Jüdisches Museum Berlin
Dr. Christian Dirks, Thorsten Beck

Ein weiterer wichtiger Vorteil: Der iPod spricht ohne große Erklärung auch eine jüngere Zielgruppe an und ist zudem absolut intuitiv zu bedienen. „Wir wollen gezielt auch jüngere Menschen ansprechen und den Besuch im Jüdischen Museum Berlin noch interessanter machen“, so Dr. Christian Dirks, der als Projektleiter mit seinem Kollegen Thorsten Beck den Audioguide im JMB inhaltlich und konzeptionell betreute. Gemeinsam setzten sie in enger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Acoustiguide – einem Spezialisten für Audioguides mit 50-jähriger Erfahrung - und Apple die Idee einer interaktiven und gesprochenen Hörführung für das Museum um.

„Als klar war, dass wir einen Audioguide machen, wollten wir mit den Besten der Besten zusammenarbeiten und daher fiel unsere Wahl auf Apple und Acoustiguide“
Dr. Ulrich Klopsch, Geschäftsführer, Jüdisches Museum Berlin

Was zunächst so einfach klingt, verlangte im Detail viel Engagement und Einsatz aller Beteiligten. „Die Idee zum Audioguide und die ersten Arbeiten daran begannen vor einem Jahr. Acoustiguide übernahm die Projektkoordination und Programmierung des Museum Modes. Insbesondere die Programmierung war umfangreich, doch zum Glück wurden wir während der gesamten Projektphase immer von Apple unterstützt und bekamen Informationen aus erster Hand“, erläutert Dr. Christian Dirks. An der Umsetzung des Audioguide in acht Sprachen arbeitete ein ganzes Autorenteam, aufwändig wurden die Texte nicht einfach nur in alle Sprachen übersetzt, sondern jeweils sinnvoll adaptiert. Denn etwa Grundbegriffe des Judentums, die hierzulande erklärungsbedürftig sind, müssen beispielsweise in der hebräischen Version des Audioguide weniger erklärt werden. Umgekehrt müssen viele im Audioguide erzählte deutsch-jüdische Geschichten Nicht-Europäern anders erläutert werden. Neben der inhaltlichen Umsetzung wurde auch an Hardware-Innovationen gearbeitet. So wurde zum Beispiel eigens für die insgesamt 250 iPods, ein Ladesystem entwickelt, das es ermöglicht, die iPods immer einsatzbereit an die Besucher des Museums ausgeben zu können.

Mit dem Einsatz von iPods zeigt das JMB, wie Museen durch die Nutzung moderner Technik von Apple junge Zielgruppen ansprechen und den Besuchern zu einem intensiveren Erlebnis ihrer Ausstellung verhelfen können. Die einfache Bedienbarkeit, das große Display für die Darstellung von Fotos und Videos und die lange Akkulaufzeit machen iPods zum idealen Museumsführer. Und auch aus wirtschaftlicher Sicht lohnt sich die Anschaffung von iPods in Museen, denn die gesteigerte Attraktivität der Ausstellung sorgt auch für steigende Besucherzahlen und zufriedenere Besucher.

JMB on.tour

Schülerin mit iPod

Doch nicht nur im Jüdischen Museum Berlin macht der iPod Geschichte lebendig. Mit der Aktion „JMB on.tour“ setzte das Jüdische Museum Berlin den iPod diesen Sommer in Schulen in Deutschland ein. Auf dem Schulhof konnten sich Schüler spielerisch mit jüdischer Geschichte und Kultur auseinandersetzen, im Klassenzimmer kam der iPod zum Einsatz.

Jeder Schüler erhielt einen iPod und ausgedruckte Fotos. Zu den Fotos konnten sich die Schüler auf dem iPod Geschichten von Juden anhören, die über ihre Kindheit und Erfahrungen in Deutschland nach 1945 berichteten. So erlebten die Schüler die Geschichten viel direkter und durch das Hören über Kopfhörer auch viel persönlicher, als wenn sie ihnen nur von Dritten erzählt worden wären.

Und das wiederum gewährleistet einen nachhaltigen Lernerfolg.