Res­sourcen für Eltern für die Sicher­heit von Kindern

Mit Kindern und Jugendlichen über das Teilen von Nacktfotos und ‑videos sprechen

Durch regel­mäßige Ge­spräche mit jungen Menschen über die Risiken beim Teilen von Fotos und Videos, die Nacktheit oder Sexuelles zei­gen (Sexting genannt), können sich Probleme ver­meiden lassen – etwa, dass ein Bild ohne Zustim­mung geteilt wird. Am besten sprichst du dieses Thema ganz ruhig an und kommst regel­mäßig darauf zurück.

Wenn dir dein Kind erzählt, dass es ein Foto oder Video mit Nacktheit oder sexuellem Inhalt erhalten oder verschickt hat, bleib ruhig und überlege, welche Unter­stüt­zung und Hilfe du ihm geben kannst. Erkenne den Mut an, den es dein Kind gekostet hat, damit zu dir zu kommen, und versichere ihm, dass alles gut wird. Arbeite dann mit deinem Kind daran, negative Aus­wir­kungen zu mini­mieren.

Hinweis: Wenn dein Kind ein Gerät ver­wendet, das bei einem Apple Account für Kinder angemeldet ist, macht das Gerät Fotos und Videos, die Nacktheit zei­gen könnten, in aus­gewählten Apple Apps unkennt­lich. Kinder unter 13 Jahren benötigen die Erlaubnis ihrer Eltern, um sie anzuschauen. Sprich mit deinem Kind über diese Funktion und darüber, was es tun sollte, wenn es ein unkenntlich gemachtes Foto oder Video sieht.

Kindern und Jugendlichen beim Umgang mit blutigen oder gewalttätigen Inhalten auf ihren Geräten helfen

Blutige und gewalttätige Fotos oder Videos, die eventuell unkenntlich gemacht wurden, enthalten verstörende Dar­stellungen von Gewalt, Ver­letzungen, Tod oder Grausamkeit gegen­über Menschen – egal ob sie real oder fiktiv sind.

Kinder und Teenager nützen ihre Geräte zum Ent­decken, Lernen und Kommu­ni­zieren – aber manch­mal stoßen sie auf Bilder oder Videos, die Gewalt dar­stellen oder schockierend sind. Wenn dein Kind ein Gerät nützt, das bei einem Apple Account für Kinder angemeldet ist, macht das Gerät Fotos oder Videos, die mög­licherweise Blut und Gewalt zei­gen, in aus­gewählten Apple Apps unkenntlich und zeigt eine Warnung an, um das Kind zu schützen. Kinder unter 13 Jahren benötigen die Erlaubnis ihrer Eltern, um sie anzuschauen. Wichtig zu wissen ist, dass Apple nicht auf diese Bilder zu­greifen kann – alles findet voll­ständig auf dem Gerät statt. Sprich mit deinem Kind über diese Funktion und darüber, was es tun sollte, wenn es ein unkenntlich gemachtes Foto oder Video sieht.

Kinder und Teenager kön­nen diese Art von Inhalten unbeabsichtigt erhalten oder teilen, ohne deren Aus­wir­kungen zu erkennen. Vor allem für Teenager kommt es auf die Zusammenhänge an. Beunruhigende Inhalte kön­nen geteilt werden, um auf Probleme in der realen Welt aufmerk­sam zu machen oder um zu schockieren, zu provozieren und sogar zu belästigen oder zu bedrohen.

Der Zweck dieser Unkenntlich­machung ist es, Teenagern einen Moment zu geben, in dem sie innehalten und bewusste Ent­scheidungen treffen kön­nen. Und Eltern jüngerer Kinder hilft sie dabei, ihr Kind vor verstörenden Inhalten zu schützen.

Erfahre mehr über Online-Sicher­heit

Tipps, damit deine Kinder online sicher bleiben

  • Du kennst dein Kind besser als jede:r andere. Was bei manchen Kindern funk­tio­niert, funk­tio­niert bei anderen nicht, je nach Alter, Reife und anderen Faktoren.
  • Interessiere dich für die Apps, die dein Kind nützt, und die Web­sites, die es besucht. Lern die Lieblings­apps und ‑spiele deines Kindes kennen. So verstehst du die Platt­form, ihre Daten­schutz­einstellungen und warum dein Kind sie mag.
  • Kommu­ni­kation ist alles. Sprich mit deinem Kind, ohne es zu belehren, und versichere ihm, dass es bei Pro­blemen zu dir kommen kann. Sag ihm, dass du nicht überreagieren wirst und dass dir sein Schutz wich­tiger ist als Bestrafung.
  • Sprich mit deinem Kind über Sicher­heit und Daten­schutz und darüber, wie wichtig es ist, starke und einmalige Pass­wörter und andere Hilfsmittel zur Authentifi­zie­rung zu ver­wenden, zum Beispiel Touch ID und Face ID.
  • Sorge dafür, dass junge Menschen die Risiken be­stimmter Verhaltens­weisen ver stehen. Das Teilen von Nacktbildern, Falsch­informationen und Mobbing birgt Gefahren und schädigt den eigenen Ruf. Ein kurzes Ge­spräch reicht oft schon aus. Sprich das Thema aber regel­mäßig wieder an. Mach deinem Kind deut­lich, dass du ihm hilfst, wenn etwas Schlimmes passiert.
  • Nutze eventuell Tools wie Bild­schirm­zeit, um die Geräte­nutzung deines Kindes zu über­prüfen und zu ver­walten. Sprich mit deinem Kind über die ver­wendeten Tools und die Gründe dafür. So kann es lernen, Techno­lo­gie jetzt und in Zukunft verant­wortungsvoll zu nützen. Und überprüfe diese Tools, wenn dein Kind älter wird.

Grooming und Sextortion

Grooming und Sextortion erkennen und mit Kindern und Teenagern darüber sprechen.

Grooming und Sextortion sind zwei zu­sam­men­hängende Formen der sexuellen Ausbeutung im Inter­net:

  • Grooming ist eine Taktik, mit der Miss­brauchs­täter:innen Beziehungen zu jungen Menschen auf­bauen, um sie zu manipulieren, auszu­nützen und ihnen zu schaden. Miss­brauchs­täter:innen kön­nen sich mit einem Kind anfreunden und langsam sein Vertrauen gewinnen, mit der Absicht, es zu missbrau­chen.
  • Von Sextortion spricht man, wenn jemand droht, intime Bilder oder Videos zu teilen, wenn das Opfer Forderungen nach Geldzahlungen, weiteren Bildern oder sexuellen Gefallen nicht erfüllt.

Menschen, die Kinder missbrau­chen und ausnützen, sind oft geduldig, hartnäckig und gut im Manipulieren. Manchmal kennen Per­sonen, die junge Menschen online ausbeuten, diese auch persönlich.

Sextortion und Grooming sind in den meisten Ländern strafbar. Wenn dein Kind ins Visier gerät, wende dich an die Straf­ver­folgungs­behörden und an Beratungs­dienste.

Schütze junge Menschen, indem du mit ihnen alters­gerechte Ge­spräche über Grooming und Sextortion führst. Mach deinem Kind klar, dass es nicht seine Schuld ist, wenn es Opfer von Grooming oder Sextortion wird. Wenn jemand dein Kind unter Druck setzt, bedroht oder zwingt, ein Bild mit Nacktheit, Grausamkeiten oder Gewalt zu ver­schicken, muss es nicht nachgeben. Es gibt Hilfe.

Offene Kommu­ni­kation ist wichtig. Der Schutz junger Menschen vor Grooming und Sextortion ist ein konti­nuierlicher Prozess. Er hilft ihnen, ein Warnsystem zu ent­wickeln und sich vertrauensvoll an dich zu wenden, wenn etwas nicht in Ordnung ist.

Mit Cyber­mobbing umgehen

Wie du es erkennst und deinem Kind oder Teenager helfen kannst.

Cyber­mobbing ist Mobbing auf digitalen Geräten wie Smart­phones, Computern und Tablets. Das kann über SMS, Messaging Apps, Chat, E‑Mail, Online Games, Social Media, Live­streaming, Fotos und Videos geschehen. Mobbing wird üblicher­weise als aggressiver und wieder­holter verbaler oder körper­licher Miss­brauch definiert, bei dem ein Macht­ungleich­gewicht besteht. Aber jede Form von Belästi­gung, ein­schließ­lich Beleidi­gungen, Drohungen, Identi­täts­diebstahl, Verbreitung von Gerüchten und Aus­grenzung, kann ähnlich negative Aus­wir­kungen haben. Nacktbilder, schockier­ende Inhalte und Gewalt kön­nen für Mobbing genützt werden. Cyber­mobbing findet oft parallel zum physischen Mobbing in der Schule oder im näheren Umfeld statt. Laut einer Studie des Pew Research Center von 2022 wurde fast die Hälfte der Teenager in den USA schon einmal im Inter­net schikaniert oder belästigt.

Es ist nicht immer offensichtlich, dass ein Kind im Inter­net gemobbt wird, und es kann sein, dass dein Kind dir nichts davon erzählt. Auch wenn es nicht unbedingt Anzeichen für Cyber­mobbing sind, solltest du hellhörig werden, wenn dein Kind schlecht schläft, nicht in die Schule gehen möchte, ein vermindertes Selbst­wert­gefühl hat oder seine Online­-Gewohn­heiten verändert, etwa indem es ständig Social Media Accounts checkt oder seine Geräte nicht nützt, wenn du in der Nähe bist.

Jedes Kind kann Opfer von Cyber­mobbing werden, aber manche Kinder sind stärker gefährdet als andere. Dazu gehören Angehörige von Randgruppen wie ethnische oder religiöse Minderheiten, Kinder mit Behinderungen, LGBTQ+ Jugendliche oder alle, die anders aus­schauen oder sich anders verhalten.

Häufige, kurze Ge­spräche mit deinem Kind über seine Online-Erfah­rungen kön­nen dazu beitragen, dass es sich eher an dich wendet, wenn es Cyber­mobbing erlebt. Es ist auch wichtig, dass dein Kind versteht, dass es nicht seine Schuld ist, wenn ihm das passiert, und dass es Menschen gibt, die ihm helfen kön­nen, die Situation zu bewältigen.

Hol dir emotionale und mentale Unterstützung

Brauchst du sofort eine geschulte Fachkraft? Rat auf Draht ist eine anonyme und kosten­lose Hotline, die rund um die Uhr Beratung und Unter­stützung für Kinder und Jugendliche anbietet.

Weitere Infos erhältst du bei Rat auf Draht

Melden

Du kannst Bilder anonym bei Stopline melden.

Weitere Infos erhältst du bei Stopline

An Apple melden

Du kannst bestimmte Fotos und Videos sowie die Person, die sie geteilt hat, an Apple melden. Gehe nach Möglichkeit zurück in die Apple App, in der das unkenntlich gemachte Bild angezeigt wurde, und tippe auf dem Interventions-Bildschirm auf „An Apple melden“, um eine Meldung an Apple zu schicken.