Wenn Unternehmen mit uns zusammenarbeiten möchten, müssen sie sich zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichten.

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Arbeiter entspannen bei einer Pause in einem Werk in Shanghai, China.

Wir arbeiten daran, unethische Beschäftigung und Ausbeutung zu stoppen, auch wenn die Gesetze vor Ort sie erlauben. Wir bemühen uns auch weiter, überlange Arbeitszeiten abzuschaffen. Und wir fördern die verantwortungsvolle Gewinnung von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold.

Highlights aus unserem Bericht 2014

Erfassung der wöchentlichen Arbeitsstunden von über einer Million Arbeitern in unserer Lieferkette.

Auf Betreiben von Apple haben unsere Zulieferer eine maximale Arbeitszeit von 60 Stunden pro Woche zu 95 % eingehalten.

Start eines Projekts zur Förderung der Verantwortung von Berufsschulen, die Praktikanten in Produktionsstandorten unserer Zulieferer beschäftigen.

Bei 33 Sonderinspektionen an Standorten mit ausländischen Arbeitern wurde geprüft, ob diese fair behandelt werden.

Zulieferer wurden veranlasst, 3,9 Millionen US-Dollar an überhöhten Vertragsgebühren an Arbeiter aus anderen Ländern zu erstatten.

Im Januar 2014 wurde bestätigt, dass externe Prüfer alle aktiven und identifizierten Tantalwerke in unserer Lieferkette als konfliktfrei bewerten.

Veröffentlichung einer Liste der Schmelzhütten und Veredlungsbetriebe, von denen wir Zinn, Tantal, Wolfram oder Gold beziehen, um zu zeigen, welche als konfliktfrei bewertet wurden.

Alle Highlights für 2014

Überlange Arbeitszeiten verhindern.

Wochenarbeitszeiten von über 60 Stunden sind ein andauerndes Problem in der Elektronikbranche. Die Reduzierung exzessiver Arbeitszeiten hat für Apple weiterhin Priorität. Wir begrenzen die Wochenarbeitszeit, von besonderen Umständen abgesehen, auf maximal 60 Stunden. Überstunden dürfen nur auf freiwilliger Basis geleistet werden. Um alle, die unsere Produkte herstellen, vor überlangen Arbeitszeiten zu schützen, überwachen wir jede Woche die Arbeitsstunden von über einer Million Menschen in unserer Lieferkette. Dieses Programm haben wir bereits 2011 gestartet.

Arbeitszeiten sind für Apple und unsere Zulieferer oft schwer zu planen. Trotzdem müssen die Zulieferer uns vorab informieren, wenn die Produktionspläne lange Arbeitszeiten erforderlich machen. So wissen wir frühzeitig über Probleme Bescheid und können mit dem Zulieferer und den Beschaffungsteams von Apple zusammen die beste Lösung finden.

Als Ergebnis dieser gemeinsamen Anstrengungen konnten unsere Zulieferer 2013 die Vorgaben über alle Arbeitswochen gesehen im Schnitt zu 95 % einhalten. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit für alle Mitarbeiter lag unter 50 Stunden. 2013 überwachten wir auch Mitarbeiter, die mindestens 40 Stunden arbeiten. Dabei stellten wir eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 54 Stunden fest. Über 97 % aller Arbeitswochen erfüllten unsere Forderung von mindestens einem Ruhetag alle sieben Tage.

Die Zulieferer hielten sich 2013 im Schnitt zu 95 % an unser vorgegebenes Maximum von 60 Arbeitsstunden pro Woche, das sind 3 % mehr als 2012.

Schutz von Werkstudenten vor Ausbeutung.

Mittelschulabsolventen haben in China mehrere Möglichkeiten: Sie können ins Arbeitsleben einsteigen, eine Ausbildung an einer weiterführenden Schule und einer Hochschule beginnen oder sich an einer Berufs-/Handelsschule anmelden. Berufsschulen setzen üblicherweise die Absolvierung eines Berufspraktikums voraus. Allerdings lassen diese Schulen oft nicht die notwendige Sorgfalt walten, wenn es darum geht, den Schülern geeignete Praktika zu vermitteln oder sie angemessen zu betreuen.

Im besten Fall bieten die Schulen den Schülern eine nützliche betriebliche Ausbildung und wirtschaftliche Chancen. Aber im schlimmsten Fall fungieren die Schulen eher als Arbeitsvermittler, die Arbeiter rekrutieren, um den Bedarf der Fabriken zu decken, ohne Rücksicht auf den Bezug zur Ausbildung.

Wir halten es für wichtig, Schülern und Studenten hochwertige Praktikumschancen zu bieten. Der Mangel an verfügbaren Daten macht es allerdings für Schüler, Elektronikunternehmen und Zulieferer schwer, die Qualität dieser Schulen zu beurteilen. 2013 führte Apple mit dem Rural Education Action Program (REAP) der Stanford University sowie mit Dell Inc. ein Projekt durch, mit dem Ziel, unsere Zulieferer mit vertrauenswürdigen Schulen zusammenzubringen, die Verantwortlichkeit von Berufsschulen zu fördern und die Qualität der Ausbildung von Praktikanten zu verbessern. Zusammen werten wir die Ausbildung und Leistung der Praktikanten aus. Dabei erfassen wir die Werte von über 12.000 Schülern aus über 130 Schulen von 2013 bis 2014. Mit diesen Daten wird dann die Ausbildungsqualität jeder einzelnen Schule ausgewertet. Wir entwickeln außerdem Tools, die Personalmanagern in Zuliefererwerken helfen, verantwortungsvoll und systematisch die Qualität der Schulen bei Einstellungen zu bewerten. Diese Tools werden öffentlich zugänglich gemacht, sodass alle Schüler – also nicht nur die Praktikanten, die für Apple Zulieferer arbeiten – bessere Entscheidungsgrundlagen haben, wenn sie sich bei einer Berufsschule anmelden oder einen Praktikumsplatz suchen.

Apple Zulieferer, die Praktikanten beschäftigen, müssen noch weitere Standards erfüllen. Sie müssen sicherstellen, dass das Ausbildungsprogramm den Ausbildungszielen ihres Praktikanten entspricht. Die Arbeitszeiten der Schüler müssen mit den Unterrichtszeiten der Schule vereinbar sein. Zulieferer, die viele Schüler und Studenten beschäftigen, müssen an unseren Programmen zur Werkstudentenausbildung teilnehmen.

Von über 12.000 Schülern aus mehr als 130 Schulen werden die Leistungen in Schule und Praktikum ausgewertet.

Nach unserem Wissen ist Apple führend in der Förderung von Werkstudenten und kooperiert eng mit den Zulieferern, um praxistaugliche Standards und innovative Strategien für deren Schutz umzusetzen. Wir arbeiten mit Apple daran, die Qualität von Berufsschulen zu bewerten – denn von dort kommen die meisten Werkstudenten in China. Die Veröffentlichung der Resultate hilft nicht nur Apple bei der Auswahl der besten Schulen als Partner, sondern auch den Personalmanagern in der gesamten Branche, ihre Mitarbeiter zu schützen und auszubilden. Scott Rozelle, Direktor, Rural Education Action Program Stanford University

Eine Basis für ethisch verantwortungsvolle Beschäftigung schaffen.

Arbeiter im Alter von 16 bis 18 Jahren, Werkstudenten und ausländische Vertragsarbeiter schützen wir mit zusätzlichen Maßnahmen. 2013 haben wir die Programme zur Bekämpfung von Kinderarbeit und zur Ausbildung von Werkstudenten weiter ausgebaut und sie zu einem übergreifenden Programm für ethisch verantwortungsvolle Beschäftigung zusammengeführt. Das neue Programm umfasst Tools und Trainings, die unseren Zulieferern helfen sollen, die Ausbeutung dieser Arbeiter zu verhindern.

2013 besuchten Vertreter von 64 Zulieferern mit insgesamt über 240.000 Mitarbeitern das Training für ethisch verantwortungsvolle Beschäftigung. Das Programm bietet Anleitungen zu bewährten Verfahren im Personalbereich, wie etwa Personalplanung und Stellenbesetzung, und betont die ethisch verantwortungsvolle Akquise und Verwaltung von Arbeitskräften aller Art. Das Training behandelt schwerpunktmäßig das Anwerben und Verwalten von Werkstudenten, Leiharbeitern und minderjährigen Arbeitern, den Umgang mit privaten Arbeitsagenturen sowie die Prävention und Beseitigung von Kinderarbeit.

Vertreter von 64 Zuliefererwerken absolvierten 2013 unser Training für ethisch verantwortungsvolle Beschäftigung.

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Manager von Zulieferern beim Apple Training zum Thema Werkstudenten in Shanghai, China.

Kinderarbeit verhindern.

Unsere Haltung zu Kinderarbeit ist klar: Wir dulden sie nicht und wir arbeiten daran, sie in unserer Branche zu beseitigen. Jeder Zulieferer, bei dem Kinderarbeit festgestellt wird, agiert von da an zunächst auf Bewährung. In besonders extremen Fällen beenden wir die Geschäftsbeziehung. Wir nutzen umfassende Kontrollen zur Aufdeckung von Kinderarbeit, darunter die Durchsicht von Tausenden Arbeitsdokumenten. Dabei werden Eintritts- und Geburtsdatum der Beschäftigten verglichen, um sicherzustellen, dass sie zum Zeitpunkt der Einstellung nicht minderjährig waren. Wir achten bei Betriebsbesichtigungen auch auf Anzeichen für Kinderarbeit. Wir führen persönliche Gespräche, um die Identität der Arbeiter anhand von Ausweisfotos zu prüfen. Und wir stellen Fragen zur Rekrutierung und Bewerberauswahl des Unternehmens.

2013 kontrollierten wir unsere Lieferkette intensiver als je zuvor und führten dabei 451 Überprüfungen von Zuliefererwerken durch, die zusammen fast 1,5 Millionen Arbeiter beschäftigen. Bei den Kontrollen wurden 23 Arbeiter ermittelt, die bei Einstellung minderjährig waren – deutlich weniger als im Jahr davor.

Im Rahmen unseres Programms zur Beseitigung von Kinderarbeit müssen Zulieferer, bei denen Verstöße gegen die Regeln zur Kinderarbeit festgestellt wurden, die Minderjährigen wieder zurück in die Schule schicken, ihre Ausbildung an einer von ihren Familien ausgesuchten Schule finanzieren und ihnen weiter ein Gehalt in Höhe dessen zahlen, was sie als Arbeiter erhalten haben. Wir überprüfen auch regelmäßig, ob die Kinder an der Schule bleiben und ob die Zulieferer ihren finanziellen Verpflichtungen weiterhin nachkommen.

Programm zur Beseitigung von Kinderarbeit

Zulieferer müssen: Minderjährige Arbeitskräfte wieder zur Schule schicken. Ihre Ausbildung finanzieren. Weiterhin Gehalt zahlen.

Kampf gegen überhöhte Anwerbungsgebühren und Schuldknechtschaft.

In Ländern, in denen Arbeitskräfte knapp sind, nutzen Hersteller oft komplexe Netzwerke mit externen Vermittlern, die ihnen helfen, Arbeiter für ihre Fertigungsstätten zu finden. Diese Agenturen rekrutieren auch Vertragsarbeiter aus anderen Ländern. Die Arbeitsvermittlungsagenturen arbeiten oft mit mehreren Unteragenturen, und manchmal verlangt jede Agentur von den Arbeitern Gebühren für die vermittelte Beschäftigung. Für viele Arbeiter bedeutet das, dass sie sich hoch verschulden müssen, noch bevor sie ihre Arbeitsstelle antreten. Zum Begleichen dieser Schulden müssen sie einen Großteil ihres Lohns an die Personalvermittler abtreten und bis zur Begleichung der Schulden in diesem Arbeitsverhältnis bleiben. Für uns stellen überhöhte Vermittlungsgebühren – alles was über einen Nettomonatslohn hinausgeht – eine Form der Schuldknechtschaft dar und sind laut unserem Verhaltenskodex für Zulieferer strengstens untersagt.

Apple verlangt von den Zulieferern die Rückzahlung überhöhter Anwerbungsgebühren an jeden qualifizierten Vertragsarbeiter, der an Aufträgen für Apple arbeitet. Wir drängen darauf, dass unsere Zulieferer im ganzen Unternehmen diesen Standard einhalten, auch in Bereichen mit Arbeitern, die nicht mit der Fertigung von Apple Produkten beschäftigt sind. Seit 2008 haben unsere Zulieferer Rückzahlungen in Höhe von insgesamt 16,9 Millionen US-Dollar an Vertragsarbeiter geleistet, davon allein 3,9 Millionen US-Dollar im Jahr 2013. Wir wissen, dass Betriebe in bestimmten Ländern stärker dazu neigen, ausländische Vertragsarbeiter einzustellen. Deshalb führen wir dort gezielte Prüfungen zu Schuldknechtschaft durch. Und wir helfen den Betrieben, ihre Verwaltungssysteme und -praktiken anzupassen, damit sie unsere Standards erfüllen. Bei Folgekontrollen stoßen wir kaum noch auf Fälle von Schuldknechtschaft. Das macht uns zuversichtlich, mit der Kombination aus strengen Richtlinien und rigorosen Kontrollen einen wichtigen Schritt zur Lösung dieses Problems gemacht zu haben.

Unsere Zulieferer haben seit 2008 fast 17 Millionen US-Dollar an überhöhten Vermittlungsgebühren an Vertragsarbeiter zurückgezahlt.

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Ein Prüfer befragt Arbeiter an einem Standort im chinesischen Shenzhen.

Verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung.

Die ethisch verantwortungsvolle Beschaffung dieser Rohstoffe ist ein wichtiges Element unserer Mission für sichere und faire Arbeitsbedingungen für jede Person in unserer Lieferkette. Wir waren eines der ersten Unternehmen, das Zulieferer dahingehend kontrolliert hat, mit welchen Schmelzhütten sie arbeiten, um potenzielle Einfallstore für Konfliktmineralien zu erkennen. Wir drängen bei Hüttenwerken und Raffinerien auf Einhaltung des Conflict-Free Smelter Program (CFSP) oder eines entsprechenden externen Überwachungsprogramms. Anstatt völlig auf Rohstoffe aus dem Kongo und dessen Nachbarländern zu verzichten, unterstützen wir verifizierte Lieferwege und die wirtschaftliche Entwicklung in der Region.

Im Januar 2014 konnten wir bestätigen, dass alle aktiven und identifizierten Tantalwerke in der Lieferkette von Apple von externen Prüfern als konfliktfrei bewertet wurden. Wir werden weiterhin von all unseren Zulieferern verlangen, dass sie Tantal ausschließlich aus entsprechend verifizierten Quellen beziehen. Wir wissen, dass Lieferketten Fluktuationen unterworfen sind, und wir werden deshalb auch weiterhin die Schmelzhütten unserer Zulieferer überwachen.

Bei Zinn, Wolfram und Gold nutzt die Elektronikindustrie nur einen geringen Prozentsatz dieser Mineralien. Wir glauben, der einzige Weg, Menschenrechtsverletzungen vor Ort entgegenzuwirken, liegt in der Zusammenarbeit mit einer kritischen Masse von als konfliktfrei verifizierten Schmelzwerken, damit die Nachfrage nach Rohstoffen aus fragwürdigen Quellen versiegt. Wir konzentrieren uns auf die Ausdehnung unserer Basis verifizierter Schmelzwerke, anstatt unseren Bedarf allein über eine begrenzte Zahl verifizierter Anbieter zu decken, oder nur über solche, die ihre Rohstoffe nicht aus dem Kongo beziehen. Wir arbeiten direkt mit diesen Werken zusammen und besuchen viele davon auf der ganzen Welt, um sie zur Teilnahme am CFSP zu motivieren. Um die Nachhaltigkeit zu fördern und allen Interessengruppen die Möglichkeit zu geben, unsere Fortschritte zu verfolgen, veröffentlichen wir vierteljährlich Name, Land und CFSP-Teilnahmestatus der Schmelzwerke und Raffinerien in unserer Lieferkette. PDF laden

Wir arbeiten auch weiter mit Gewerkschaftsgruppen, NROs, staatlichen Agenturen und anderen zusammen. So erhalten wir den Druck aufrecht und treiben reale Veränderungen voran. Vor Ort unterstützen wir Programme wie die Conflict-Free Tin Initiative (CFTI), KEMET’s Partnership for Social and Economic Sustainability, Solutions for Hope und die Public-Private Alliance (PPA).

Unsere Arbeit für die nachhaltige Rohstoffbeschaffung ist nicht auf Afrika beschränkt. Ein Großteil des weltweit verarbeiteten Zinns – einschließlich des Zinns in Apple Produkten – kommt von den Inseln Bangka und Belitung, die zu Indonesien gehören. Als bekannt wurde, dass der Zinnabbau eventuell Umweltschäden oder Risiken für die Minenarbeiter verursachen kann, ging Apple nach Indonesien und untersuchte die Probleme bei Besuchen mit den wichtigsten Interessengruppen, wie etwa Regierungsbeamten, NROs und den Schmelzwerken selbst. Wir arbeiten seitdem mit der EICC und der IDH Sustainable Trade Initiative an der Entwicklung der Indonesian Tin Working Group. Die Organisation will herausfinden, wie ihre Mitglieder die ökologischen und sozialen Herausforderungen des Zinnbergbaus auf Bangka und Belitung bewältigen und gleichzeitig die ökonomischen Vorteile eines gesunden Bergbaus unterstützen können. Wir werden uns weiterhin gemeinsam mit der Indonesian Tin Working Group und unseren regionalen Partnern um diese Fragen kümmern.