Das ist das Tolle an Logic. Du machst es dir entweder ganz einfach und verwendest alle Vorgaben und Einstellungen, oder du tauchst richtig in die Materie ein und produzierst etwas ganz Besonderes.

Paul van Dyk: DJ im digitalen Zeitalter

Nur wenige DJs ziehen Menschen so in ihren Bann wie Paul van Dyk. Anfänglich nur analog tätig - sein komplettes Material wurde auf unzählige Vinylscheiben gepresst -, arbeitet van Dyk seit etwa drei Jahren ausschließlich digital. Heute verzaubert er die Massen mithilfe mehrerer MacBook Pro Systeme mit Logic Studio und Ableton Live. Die Bezeichnung "DJ" trifft auf van Dyk eigentlich nicht mehr zu. Seine eigene Musik entsteht in Echtzeit wie bei jedem anderem Live-Musiker. Wenn er auflegt, verlässt er sich auf sein Gespür für die Stimmung im Publikum und auf seine Fähigkeiten als Produzent, um während jeder Performance spontan neue Tracks zu erstellen.

"Die gleiche Leidenschaft, mit der ich als DJ arbeite, habe ich in den letzten 15 Jahren auch für das Musikmachen entwickelt", erzählt er. "Das Größte ist es, beides kombinieren zu können. Ich kann meine Erfahrung als Produzent und mein Können als DJ kombinieren, um live etwas Neues zu schaffen. Wenn ich Musik spiele, ist das so viel intensiver, weil es einfach zur ganzen Atmosphäre, zum Augenblick, zum Set, zur Halle und zu den Leuten passt."

Paul van Dyk

Paul van Dyk hat sich auch als Produzent einen Namen gemacht. Er gilt als einer der Vorreiter elektronischer Dance-Musik. Seine Songs stürmten nicht nur die Dance-Charts, sondern auch die Pop-Charts und wurden sogar für Videospiele genutzt. Er hat Remixe für Depeche Mode, Justin Timberlake, Britney Spears und viele andere Interpreten produziert. Mittlerweile entsteht seine ganze Musik auf Mac Computern mit Logic Studio und Ableton Live. "Seit ich angefangen habe, Musik zu machen, arbeite ich mit Macs", erzählt er. "Ich verwende sie im Studio und auch unterwegs. Ich habe meine Macs immer dabei gehabt. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil meiner Musik."

Im Studio

Wenn van Dyk nicht unterwegs ist, ist er in seinem Berliner Studio mit der Arbeit an seinen Songs beschäftigt. In diesem Labor für elektronische Musik finden sich zahlreiche ältere Analoggeräte und die neusten Mac Computer mit Logic Studio. Herzstück seines Equipments ist Logic Pro 8 - für ihn Ausgangspunkt, Studio-Recorder, Mixer und Effektverarbeitung in einem. Das Programm arbeitet zudem auch problemlos mit den älteren Geräten zusammen, die van Dyk im Lauf der Jahre eingesetzt hat. "Meine Musikproduktion beginnt in Logic", erzählt er. "Als Erstes lege ich die Geschwindigkeit fest und nehme dann einen tollen Drum-Loop, um Rhythmus reinzukriegen. Dann kommen ein paar Akkorde, ein paar Basslines oder Klavierelemente hinzu - sowas in der Art. Wenn ich das Gefühl habe, dass meine musikalische Idee funktioniert und ich sie spüren kann, arbeite ich das Ganze mit Drum-Programmierung und besseren Bassline-Sequenzen weiter aus."

Van Dyk verwendet Sounds aus der Logic Studio Bibliothek und nimmt mit seinen älteren Geräten Riffs auf. "Die meisten Sachen sind keine Samples, sondern durchweg angepasste Synthesizer. In Logic verwende ich z. B. ES1, ES2 und EVP88." Großartige Instrumente spielen eine wichtige Rolle, aber ganz entscheidend ist es, genau die richtigen Instrumente für einen Song zu finden. Und auch dafür hat Logic Studio die Lösung. "Für die Suche nach dem richtigen Sound bietet das Programm die perfekte Umgebung", so van Dyk. "Man kann ganz in die Synthesizer eintauchen, ganz unterschiedliche Klänge nehmen und in der Bibliothek genau das finden, was man braucht. Hat man es gefunden, gibt es jede Menge Möglichkeiten, daraus einen einzigartigen Song zu produzieren. Du kannst Filter verwenden, z. B. ein Gate drübersetzen oder es durch mehr Tonumfang oder Komprimierung knackiger machen, damit es aus den anderen Elementen hervorsticht."

Logic gibt van Dyk die Flexibilität, die er braucht, um seine Musik zum Leben zu erwecken. "Das ist das Tolle an Logic", so van Dyk. "Du machst es dir entweder ganz einfach und verwendest alle Vorgaben und Einstellungen, oder du tauchst richtig in die Materie ein und produzierst etwas ganz Besonderes. Es ist flexibel und man kann damit genau das erreichen, was man machen will."

Remixing in Echtzeit

Wie seine Musik entsteht, blieb den Fans von van Dyk lange Zeit verborgen, bis er sein Studio auf die Bühne brachte. Bei der Tour für sein letztes Album "In Between" arbeitete er mit zwei 17" MacBook Pro Systemen, auf denen Logic Studio und Ableton Live liefen. "Auf einem Computer befindet sich die Audiobibliothek, auf dem anderen die Software-Synthesizer für das Sequencing. Die Computer sind mit einem Interface und einem Allen & Heath 3D-Mixer miteinander verbunden, der gleichzeitig als MIDI-Controller fungiert. Ich habe 19 Software-Synths installiert und habe zwei MIDI-Keyboards, sodass ich viele Sachen live spiele. Ich habe auch einen UC-33 Controller, einen Akai Controller und einige andere Geräte, die ich auf der Bühne spielen kann. Mit all diesen Geräten kann ich wirklich verrückte Sachen machen."

Genau betrachtet mischt van Dyk seine Titel live neu ab und passt sie je nach Stimmung entsprechend an. "Ich könnte deinen Lieblingssong spielen, und es würde völlig anders klingen - andere Bässe, andere Drums", so van Dyk, "aber es würde genau in dem Moment einfach so viel besser klingen."

Ein neuer Remix entsteht häufig aus dieser spontanen Eingebung. "Einige der Remixe, die ich in den letzten Jahren gemacht habe, sind im Grunde entstanden, indem ich einen bestimmten Titel live gespielt habe", erzählt van Dyk. "Das, was ich live gemacht habe, habe ich dann im Studio reproduziert, und schon war es ein Remix. Die Live-Auftritte beeinflussen die Produktionsarbeit und umgekehrt. Wenn man für einen Remix ins Studio geht, denkt man viel darüber nach. Wenn er vor Publikum entsteht, ist er ein Teil des Ganzen, ein Produkt des Moments. Man denkt nicht groß darüber nach, sondern lässt sich von der Stimmung beeinflussen. Man macht vielleicht Sachen, auf die man im Studio nie kommen würde, weil man einfach so drin ist. Das ist sehr inspirierend."

Das ist kein Vergleich zu den alten Vinylzeiten. "Ich habe jetzt so viel zu tun, wenn ich auflege", sagt van Dyk. "Neulich habe ich mich gefragt, was ich früher eigentlich gemacht habe, nachdem die Platte einmal lief? Acht Minuten dagesessen und bis zur nächsten Scheibe gewartet? Wie langweilig."

Unvereinbare Musikstile?

Van Dyk sucht ständig neue Herausforderungen. Er hat deshalb in letzter Zeit häufig mit bekannten Popstars zusammengearbeitet, um Remixe zu erstellen, die seine eingefleischten Fans und das Massenpublikum gleichermaßen überzeugen. "Einen Remix für Größen wie Depeche Mode, Justin Timberlake oder Britney Spears zu erstellen, ist nicht so einfach", so van Dyk. "Die Fans von Justin Timberlake finden nicht unbedingt Gefallen an den Elementen, die ich in meinem Remix verwende. Auf der anderen Seite stehen meine Fans der Musik von Timberlake nicht so aufgeschlossen gegenüber, weil sie sie nicht gewohnt sind. Man versucht also, diese beiden Welten zu kombinieren, einen Kompromiss zu finden, der beiden Seiten gerecht wird. Das ist eine echte Herausforderung, aber es hat mir wirklich Spaß gemacht."

Vor Kurzem hat er einen Remix für die Single "Moving to New York" von den Wombats produziert. Auf den ersten Blick eine nicht ganz alltägliche Kombination unterschiedlicher Musikrichtungen, aber van Dyk mochte den Sound der Band. "Es war ziemlich schwierig, den Sound der Wombats in meine Musikrichtung zu übertragen", erzählt er. "Von allen Remixen war das sicher meine bisher schwierigste Aufgabe, aber ich wollte es unbedingt machen, weil ich die Band sehr mag."

Paul van Dyk

Remixing - das ist für van Dyk die Verschmelzung verschiedener Musikstile, um mitreißende Rhythmen zu entwickeln. Es ist ein Vorgang, der Produzenten und Interpreten aller Musikrichtungen fesselt. "Es gibt immer Menschen, die offen für Neues sind und sich von neuen Einflüssen und Ideen inspirieren lassen", so van Dyk. "In den letzten zwei, drei Jahren haben immer mehr Popkünstler Sounds in ihre Songs eingebaut, die traditionell meinem Musikumfeld zuzuordnen sind. Die Leute merken, dass die elektronische Musik ein unglaubliches Potenzial für die kreative Entfaltung bietet. Das ist fantastisch."

Auf der Überholspur

Van Dyk tourt weiterhin für sein Album "In Between" auf der ganzen Welt, und auch seine Club-Auftritte laufen wie geplant. Trotz all der Hektik hat er es dennoch geschafft, vier neue Songs zu machen. "Ich bin noch nicht so weit, dass ich schon wieder an ein komplettes Album denke, aber mir fallen trotzdem neue Titel ein", so van Dyk. "Mit meinen Macs und meinem Live-Equipment kann ich auch unterwegs auf Tour Neues ausprobieren, und das heißt, dass ich mehr Musik machen kann. Wenn ich wieder in meinem Studio in Berlin bin, habe ich jede Menge Material, an dem ich arbeiten kann."

Auch auf der Bühne hat er viel zu tun. Sein Live-Equipment entwickelt sich ständig weiter, was für ihn mehr Flexibilität und ein höheres Maß an kreativer Freiheit bedeutet. "Es verändert sich ständig", sagt van Dyk. "Wenn mich vor fünf Jahren jemand gefragt hätte, ob ich mit Computern und Software-Synthesizern auf der Bühne stehen und live mit speziellen Mixern, MIDI-Mapping und all diesen Sachen spielen würde, hätte ich ehrlich gesagt wohl eher verneint. Die Software und die Tools werden immer besser. Die Zukunft der elektronischen Musik ist wirklich spannend, und meine Macs werden ein Teil dieser Zukunft sein."

 
 
 
 

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