Robert Leslie: Futter für die Medien
Eine der größten Herausforderungen für jeden Event-Fotografen ist und bleibt es, die unzähligen Aufnahmen zu sichten - das gilt für einen Einsatz am roten Teppich beim Filmfestival in Cannes ebenso wie bei der TED Konferenz in Monterey mit 100 Rednern. Danach müssen die Fotos umgehend an Presseagenturen, Online-Blogs und andere neue Medienformen gesendet werden. Weltweit ist die Gier der Medien nach Bildern von Prominenten geradezu unersättlich.
In diesem Umfeld ist der in London ansässige Fotograf Robert Leslie tätig. Auf der Suche nach einer Software, die ihn bei seinen Aufgaben effektiv unterstützt, fiel seine Wahl schnell auf Aperture. Schnelligkeit ist das A und O - sowohl beim Event selbst als auch danach. Und wenn der Auftrag lautet, unzählige Prominente bei ihrem Gang über den roten Teppich abzulichten, ist ein zuverlässiger und effizienter Workflow nach dem Aufnehmen unerlässlich.
Robert Leslie an seinem MacBook Pro.
"Das Fotografieren auf den Stufen vor dem Palais in Cannes ist immer eine besondere Herausforderung", so Leslie, "schon weil da noch 300 andere 'offizielle' Fotografen um mich herum sind. Eine Premiere zu später Stunde ist wegen der unterschiedlichen Lichtverhältnisse am Anfang des Teppichs, wo ich am liebsten stehe, noch schwieriger."
"Ich verwende gern ein 30 Jahre altes, manuelles Objektiv auf einem digitalen Gerät. Dadurch erhalten die Bilder eine nostalgische Note, und ich kann damit auch bei wenig Licht aufnehmen. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Aufnahmen unscharf oder über- bzw. unterbelichtet sind. Mit der bildschirmfüllenden Vorschauanzeige und der Zoomsteuerung von Aperture kann ich diese beiden potenziellen Fehlerquellen sofort prüfen."
Leslie, der gebürtiger Kanadier ist und sich selbst als Workaholic bezeichnet, arbeitet direkt für die italienische und amerikanische Ausgabe von Vanity Fair. Zu seinen weiteren Kunden gehören Magazine und Zeitschriften wie Paris Match, Harpers Bazaar, Conde Nast Traveller und die französische Vogue-Ausgabe. Immer nur an jeweils einem Bild zu arbeiten, ist deshalb nicht möglich. Die Aperture Unterstützung für den Export von Stapeln mit RAW-Dateien für einen vorab festgelegten Zweck erweist sich so als unbezahlbar.
"Bei einem wichtigen Event nehme ich ohne Weiteres tausende von Bildern auf, d. h. bis zu 100 GB an RAW-Dateien. Das war z. B. bei der TED 2007 der Fall. Etwa 900 davon lege ich als Auswahlbilder fest, und die mit der besten Bewertung werden direkt an Web-Sites und Presseagenturen gesendet. Mit intelligenten Ordnern kann ich die besten Aufnahmen sortiert nach Datum, Schlagwort oder beliebigen anderen Metadaten anzeigen, die mir sinnvoll erscheinen. Die Möglichkeit, so schnell zu suchen und eine Aufnahme zu finden, ist ein echter Vorteil. All dies mache ich dank meines MacBook Pro direkt vor Ort."
Auch in einem so unwirklichen Umfeld wie Cannes gibt es Bilder, die Einblicke in andere Szenen gewähren. Leslies Arbeit verlässt regelmäßig den Raum, in dem sich die Masse bewegt. Man hat das Gefühl, dass er mehr erfasst als seine Mitstreiter hinter den Absperrungen. Dies ist ein ganz charakteristisches Merkmal seiner Arbeiten.
Selten richtet er sein Augenmerk nur auf eine Person - die wahre Geschichte ergibt sich oft erst aus den Begleitumständen. Das bedeutet paradoxerweise, dass die Prominenten oft nur eine Nebenrolle spielen. Auf vielen seiner Bilder sind eben nicht nur die Stars zu sehen, sondern auch andere Fotografen.
"Früher habe ich eine Tasche voller Filme mit nach Cannes genommen und vielleicht weniger als 100 Reihen aufgenommen. Mit der digitalen Technologie nehme ich Nacht für Nacht mehrere tausend Fotos auf. Wo ich früher mit Vorsicht oder Zurückhaltung rangegangen wäre, kann ich mit Aperture frei experimentieren. Ich denke, meine Entscheidung, hauptsächlich als Event-Fotograf zu arbeiten, wurde in starkem Maße durch meinen Wechsel zur Digitalfotografie beeinflusst. Die Schnelligkeit und die Möglichkeit, dem Kunden innerhalb weniger Stunden eine Auswahl an Bildern zukommen zu lassen, hat die Art und Weise, in der ich arbeite, stark verändert."

