Mousse T.
Komplett auf Basis von Logic

Wie viele Studios besitzt du hier unter einem Dach?

Das Konzept basiert darauf, dass wir keine One-man-Show haben. Ich bin vielleicht das bekannteste Pferd im Stall, aber wir wollen Produzenten aufbauen. Das sind Multiplikatoren. Ein Produzent kann mehrere Künstler gleichzeitig bedienen und das ist auch unser Anspruch als Label, Plattenfirma und Studio: wir wollen mehrgleisig fahren. Wir haben z.Zt. vier Produzenten-Teams. In der Mitte des Gebäudes haben wir einen großen wunderschönen Aufnahmeraum, der wirklich toll klingt. Um den Aufnahmeraum herum gibt es vier professionelle Studios, von denen ich eines ausschließlich für private Zwecke nutze. Eines davon ist der SSL-Raum, den wir auch an Fremdkunden vermieten. Ansonsten sind die Studios hier nur für uns selber gedacht. Im Studio 4 steht ein Pult, mit dem ABBA produziert hat. Darauf sind wir besonders stolz. Weiterhin haben wir fünf sogenannte „writer rooms“ eingerichtet. Das sind kleine Produktionsräume, die ebenfalls professionell ausgestattet sind. Hier arbeiten echte Freaks wie z.B. Sound-Frickler und Beat-Bauer sowie Songschreiber, die teilweise direkt den großen Studios zuarbeiten. Ich sage den Leuten einfach: „Hey, tobt euch aus!“ In diesen Studios suchen wir nach neuen jungen Talenten.

Diese Studios sind alle komplett mit Apple Computern und Logic ausgestattet?

Ja, komplett alle.

Sicherlich gibt es innerhalb der Peppermint Studios eine Vernetzung bzw. eine Kompatibilität. Wie transportiert ihr z.B. aus den writer rooms Songideen in die großen Studios, um sie dort weiterzuproduzieren?

Ich benutze dafür ganz dekadent meinen iPod als Hard-Disc (lacht). Wir haben alle notwendigen Leitungen legen lassen, als wir vor 4 Jahren eingezogen sind. Natürlich haben wir uns im Vorfeld Gedanken gemacht über das ganze Kabel- und Netzwerk und uns die Frage gestellt, wie wir auf lange Sicht hin gesehen kompatibel sein können. Wir haben das Netzwerk dann doch nie richtig verbunden, weil jeder Produzent seine eigenen Vorstellungen davon hatte, wie er gerne sein Equipment verkabelt.

Eine „Rund-um-Sorglos“-Verkabelung möchte ich jetzt das erste Mal probieren mit Logic 7.1. Da sind Features dabei, mit denen man Kapazitäten und Leistungen der Rechner voll nutzen kann. Ich prüfe derzeit eine endgültige Verkabelung - mittlerweile haben wir ein festes Produzenten-Team und dann macht eine engere Vernetzung einfach Sinn.

In der Anfangsphase war es doch öfter so, dass Produzenten kamen und gingen. Jetzt haben wir hier ein festes Team, von dem ich mir wünsche, mit den Leuten alt zu werden.

Habt ihr auch Pro Tools Systeme?

In Studio 1 haben wir das ProTools HD-System in Verbindung mit Logic auf dem PowerMac. Darauf legen einige Kunden großen Wert.

Welche Audio Hardware verwendet ihr sonst?

Neben ProTools Hardware arbeite ich auch sehr gerne – wahrscheinlich aus Lokalpatriotismus – mit den RME Karten. Und wir haben auch ein bis zwei MotU Interfaces hier rumfliegen - ich bin aber eigentlich mit den RME Karten ganz zufrieden. Die Macs leisten unglaubliches auf nativer Ebene. Unter Mac OS X Tiger ist ein Power Mac G5 mit Logic hinsichtlich Stabilität und Leistung unschlagbar.

Logic Pro 7 verfügt über 34 virtuelle Instrumente. Welche Rolle spielen diese für deine Arbeit und wie beurteilst du die Vorzüge virtueller Instrumente gegenüber herkömmlicher Hardware?

Gerade bei Klassikern wie Rhodes, Hammond, Wurlitzer oder Mellotron ist es wahrscheinlich Pflicht, das Original zu nutzen. Aber: wenn du als Songschreiber sagst „jetzt brauch ich das mal ganz schnell“ dann gehst du nicht in den Aufnahmeraum und baust drei Micros und einen Leslie auf und dann noch ein Wurli – das macht man einfach nicht, nur um mal schnell was zu probieren. Außerdem ist die Qualität schon so gut, dass du Sachen einspielst mit einer virtuellen Hammond EVB3 und das total echt klingt! Und gerade um schnell mal Song Ideen zu probieren ist es hilfreich und aus dem Produktionsprozess einfach nicht mehr wegzudenken. Es gibt für mich nur noch Unterschiede in ein oder zwei Synthesizern, die heutzutage angeboten werden – da höre ich den Unterschied. Und ganz ehrlich: Logic Instrument EVB3 Zwischen der echten alten Hammond und dem virtuellen Pendant von Logic gibt es für mich keinen Unterschied mehr. Ich finde es wichtig, dass diese Instrumente angeboten werden um – neben coolen Beat-Programmen wie Reaktor - auch die musikalischen Elemente im Zeitalter der Computer am Leben zu erhalten.

Setzt du Apple Produkte auch live ein?

Darüber muss ich mir im Vorfeld Gedanken machen, weil ich in einer Form live spiele, die wirklich sehr teuer ist. Mit 16 Musikern auf der Bühne und da gibt es keinen doppelten Boden, keine Sampler, keine Computer, kein gar nichts.

...eigentlich ja schön...

..ja klar, superschön. Aber dann gibt es auch Gigs, die ich gern in dieser Form machen würde, bei denen aber dann leider die Setups oft zu teuer sind. Und so denke ich natürlich genau über solche Sachen nach. Ich bin ehrlich gesagt kein Freund von Bühnenshows, bei denen die Künstler zwei Stunden vor dir auf der Bühne stehen und in den Bildschirm kucken – das ist für mich nicht live. Wenn allerdings jemand wie Herbie Hancock auf der Bühne ist, der einen Apple Computer auf der Bühne benutzt und selber auch live dazu spielt, dann funktioniert es. Und über so ein Setup denke ich gerade nach.

Nutzt du auch privat Apple Produkte und inwieweit werden diese eingesetzt?

Mein Privatleben sowie Beruf und Hobby gehen bei mir Hand in Hand. Ich habe ein PowerBook G4. Weil ich oft unterwegs bin ist z.B. iPhoto ein geniales Tool, wo ich von meinem kleinen Sohn natürlich jede Menge Fotos drauf habe. Ich beschäftige mich gerade mit iDVD und lerne, was man damit alles machen kann, aber da bin ich noch Anfänger.

Du hast gerade deine aktuelle Single „Right about now“ veröffentlicht. An welchen Projekten arbeitest du z.Zt. und verrätst du etwas über zukünftige Projekte, die du planst?

Die aktuelle VÖ ist die Single „Right about now“, das ist jetzt die dritte Single von meinem Album „All Nite Madness“. Das Album gibt es nicht nur Deutschland sondern weltweit und so bereise ich jetzt ein Land nach dem anderen – wie es gerade passt – und mache Promotion, das läuft sehr gut. Ich bin aber meinem Hauptberuf des Musikproduzenten nach wie vor treu. Das bedeutet, dass ich gerade das Roachford-Album abgeschlossen habe, was wir hier in den Peppermint Studios produziert haben. Außerdem werden wir die neue Single von Warren G. produzieren. Im Gespräch sind wir z.Zt. auch mit zwei ehemaligen Diven, Grace Jones und Sally Oldfield, das ist aber noch nicht ganz spruchreif.

der Menschheit genauso dazu und haben gleichermaßen eine Daseinsberechtigung.“