Foster the People: Pumped Up Hits

„Dieses zweite Album ist viel ausgereifter als das erste“, so Foster. „Wir haben mehr Zeit, daran zu arbeiten, und mehr Ressourcen. Und wir sind als Band richtig zusammengewachsen. Wir probieren viel aus. Gestern haben die vier ohne mich den ganzen Tag gejammt. Ich hatte mir kleine Szenarios ausgedacht, wo sie z. B. alle 10 Minuten stoppen und mit was Neuem anfangen mussten.“

Während die Band ihre Klangexperimente ausweitet, hält Logic Pro alles zusammen. „In den letzten Monaten haben wir in unseren Sessions – ob bei Remixen für andere Künstler oder beim Schreiben eigener Stücke – viel mit Tricks in Logic herumexperimentiert und uns gegenseitig inspiriert. Das hat uns im Studio geholfen und ich hab das Gefühl, dass wir als Produzenten richtig gewachsen sind.“

Drum-Sessions

Da ein wichtiges Ziel für das Album darin besteht, verschiedene Percussion-Elemente ihrer Live-Shows aufzunehmen, haben Isom Innis und Mark Pontius in einem anderen Studio in LA „mit Unmengen von Drums“ zusammen gespielt. Innis, ein vielseitiger Percussionist, war von diesem Ansatz total begeistert. „Das war einfach fantastisch“, schwärmt er. „Wir hatten so viel Equipment. Eine riesige Konzert-Basstrommel. Sechs verschiedene Drum-Kits. Wir haben jedes einzelne Gerät intensiv ausprobiert.“

Während Pontius mit dem Schlagzeug zu einem Click Track spielte, um im Songtempo zu bleiben, hörte Innis mit einem DJ-Setup zu und gab Pontius Feedback in Echtzeit. „Je nachdem, was sich in den Räumen gut anhörte, sagte ich ihm, er solle seine Kick-Patterns und den Beat anpassen“, erklärt Innis.

Die dreitägige Session endete mit 180 GB Drum-Spuren, die zwei Ingenieure in Logic Pro verwalteten und trimmten. „Am Schluss hatten wir die unterschiedlichsten Styles“, so Innis. „Jetzt gehen wir Drum-Grooves und Samples durch und schneiden die besten vier- oder achttaktigen Phrasen heraus und machen Apple Loops daraus.“

Laut Innis ist die Logic Funktion zum Umwandeln von Regionen in Sampler-Spuren die Funktion, die während der Sessions am häufigsten zum Einsatz kommt. „Wir verwenden sie, um eigene Instrumente zu erstellen – ob beim Sampling anderer Platten oder unserer eigenen Performances. Für Drums, aber auch für Bass und Synthesizer, mache ich viele unterschiedliche Dinge damit.“ Foster stimmt zu und ergänzt: „Ich nutze es gern für den Gesang. Du nimmst einfach einen verunglückten Gesangspart, bearbeitest ihn mit einem Keyboard und schon klingt alles, wie es soll. Ich verwende die Samples als eine Art Percussion-Effekt.“

Die Band hofft, dass die intensive Zusammenarbeit im Studio einen anderen Sound für das neue Album bringen wird. Foster erzählt: „Wenn ich einen Song schreibe, fange ich immer mit den Drums an, aber ich habe es noch nie so wie jetzt gemacht, wo alle Drum-Samples intern von unseren Jungs generiert werden. Wenn alle Drum-Sounds geschnitten sind, kann ich die Loops, Beats und einzelnen Hits nehmen, ein EXS24 Drum-Kit draus machen und drumherum schreiben.“

Die Toolbox

Beim Schreiben und Performen von Songs verlässt sich die Band voll und ganz auf Software-Instrumente. Und da Foster seine Sounds gerne anpasst, macht er ausgiebig Gebrauch von der Möglichkeit, alle Plug-Ins, die den Sound ausmachen, als einen einzelnen Channel-Strip zu sichern. Jedes Setting kombiniert Software-Instrumente mit Effekt-Plug-Ins, die den Sound bilden. „Ich habe eine ganze Palette von Sounds, die ich verwenden oder leicht ändern kann“, sagt er.

Zum Erstellen von Sounds für das Album verwenden sie laut Innis auch ständig den EXS24 Sampler: „Ich weiß, dass viele andere Sampler den Sound verzerren können – aber nicht der EXS24. Der Bass in den Tracks klingt so klar, und die emotionale Ebene vermischt sich gut mit diesen synthetischen Drums. Leute, die sich damit auskennen, machen das die ganze Zeit – das ist wirkungsvoller, als man zunächst vielleicht denkt.“

Bei den ersten Bearbeitungen am neuen Material konnte Foster häufig Flex-Time nutzen, seine absolute Lieblingsfunktion in Logic, mit der er das Timing und Tempo der Spuren schnell bearbeiten kann. „Wenn ich Flex-Time nicht hätte, wär ich beim Entwickeln der Songs stark eingeschränkt. Eine Spur, an der ich arbeite, musste zwei Beats pro Minute schneller sein, aber wir hatten die Hörner und das Audiomaterial schon fertig. So haben wir sie einfach an das richtige Tempo angepasst.“

Mark Foster live. Foto: Andy Barron.

Vom Studio auf die Bühne

Auf ihrer aktuellen Welttournee verwendet die Band MainStage, um ihren vollen Studiosound auf die Bühne zu bringen. Dank MainStage kann die Band für ihre Performances einfach Racks mit kompliziertem Equipment gegen ein MacBook Pro tauschen. Und da MainStage die in den Logic Projekten verwendeten Plug-Ins und Einstellungen direkt öffnen kann, hört sich der Sound auf der Bühne so an wie im Studio.

„Wir können die meisten Synth-Sounds, die wir für Torches aufgenommen haben, nehmen und live spielen, anstatt ein anderes Keyboard verwenden zu müssen, um den Sound nachzubilden“, so Foster. „So haben wir exakt die Sounds, die für die Platte verwendet wurden. Das ist extrem wichtig für unsere Live-Show.“

Nach dem Ende der Tour im Sommer will die Band sofort zurück ins Studio, um das Album fertigzustellen. Foster meint dazu: „Kreativ gesehen hat die Band dieses Mal mehr Mitsprache. Und ich kann das Ergebnis kaum abwarten, denn es wird besser sein als alles, was ich mir alleine hätte ausdenken können. Ich hätte mich in einem Zimmer einschließen können, um dieses Album zu schreiben, aber ich weiß, wir machen eine viel bessere Platte, wenn alle dazu beitragen.“