versehen. Wenn ich es dann für spezielle Projekte durchsuchen musste, ging ich einfach in die Mediathek und fand gleich 10 passende Fotos von ihm – lächelnd, traurig oder selbstgefällig dreinblickend.“

Die Bearbeitungsfunktionen von Final Cut Pro X verändern sogar die Aufnahmegewohnheiten am Sender, wie Lundquist weiter berichtet: „Wir nehmen jetzt viel mehr mit zwei Kameras auf – wegen der Möglichkeit des Multicam-Schnitts. Das ist großartig, weil wir bei unseren Interviews viele Reporterfragen verwenden. Mit nur einer Kamera war diese immer auf den Gesprächspartner gerichtet, um seine Antworten zu zeigen. Dann musste geschnitten werden, um den nickenden Reporter ins Bild zu bringen. Mit zwei Kameras und der Multicam-Funktion können wir eine echte Reaktion zeigen, ohne uns über die Frame-Anpassung Gedanken machen zu müssen. Und mit der integrierten Audio-Synchronisierung wird alles noch viel einfacher.“

Der Grafik-Hub

Am Scripps TV Design-Hub in Tampa Bay arbeitet etwa ein Dutzend Grafikdesigner an den Vorlagen, die bei allen Sendern von Scripps verwendet werden. Die Cutter können diese Vorlagen einfach mit Inhalten füllen. So ist bei allen Nachrichtenbeiträgen ein einheitliches Erscheinungsbild gesichert.

Radu Somesfalean, Leiter der Grafikabteilung: „Damit haben wir über alle Sender hinweg eine einheitliche Markenbotschaft und sprechen mit einer Stimme. Die Cutter haben dadurch viel kreative Freiheit und trotzdem behalten wir eine einheitliche Handschrift.“

„Mit dem Mac Pro können wir Motion 5 für einen sehr intensiven 3D Look mit mehreren Ebenen nutzen. So bekommen alle Sender in unseren Märkten brillante Ergebnisse. Der Druck besteht nicht nur darin, Material zu senden. Man muss den Leuten auch gute Gründe geben, es sich anzusehen. Dabei helfen uns die Motion Vorlagen in Final Cut Pro X. Die Cutter können damit ihre Grafiken selbst anpassen, ohne uns für jede Änderung zu fragen“, so Somesfalean weiter.

„Mit dem Mac Pro können wir Motion 5 für einen sehr intensiven 3D Look mit mehreren Ebenen nutzen. So bekommen alle Sender in unseren Märkten brillante Ergebnisse.“– Radu Somesfalean, Leiter der Grafikabteilung

Designerin Michele Omran erstellt Grafikvorlagen im Grafik-Hub in Tampa Bay. Foto: Micheal McLaughlin

Vorlagen für den Erfolg

Michele Omran gestaltet als Grafikdesignerin in Tampa Bay die Vorlagen für die Sender. Mit Motion 5 kann sie Tools bereitstellen, die redaktionelle Fehler vermeiden helfen. „Wir mussten einen Weg finden, wie die Cutter Text und Bilder in Nachrichtengrafiken wie Inserts unten im Bild, Top‑Themen und Werbung aktualisieren konnten, ohne dass das Design darunter leidet. Dafür legten wir flexible Drop Zones an. Wir haben hier eine hochproduktive Umgebung, die aber einfach zu bedienen ist. Man muss einfach nur Text eintippen und Elemente per Drag&Drop bewegen.“

Omran verwaltet und verteilt derzeit 966 Vorlagen, 69 für jeden der 14 TV–Sender. Seit Kurzem erstellt sie diese intelligenten Vorlagen mit Motion 5 auf dem Mac Pro. Und bemerkt dabei eine beachtlich höhere Performance. „Der neue Mac Pro ist richtig, richtig schnell“, findet sie. „Er kommt nie ins Stocken, selbst bei den komplexesten 3D Vorlagen nicht. Echt erstaunlich für ein derart kleines und leises Gerät. Als ich ihn das erste Mal ausprobiert habe, musste ich fragen, ob er überhaupt eingeschaltet ist.“

Was die Zuschauer wollen

Aktuell arbeitet Scripps daran, seine Workflows für das Fernsehen und digitale Kanäle zu vereinheitlichen. „Weil wir mehr Sendungen machen, machen wir auch mehr Nachrichten. Und jetzt produzieren wir sie nicht nur für die Fernsehausstrahlung, sondern für all unsere Plattformen, auch digitale Kanäle“, so Thurber. „Unsere Abteilungen für Fernseh- und Digitalnachrichten mussten also mit allen Beständen in unserem Sender verknüpft werden. Unser Ziel beim Einsatz von Final Cut Pro X in jedem Sender ist es, das alles zusammenzubringen.“

Das Unternehmen glaubt, so Nachrichten in jedem Medium liefern zu können, das die Zuschauer wünschen. „Wir wollen einfach überall präsent sein, wo die Leute Nachrichten wollen“, so Thurber. „Und mit dem Mac und Final Cut Pro X sind wir dafür bestens gerüstet.“