Jüdisches Museum Berlin

von Dirk Ellenbeck

Wussten Sie, dass Daniel Libeskind vor seiner Karriere als weltbekannter Star-Architekt ein Profi-Musiker war? Oder, dass die Geschichte der Levis Jeans nicht in den USA, sondern in einem kleinen Dorf in der Nähe von Bamberg beginnt? Das und vieles mehr aus zwei Jahrtausenden deutsch-jüdischer Geschichte können Sie jetzt im Jüdischen Museum Berlin erfahren - ganz interaktiv und intuitiv mit einem Audioguide auf dem iPod.

Insgesamt finden sich auf dem iPod classic 105 Audiobeiträge mit einer durchschnittlichen Länge von zwei Minuten. Wer alle Beiträge hintereinander und ohne Pause hört, kann dreieinhalb Stunden mit dem Audioguide im Jüdischen Museum Berlin (JMB) verbringen. Die interessanten und kurzweiligen Beiträge zu den zahlreichen Ausstellungsstücken, die Geschichten hinter den Objekten sorgen dafür, dass diese dreieinhalb Stunden nie lang oder gar langweilig werden. Dazu tragen auch der Synchronsprecher Frank Arnold und die Schauspielerin Barbara Sukowa bei, die die Beiträge abwechselnd erzählen. Zudem wurden eigens für den Audioguide Klangimprovisationen auf der Basis eines Musikstückes von Erik Satie konzipiert und eingespielt, die immer wieder geschickt in und zwischen die Audiobeiträge eingearbeitet wurden.

Da mehr als die Hälfte der Besucher des Jüdischen Museum Berlin aus dem Ausland kommen, gibt es den Audioguide auf dem iPod nicht nur in Deutsch, sondern in sieben weiteren Sprachen. Darunter neben Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Russisch sogar Japanisch und auch Hebräisch. Viele Texte werden jeweils von Sprechern und Schauspielern gesprochen, die in den jeweiligen Ländern bekannt sind.

Dank der einfachen Benutzerführung des iPod können die Besucher im Jüdischen Museum Berlin den Audioguide intuitiv nutzen und die Reihenfolge der Beiträge beliebig wählen. Jeder Besucher erhält den iPod in der gewünschten Sprache und kann dann beim Rundgang durch das Museum frei entscheiden, zu welchen Exponaten er weitergehende oder ergänzende Informationen durch den Audioguide erhalten möchte. Auf dem großen Display lassen sich bequem und einfach die gewünschten Audiobeiträge zu Ausstellungssegmenten, architektonischen Besonderheiten oder Exponaten abrufen, die durch ein passendes Bild illustriert werden.

In den Museumsräumen und an den 105 wichtigsten Ausstellungsstücken ist dazu gut sichtbar jeweils die Nummer des Hörtextes und ein Kopfhörer-Symbol zu finden. Diese Nummer wird einfach auf dem iPod ausgewählt und schon wird der passende Beitrag abgespielt.

Der Audioguide beginnt mit einer Einführung zum iPod, die dessen Bedienung erklärt. Da sich die aber eigentlich von selbst erschliesst, kann man schon bei der Einführung den Weg durch das Museum beginnen. Nach einer Begrüßung durch W. Michael Blumenthal, den Direktor des Museums, kann sich jeder Besucher zunächst über die außergewöhnliche Architektur des JMB informieren. So erklärt etwa Daniel Libeskind selbst, wie er dem Museumsbesucher mit Hilfe der Architektur das Gefühl der Desorientierung im Garten des Exils gibt. Im weiteren Verlauf des Rundgangs durch das JMB kommen immer wieder Zeitzeugen zu Wort, so etwa ein Mitarbeiter der Firma Arnheim, dem Hersteller der weltberühmten Geld- und Tresorschränke.

Gerade Exponate wie der Arnheim-Geldschrank oder manches Gemälde wird von den Besuchern kaum wahrgenommen. Doch dank des Audioguides auf dem iPod kann man nun erfahren, was diese Ausstellungsstücke darstellen, welche bewegende, spannende oder auch manchmal lustige Geschichte dahinter steckt und warum sie im JMB gezeigt wird. So ermöglicht der iPod dem Besucher einen viel intensiveren Museumsbesuch und unterstützt ein tieferes Verständnis der historischen Dauerausstellung. Der, das belegen Erfahrungswerte aus anderen Museen mit einem Audioguide, auch viel länger und lebendiger in Erinnerung bleibt.

Die Entscheidung für den iPod classic als Abspielgerät für den Audioguide war Ergebnis einer längeren Evaluierungsphase. Für den iPod sprechen vielfältige Gründe. So bietet er eine mehrsprachige Benutzerführung, auf seinem großen Display können auch Fotos und Videos dargestellt werden und er kann sehr einfach administriert und aktualisiert werden.

 

Großes Foto oben: © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe
Foto linke Spalte: © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Sönke Tollkühn
Foto rechte Spalte: © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe