Arbeiter- und Menschenrechte

Arbeiterrechte sind Menschenrechte.

Ein Arbeiter in Austin, Texas, baut einen Mac Pro zusammen.

Arbeiter sollten sich nicht verschulden müssen, um Geld zu verdienen.

Schuldknechtschaft entsteht, wenn Arbeiter Anwerbegebühren bezahlen, noch bevor sie Gehalt bekommen. Das kann sie in die Verschuldung treiben. In Asien reisen manche Arbeiter für bessere Löhne über den ganzen Kontinent. Dabei können korrupte Jobvermittler sie dazu bringen, diese ungerechten Kosten zu bezahlen.

Wir tolerieren keine ungerechten Anwerbegebühren. Wenn wir Fälle von Schuldknechtschaft finden, sorgen wir dafür, dass Zulieferer den Mitarbeitern die Anwerbegebühr vollständig erstatten – unabhängig davon, ob die Zulieferer an der Anwerbung beteiligt waren. Das hat dazu geführt, dass seit 2008 25,6 Millionen US‑Dollar an Arbeiter zurückgezahlt wurden. Davon 4,7 Millionen US‑Dollar allein im Jahr 2015. Wir prüfen außerdem unsere wichtigsten 200 Zulieferer auf Schuldknechtschaft und haben 2015 insgesamt 69 Sonderprüfungen durchgeführt.

Um Arbeitern zu helfen, korrupte Anwerbepraktiken zu vermeiden, haben wir mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zusammengearbeitet und ein Programm geschaffen, das die Arbeiter informiert, bevor sie ihr Zuhause verlassen. Das Training behandelt Themen wie Rechte und Pflichten von Arbeitern, Vertragsbedingungen, die Kultur im Land ihres neuen Arbeitgebers und wie sie illegale Praktiken oder Missbrauch anzeigen können. Wir wollen das Leben so vieler Menschen wie möglich verbessern. Darum teilen wir diese Inhalte mit anderen Unternehmen und Zulieferern über die EICC (Electronic Industry Citizenship Coalition).

Fallbeispiel

Rechel Ragas wird von Schuldknechtschaft befreit.

Rechel Ragas wuchs in einer armen Bauernfamilie auf den Philippinen auf. Um etwas Geld dazuzuverdienen, hat sie Süßigkeiten verkauft und mit ihrem Vater Reis angepflanzt. Da ihre Eltern es sich nicht leisten konnten, eine höhere Ausbildung zu bezahlen, hat sie sich ihren Collegeabschluss selbst erarbeitet.

Rechel Ragas in Tainan, Taiwan.

Als sie heiratete, wollten sie und ihr Mann ein Kind und träumten von einem eigenen Haus. Doch selbst mit einem Collegeabschluss waren die meisten Jobs in ihrem Land zu schlecht bezahlt für die Zukunft, die sie sich wünschte. Also hat sie woanders nach Arbeit gesucht.

In Taiwan sind die Gehälter doppelt so hoch wie auf den Philippinen. Doch für eine Stelle in einer Fabrik musste sie sich an eine Jobvermittler-Agentur wenden, die mehr Geld von ihr verlangt hat, als sie in ihrer Heimat in einem ganzen Jahr verdient. Der Vermittler besorgte ihr eine Stelle bei Mektec, einem Unternehmen, das zur Lieferkette von Apple gehört. Obwohl die Gebühr, die Rechel bezahlte, nach lokalem Recht legal war, war sie nicht mit dem Apple Standard für Arbeiter zu vereinbaren. Apple informierte Mektec – und das Unternehmen erklärte sich sofort bereit, Rechel die Anwerbegebühr komplett zu erstatten. Außerdem wurde die Zusammenarbeit mit dem Jobvermittler beendet.

Durch diese Erstattung konnte Rechel genug Geld sparen, um den Bau ihres Traumhauses anzuzahlen. Und sie konnte sechs Monate früher auf die Philippinen zurückkehren, als ursprünglich geplant. Irgendwann will sie genug sparen, damit ihr Bruder aufs College gehen kann.

Rechel mit Freundinnen in der Kantine der Fabrik.

Kein Kind sollte in einer Fabrik aufwachsen.

Wir tolerieren keine Arbeit von Minderjährigen in unserer Lieferkette. Wenn wir minderjährige Arbeiter in unseren Fabriken finden, sorgen wir dafür, dass der Zulieferer die Kinder nach Hause entlässt, ihre Ausbildung in einer Schule nach Wunsch der Familie bezahlt und sie weiterhin ein Grundeinkommen erhalten, bis sie alt genug sind, zu arbeiten. Wir beauftragen außerdem eine unabhängige Organisation, den Fortschritt der Kinder zu prüfen und uns darüber zu berichten. Nachdem die Kinder ihre Ausbildung abgeschlossen haben, muss der Zulieferer ihnen eine Anstellung anbieten. 2015 fanden wir drei Fälle von Kinderarbeit – und wir werden weiterhin danach suchen.

Zu viele Stunden zu arbeiten, ist ungerecht. Und unsicher.

Übermäßige Arbeitszeiten sind ein großes Problem in der gesamten Fertigungsindustrie. In unserer Lieferkette begrenzen wir die Arbeitszeit auf 60 Stunden die Woche mit einem freien Tag alle sieben Tage. Doch solche Grenzen allein lösen das Problem nicht. Mit einem System zur Arbeitszeiterfassung und wöchentlichen Berichten haben wir es geschafft, zusammen mit Zulieferern und Geschäftspartnern Änderungen auch wirklich umzusetzen. 2015 haben wir so erreicht, dass 97 % aller Arbeitswochen mit unseren Vorgaben übereinstimmen. Im Durchschnitt haben die Festangestellten 55 Stunden pro Woche gearbeitet.

Einhaltung der Arbeitszeitvorgaben bei den Zulieferern in den vergangenen 12 Monaten*

Einhaltung der Arbeitszeitvorgaben
MonateProzent
Jan 201597
Feb 201596
Mär 201596
Apr 201598
Mai 201597
Jun 201598
Jul 201599
Aug 201598
Sep 201597
Okt 201598
Nov 201599
Dez 201599
Durchschnittliche Stunden
MonateStd.
Jan 201555
Feb 201554
Mär 201556
Apr 201553
Mai 201555
Jun 201554
Jul 201554
Aug 201556
Sep 201556
Okt 201555
Nov 201554
Dez 201552
Eine Arbeiterin prüft ein iPhone in der Endfertigung in Zhengzhou, China.

Veränderungen im Mineralbergbau.

Apple setzt sich für verantwortungsvolle Rohstoffquellen ein. Wir versuchen sicherzustellen, dass die Rohstoffe in unseren Produkten – wie Zinn, Tantal, Wolfram und Gold – keine bewaffneten Konflikte finanzieren. Wir glauben daran, dass anstatt die Zulieferer davon abzuhalten, Rohstoffe aus diesen Regionen zu beziehen, nur dann etwas verändert werden kann, wenn man mit ihnen zusammenarbeitet.

Nach fünf Jahren harter Arbeit haben wir im Dezember 2015 erreicht, dass 100 % der Schmelzwerke und Raffinerien in unserer Lieferkette für aktuelle Produkte an einem unabhängigen Prüfungsprogramm für Konfliktmineralien teilnehmen. Diese Programme haben die Rohstoffpraktiken für Schmelzwerke und die Bergbauindustrie im Ganzen verbessert.

Das ist ein wichtiger erster Schritt. Und vielleicht für manche Unternehmen schon genug, um ihre Produkte als „konfliktfrei“ zu deklarieren. Wir glauben aber, dass die Teilnahme an unabhängigen Prüfungsprogrammen nicht ausreicht. Anhaltendes Engagement ist entscheidend. Denn manche Schmelzwerke, die unabhängige Prüfungen bestanden haben, beziehen Rohstoffe aus Bergwerken, die angeblich mit bewaffneten Gruppen in Verbindung stehen. Die jüngsten Verbesserungen bei der regionalen Überwachung und Berichterstattung geben Apple und anderen Beteiligten tieferen Einblick in die Bedingungen innerhalb der Rohstoff-Lieferketten der Demokratischen Republik Kongo – und die Möglichkeit, diese zu untersuchen. Für 2016 planen wir, Bedingungen durch eine verstärkte sorgfältige Prüfung der Goldlieferkette noch weiter zu verbessern. Wir planen Vorfälle mit bewaffneten Gruppen, die unsere Lieferkette betreffen, den zuständigen Behörden zu melden und mit diesen eine Lösung anzustreben.

Unser Ziel, dauerhaft etwas in der Mineralstoffbranche zu verändern, erfordert die Mitarbeit von vielen Organisationen. Deshalb bauen wir die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Unternehmen aus, gehen auf wichtige Gruppierungen und Regierungsparteien zu und arbeiten mit unabhängigen Prüfungsprogrammen zusammen. So wollen wir das endgültige Ziel erreichen – den Schutz von Menschenrechten in der Region.

Wir veröffentlichen weiterhin halbjährlich eine Liste mit Name, Land und CFSP‑Teilnahmestatus der Schmelzwerke und Raffinerien in unserer Lieferkette.

Mehr Sicherheit beim Zinnabbau in Indonesien.

Vor einigen Jahren fanden wir heraus, dass viele kleine Zinnminen in Indonesien nicht ausreichend für die Sicherheit ihrer Arbeiter sorgen. Außerdem zeigte sich, dass die Arbeitsweise der Minen das Meer und den Boden verschmutzt – die beide lebenswichtig für örtliche Gemeinden sind. Um die Bedingungen in diesen Bergwerken zu verbessern, haben wir die Gründung der Tin Working Group vorangetrieben – eine Zusammenarbeit der Sustainable Trade Initiative, des ITRI (Industrial Technology Research Institute), der NRO Friends of the Earth und von Unternehmen, die mit Zinn arbeiten.

2015 haben Apple und die Tin Working Group eigene Nachforschungen vor Ort durchgeführt und zusammen mit gesellschaftlichen Organisationen und Bergbauunternehmen eine fünfjährige Regulierungsreformstrategie für bewährte Verfahren im Zinnabbau entwickelt. Wir erarbeiten zusammen auch Standards und einen Leitfaden, die Zinnkäufern helfen sollen, verantwortungsvolle Quellen auf dem globalen Zinnmarkt zu erkennen.

Die indonesische Regierung entwickelt jetzt ihre eigene Strategie für den Zinnabbau und die Umweltauswirkungen des Bergbaus. Dazu gehören überarbeitete Richtlinien für das Betreiben einer Zinnmine mit einer Firmenlizenz und das Widerrufen von Zinnlizenzen von Organisationen, die diese nicht einhalten. Das ist zwar ein wichtiger erster Schritt, Apple will aber weiterhin zusammen mit der Regierung und wichtigen Interessengruppen der Zinnindustrie arbeiten, um den verantwortungsbewussten Bergbau in Indonesien zu unterstützen.

Ein Arbeiter in Indonesien kontrolliert die Zinntrennung.

Fortschrittsbericht

Lade den diesjährigen Fortschrittsbericht, lies einen Brief von Apple Chief Operating Officer Jeff Williams und sieh dir die Berichte der vergangenen Jahre an. Weitere Infos