Drum-Kit-Aufzeichnung mit Logic Studio
Für einen vollen Klang mit vielen Nuancen und sauberen Beats müssen Sie Drum-Kits nicht zwangsläufig in einem großen Studio aufnehmen. Selbst in einem einfachen Probenraum können Sie mithilfe einiger cleverer Aufnahmetricks Raumklang und Tiefe erzeugen. Im Folgenden erfahren Sie Näheres zum Positionieren von Mikrofonen für ein Standardschlagzeug, und Sie erhalten praktische Tipps zur Aufzeichnung von Drum-Kits mit Logic Studio.
Wählen Sie zunächst den Ort, an dem Sie das Schlagzeug aufstellen wollen. (Der Einfachheit halber wird hier von einem Standardschlagzeug ausgegangen: Bass-Drum, Snare-Drum, Stand-Tom, Hänge-Toms, Hi-Hats, Crash-Becken und Ride-Becken.) Es kann sich um einem beliebigen Ort handeln - ein Studio, einen Kellerraum, eine Garage. Wählen Sie den Ort wegen seiner Akustik, oder genauer gesagt wegen der Art und Weise, in der das Schlagzeug in ihm klingt. Verfügt der Raum über eine interessante Akustik, so können Sie diese in Ihrer Aufnahme aufzeichnen.
Die Drum-Kit-Aufzeichnung mit Logic Pro bietet den großen Vorteil, dass die Anzahl der Spuren praktisch keine Rolle spielt. Sie können sehr viele verschiedene Mikrofone verwenden und müssen nicht bereits im Voraus festlegen, welche Spuren zusammengefasst werden sollen. Vielmehr können Sie später entscheiden, Spuren beispielsweise überhaupt nicht zu verwenden oder zu kombinieren. Damit bleiben Ihnen unzählige kreative Möglichkeiten offen.
Sie können Mikrofone vor und hinter dem Schlagzeug positionieren, um den Raumklang aufzunehmen. Logic bietet Ihnen dabei die Möglichkeit, die "Größe" des Raums zu verändern. Klatschen Sie in einem großen Raum in die Hände: Sie werden feststellen, dass der Klang leicht verzögert zu hören ist. Diesen Effekt können Sie mit Logic Pro erzielen, indem Sie eine kleine Verzögerung von etwa 5 bis 10 Millisekunden hinzufügen. Wählen Sie im Arrangierfenster einfach die Spuren mit den Umgebungsgeräuschen aus und verwenden Sie den Parameter "Verzögerung" im Informationsfenster, um den Wert für die Verzögerung zu erhöhen oder verringern.
Durch Experimentieren können Sie herausfinden, wie groß die Verzögerung für den gewünschten Effekt sein muss. Im oben genannten Fall wird durch den akustischen Effekt der Eindruck erweckt, der Raum sei größer als er tatsächlich ist. Durch Verringern dieser Einstellung um 5 bis 10 Millisekunden können Sie den Effekt auch umkehren, sodass der Raum kleiner wirkt.
Zwei Overhead-Mikrofone, die auf beiden Seiten des Schlagzeugs platziert werden, tragen zum gewünschten Stereoklang bei und können in erster Linie verwendet werden, um die Becken aufzunehmen.
Im Allgemeinen ist es üblich, jedes Tom mit einem Kondensatormikrofon zu verstärken. Sie könnten die Snare- und die Bass-Drum aber auch mit je zwei Mikrofonen verstärken, um den Sound von oben, unten, hinten und vorne aufzunehmen. Bei der Bass-Drum ist dies eigentlich nur erforderlich, wenn sie nicht an der Vorderseite bespannt ist. In diesem Fall können Sie ein Mikrofon auf einem Kissen in die Öffnung legen, um das Geräusch aufzunehmen, das der Pedalschlegel auf dem Schlagfell erzeugt. Der Trick dabei ist, die beiden Mikrofone an Bass- und Snare-Drum in Logic mit Phasenumkehr aufzunehmen. Wählen Sie eine der Bass-Drum- und/oder Snare-Drum-Spuren im Arrangierfenster aus und verwenden Sie den Channel-Strip auf der linken Seite, um dieser Spur ein Effekt-Plug-In hinzuzufügen. Wählen Sie "Utility" > "Gain" und klicken Sie im Plug-In für den Pegel auf "Phase Invert" (Phase invertieren) .
Ein weiterer Punkt: Weil sowohl das untere Snare-Mikrofon als auch das Mikrofon auf der Pedalseite der Bass-Drum hochfrequente Töne aufnehmen, lassen sich hiermit bei der Nachbearbeitung idealerweise zusätzliche Samples erstellen (etwa, wenn die Bass-Drum-Aufnahme nicht optimal ist).
Wenn die Anzahl der verfügbaren Kanäle eingeschränkt ist (da Sie beispielsweise Ressourcen und/oder Festplattenspeicher reduzieren, Arbeiten auf ein Notebook übertragen oder einfach Balance und Abmischung vereinfachen möchten), können Sie Spuren zusammenführen. Eine Möglichkeit besteht zum Beispiel darin, die Mikrofone für die Umgebungsgeräusche mit den Overhead-Mikrofonen zu einem Stereopaar zu kombinieren. Dies ist sogar während der Session möglich, indem Sie die betreffenden Mikrofone in Logic gruppieren und in einem freien Spurpaar aufnehmen (die Balance lässt sich nachträglich bei der Abmischung anpassen). Ändern Sie die Zuordnung der Ausgabe für alle Spuren, die Sie auf einem leeren Bus kombinieren wollen, z. B. Bus 16. Klicken Sie dann auf "Neue Spuren", um eine neue Spur zu erstellen. Achten Sie darauf, dass Sie denselben Bus, in diesem Beispiel Bus 16, für die Eingabe wählen. Durch Klicken auf die Aufnahmetaste zeichnen Sie jetzt alle Spuren, die Sie an diesen Bus gesendet haben, in einer neuen Stereospur auf.
Dies ist wichtig, weil die Backing-Spuren logischerweise geändert werden müssen, wenn Vokalspuren - oder auch Spuren mit höheren Frequenzen - eingerichtet werden. Wenn Sie mit einem Notebook arbeiten, könnten Sie z. B. die Stereobalance aller Drums als "Arbeitsspur" definieren, d. h., Sie reduzieren vorübergehend die Ressourcen, indem Sie die Drums zusammenfassen. Ein weiterer Vorteil: Bei einer Neuvertonung des Gesangs bleibt die Kopfhörerlautstärke immer gleich, was für den Sänger sehr hilfreich sein kann.

