Mousse T.
...bis ich irgendwann gesagt habe:
„Ich trau mich mal"
Mousse T. im Studio mit PowerBook, Logic und iPod
Mustafa Gündogdu, besser bekannt als MOUSSE T., ist einer der erfolgreichsten deutschen Musikproduzenten, der mit seinen Songs wie z.B. „Horny“ und „Sexbomb“ internationale Erfolge feierte. Sein extrem gutes Gespür für die Stimmen nationaler und internationaler Künstler sowie für neue Trends setzt Maßstäbe in der internationalen Musikszene. MOUSSE T. liebt es, verschiedene Musikstile zu mischen. Dies beschert seinen Fans weltweit neue interessante Songs und Klangbilder.
Nach Veröffentlichung seines Albums „All Nite Madness“ und seiner zweiten Single-Auskopplung „POP MUZAK“ ist ihm mit der Engländerin Emma Lanford ein neuer Coup geglückt: „Right about now“ heißt seine jüngste Single, die – wie gewohnt – zielsicher die Charts erobert. Wir trafen den frisch gebackenen Papa in seinen Peppermint Park Studios in Hannover zum Gespräch.
Du hast als DJ begonnen – wann hast du angefangen mit Computern zu arbeiten und welche Computer waren das?
Ich habe als Musiker begonnen. 13 Jahre lang habe ich Orgel gespielt, irgendwann habe ich auch angefangen in Bands zu spielen und zu Hause per Overdub Technik Musik zu machen. Ich hatte zwei Tape Decks; auf das eine habe ich immer aufgenommen und abgespielt, von dem anderen dazugespielt, auf dem anderen wieder aufgenommen, also ganz billig. Das habe ich so lange gemacht, bis ich eine bestimmte Musik hatte, die am Ende total gerauscht hat, das war sehr lustig. Und irgendwann hatte ich meinen ersten Computer - lass mich überlegen - das muss der Commodore 64 gewesen sein mit dem Programm „Supertrack“. Da habe ich mich natürlich tierisch gefreut, dass ich nicht mehr mit der Overdub Technik arbeiten musste und ich zumindest MIDI-mäßig auch Sachen mitlaufen lassen konnte.
Siehst du dich eher als Musiker oder Produzent – mit welcher Rolle identifizierst du dich am ehesten?
Ich habe damals als Keyboarder angefangen. Nach dem Abitur habe ich aus Geldmangel als DJ gearbeitet. Ich hatte eine große Plattensammlung und es hat geklappt. Dann hat sich das Feld des Remixes für mich erschlossen. Ich habe irgendwann per Zufall den ersten Song geschrieben - wobei ich ja damals noch gar nicht wusste, dass das ein Song wird.... Unter das Dach des Musikproduzenten gehören viele Aufgabenbereiche: DJ, Songwriting, Geschäftsmann - theoretisch auch Psychologe. Man arbeitet eben mit Künstlern zusammen und da benötigst du viel Einfühlungsvermögen und gewisse Führungsqualitäten.
Du entscheidest auch welcher Musiker in welcher Produktion mitspielt?
Absolut. Das ist auch eine wichtige Sparte des Produzenten. Er muss genau wissen, wie er sein Musikstück später klingen lässt.
Du hast mit dem Commodore 64 begonnen zu arbeiten und dann auf Atari gewechselt?
Richtig. Vom Commodore auf Atari. Ich habe mit dem Atari in Kombination mit Cubase gearbeitet – das hat auch ´ne ganz lange Zeit gegrooved – ich glaube, dass ich sogar „Horny“ noch auf Atari gemacht habe. Das war 1997.
“Unter Mac OS X Tiger ist ein Power Mac G5 mit Logic hinsichtlich Stabilität und Leistung unschlagbar.”
— Mousse T.
Mit Bandmaschine oder schon Harddisc-Recording?
Nee, weder noch, aber mit 28.000 Akai-Samplern (lacht). Die Vocals habe ich immer auf 24 Spuren aufgenommen, die habe ich dann immer wieder zerhackt und im Akai Sampler gespeichert und von dort per MIDI abgespielt – das fand ich sexy. Das war aber auch harte Arbeit. Und - ganz ehrlich - ich bin ein bisschen traditionell. Auch als Logic schon veröffentlicht war, habe ich mir das erstmal angeguckt bis ich dann irgendwann gesagt habe: „Ich trau mich mal“. Es ist ein sehr psychologischer Moment, in dem du dich dazu entscheidest, ein „winning team“ einfach mal durch neues Equipment zu ersetzen.
Viele Leute um dich herum haben Logic wahrscheinlich auch schon genutzt?
Klar. Viele. Und ich fand es natürlich fantastisch, dass in Logic Audio und MIDI in einer Oberfläche zusammengefasst waren und dass das geklappt hat – wow. Aber ich habe immer Angst davor gehabt zu sagen: „Ade, Atari.“ Es lief ja alles gut. Ich bin aber dann 1998 – wahrscheinlich als einer der letzten – auf Logic umgestiegen. Und bin bis jetzt total happy! (lacht)
Und dann bist du gleich von Atari auf Apple Computer umgestiegen?
Ja, genau. Direkt auf Apple Computer. In Kombination mit Logic. Es haben halt alle Musiker mit professionellen Ambitionen mit einem Mac gearbeitet und dieser war dem Atari am ähnlichsten. Die Frage Mac oder PC stellte sich mir gar nicht erst.
Du setzt für deine Produktionen Logic Pro 7 auf dem Mac ein. Welche Vorzüge schätzt du besonders?
Ich finde, Logic ist sehr übersichtlich. Und im Moment geht es mir so, als wäre ich ein bisschen auf Goldgräbertum. Seitdem ich Logic User bin, schnappe ich mir auch hin und wieder das Handbuch. Toll ist natürlich, dass bei jedem Update immer wieder ein schickes Plug-In dabei ist. Man spürt Veränderung und das finde ich sehr schön. Eine meiner neuesten Entdeckungen ist z.B. Space Designer: Ich habe in allen Studios Lexicon 480 L Hallgeräte, habe diese gesampled und die Impulse Responses in den Space Designer geladen – das geht für mich schon gar nicht mehr ohne!
Das heißt Hardware-Einsatz wird immer weniger?
Richtig. Die Hardware Hallgeräte z.B. benutze ich kaum noch.

