Mit Kindern und Jugendlichen über das Teilen von Nacktfotos und ‑videos sprechen
Durch regelmäßige Gespräche mit jungen Menschen über die Risiken beim Teilen von Fotos und Videos, die Nacktheit oder Sexuelles zeigen (Sexting genannt), können sich Probleme vermeiden lassen – etwa, dass ein Bild ohne Zustimmung geteilt wird. Am besten sprichst du dieses Thema ganz ruhig an und kommst regelmäßig darauf zurück.
Wenn dir dein Kind erzählt, dass es ein Foto oder Video mit Nacktheit oder sexuellem Inhalt erhalten oder verschickt hat, bleib ruhig und überlege, welche Unterstützung und Hilfe du ihm geben kannst. Erkenne den Mut an, den es dein Kind gekostet hat, damit zu dir zu kommen, und versichere ihm, dass alles gut wird. Arbeite dann mit deinem Kind daran, negative Auswirkungen zu minimieren.
Hinweis: Wenn dein Kind ein Gerät verwendet, das bei einem Apple Account für Kinder angemeldet ist, macht das Gerät Fotos und Videos, die Nacktheit zeigen könnten, in ausgewählten Apple Apps unkenntlich. Kinder unter 13 Jahren benötigen die Erlaubnis ihrer Eltern, um sie anzuschauen. Sprich mit deinem Kind über diese Funktion und darüber, was es tun sollte, wenn es ein unkenntlich gemachtes Foto oder Video sieht.
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- Erkläre ihnen, dass Fotos und Videos, die intime Körperregionen zeigen, nicht geteilt werden sollten.
- Sag deinem Kind, dass es zu dir kommen soll, wenn es ein Foto oder Video erhält, das unkenntlich gemacht wurde oder bei dem es sich unwohl fühlt.
- Wenn dein Kind mit einem anstößigen Foto oder Video zu dir kommt oder du es auf seinem Gerät siehst, bleib ruhig und erkläre, warum du das Foto oder Video für unangebracht hältst. Bedanke dich bei deinem Kind, dass es dich darauf aufmerksam gemacht und ehrlich mit dir darüber gesprochen hat.
- Die Neugier auf den eigenen und auf fremde Körper ist normal, aber wenn dein Kind übermäßig Interesse an Nacktheit und Sexualität zeigt, solltest du dich an eine psychologische Fachkraft wenden.
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- In einer Thorn Studie aus dem Jahr 2023 gaben 17 % der Teenager an, Nacktbilder geteilt zu haben, während etwa 20 % der 9‑ bis 17‑Jährigen angaben, dass ihnen Nacktbilder von anderen gezeigt oder geschickt worden waren, ohne dass die Person damit einverstanden war.
- Teenager müssen sich darüber im Klaren sein, dass es Kriminelle gibt, die sich als Teenager ausgeben und anbieten, Fotos oder Videos, die Nacktheit oder Sexuelles zeigen, auszutauschen. Kriminelle nützen diese Fotos oder Videos dann für sexuelle Erpressung (Sextortion). Sie drohen, die Bilder zu posten oder zu verbreiten, wenn das Opfer ihren Forderungen nicht nachkommt. Mach deinem Kind deutlich, dass du immer ein offenes Ohr hast und es unterstützen wirst.
- Wenn du mitbekommst, dass dein Teenager Nacktfotos oder ‑videos erhält oder verschickt, bleib ruhig und versuch, die Umstände zu klären. Wenn das Foto oder Video unaufgefordert geteilt wurde, kann das einen Teenager sehr beunruhigen und es könnte das Resultat von Mobbing oder Belästigung sein.
- Manchmal werden Nacktfotos oder ‑videos unter Druck geteilt. In anderen Fällen werden sie unter Umständen von Empfänger:innen ohne Zustimmung der Absendenden geteilt. Wenn das Teilen nicht einvernehmlich ist oder eine erwachsene Person beteiligt ist, solltest du die Strafverfolgungsbehörden einschalten.
- Sprich mit deinem Teenager über die Risiken, die das Schicken oder Empfangen von Nacktfotos oder ‑videos mit sich bringt. Dazu gehört etwa, dass die Empfänger:innen sie irgendwann absichtlich oder versehentlich mit anderen teilen, was zu Peinlichkeiten, Mobbing und anderen negativen Konsequenzen führen kann.
- Junge Menschen sollten wissen, dass die Welt nicht untergeht, wenn die Fotos oder Videos verbreitet werden – so peinlich das auch sein mag. Es gibt jemanden, dich eingeschlossen, der ihnen helfen kann. Letztendlich wird immer alles gut.
Kindern und Jugendlichen beim Umgang mit blutigen oder gewalttätigen Inhalten auf ihren Geräten helfen
Blutige und gewalttätige Fotos oder Videos, die eventuell unkenntlich gemacht wurden, enthalten verstörende Darstellungen von Gewalt, Verletzungen, Tod oder Grausamkeit gegenüber Menschen – egal ob sie real oder fiktiv sind.
Kinder und Teenager nützen ihre Geräte zum Entdecken, Lernen und Kommunizieren – aber manchmal stoßen sie auf Bilder oder Videos, die Gewalt darstellen oder schockierend sind. Wenn dein Kind ein Gerät nützt, das bei einem Apple Account für Kinder angemeldet ist, macht das Gerät Fotos oder Videos, die möglicherweise Blut und Gewalt zeigen, in ausgewählten Apple Apps unkenntlich und zeigt eine Warnung an, um das Kind zu schützen. Kinder unter 13 Jahren benötigen die Erlaubnis ihrer Eltern, um sie anzuschauen. Wichtig zu wissen ist, dass Apple nicht auf diese Bilder zugreifen kann – alles findet vollständig auf dem Gerät statt. Sprich mit deinem Kind über diese Funktion und darüber, was es tun sollte, wenn es ein unkenntlich gemachtes Foto oder Video sieht.
Kinder und Teenager können diese Art von Inhalten unbeabsichtigt erhalten oder teilen, ohne deren Auswirkungen zu erkennen. Vor allem für Teenager kommt es auf die Zusammenhänge an. Beunruhigende Inhalte können geteilt werden, um auf Probleme in der realen Welt aufmerksam zu machen oder um zu schockieren, zu provozieren und sogar zu belästigen oder zu bedrohen.
Der Zweck dieser Unkenntlichmachung ist es, Teenagern einen Moment zu geben, in dem sie innehalten und bewusste Entscheidungen treffen können. Und Eltern jüngerer Kinder hilft sie dabei, ihr Kind vor verstörenden Inhalten zu schützen.
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Der Anblick gewalttätiger oder verstörender Inhalte kann emotional belasten. Kinder und Teenager reagieren je nach Alter, Reife oder Sensibilität sehr unterschiedlich. Manche Kinder fühlen sich ängstlich, deprimiert oder überfordert. Andere haben vielleicht Albträume, Schlafprobleme oder ziehen sich zurück. Im Laufe der Zeit kann eine häufige Konfrontation mit diesen Inhalten das Einfühlungsvermögen verringern und Angst oder riskantes Verhalten verstärken.
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Das Beste, was du tun kannst, ist mit deinem Kind zu sprechen. Offene und urteilsfreie Gespräche helfen ihnen, das Gesehene zu verarbeiten und zeigen ihnen, dass sie nicht allein sind.
Versuche Folgendes:
- Bleib ruhig und zeige Unterstützung. Beginne mit Fragen wie: „Hast du online schon einmal etwas gesehen, das dich schockiert hat?“ Oder: „Was denkst du, wenn du etwas Gewalttätiges siehst?“ Bleibe neugierig und urteile nicht. Vermeide Belehrungen und dränge nicht auf jedes Detail, denn das erneute Aufgreifen der Inhalte verstärkt nur die Belastung.
- Erzähle von deinen eigenen Erfahrungen mit schockierenden Medieninhalten (falls relevant und altersgerecht) und wie du damit umgegangen bist.
- Stell sicher, dass sie wissen, wie sie Personen oder Inhalte, mit denen sie nicht interagieren möchten, blockieren oder melden können.
- Erstellt einen gemeinsamen „Fluchtplan“. Sag deinem Kind, was es tun soll, wenn es online etwas Beunruhigendes sieht – wie die App zu schließen, die Quelle stummzuschalten oder zu blockieren und zu dir oder einer vertrauenswürdigen anderen Person zu kommen. Erinnere es daran, dass es in Ordnung ist, davon Abstand zu nehmen und auf sein emotionales Wohlbefinden zu achten.
- Melde Bedenken. Bedrohungen, Zwang oder Gewalt sollten an Schulleitungen oder Strafverfolgungsbehörden und gegebenenfalls an Apple gemeldet werden.
Gib Deinem Kind vor allem die Sicherheit, ohne Angst vor Ärger zu dir zu kommen. Diese gemeinsamen Gespräche bauen Vertrauen, innere Stärke und Selbstvertrauen auf.
Und wenn du Anzeichen von anhaltendem Stress bemerkst, wie Veränderungen bei Schlaf, Stimmung, Appetit oder Verhalten, zögere nicht und wende dich an Expert:innen für psychische Gesundheit. Du bist nicht allein, wenn du dein Kind dabei unterstützt, in der digitalen Welt zurechtzukommen.
Erfahre mehr über Online-Sicherheit
Tipps, damit deine Kinder online sicher bleiben
- Du kennst dein Kind besser als jede:r andere. Was bei manchen Kindern funktioniert, funktioniert bei anderen nicht, je nach Alter, Reife und anderen Faktoren.
- Interessiere dich für die Apps, die dein Kind nützt, und die Websites, die es besucht. Lern die Lieblingsapps und ‑spiele deines Kindes kennen. So verstehst du die Plattform, ihre Datenschutzeinstellungen und warum dein Kind sie mag.
- Kommunikation ist alles. Sprich mit deinem Kind, ohne es zu belehren, und versichere ihm, dass es bei Problemen zu dir kommen kann. Sag ihm, dass du nicht überreagieren wirst und dass dir sein Schutz wichtiger ist als Bestrafung.
- Sprich mit deinem Kind über Sicherheit und Datenschutz und darüber, wie wichtig es ist, starke und einmalige Passwörter und andere Hilfsmittel zur Authentifizierung zu verwenden, zum Beispiel Touch ID und Face ID.
- Sorge dafür, dass junge Menschen die Risiken bestimmter Verhaltensweisen ver stehen. Das Teilen von Nacktbildern, Falschinformationen und Mobbing birgt Gefahren und schädigt den eigenen Ruf. Ein kurzes Gespräch reicht oft schon aus. Sprich das Thema aber regelmäßig wieder an. Mach deinem Kind deutlich, dass du ihm hilfst, wenn etwas Schlimmes passiert.
- Nutze eventuell Tools wie Bildschirmzeit, um die Gerätenutzung deines Kindes zu überprüfen und zu verwalten. Sprich mit deinem Kind über die verwendeten Tools und die Gründe dafür. So kann es lernen, Technologie jetzt und in Zukunft verantwortungsvoll zu nützen. Und überprüfe diese Tools, wenn dein Kind älter wird.
Grooming und Sextortion
Grooming und Sextortion erkennen und mit Kindern und Teenagern darüber sprechen.
Grooming und Sextortion sind zwei zusammenhängende Formen der sexuellen Ausbeutung im Internet:
- Grooming ist eine Taktik, mit der Missbrauchstäter:innen Beziehungen zu jungen Menschen aufbauen, um sie zu manipulieren, auszunützen und ihnen zu schaden. Missbrauchstäter:innen können sich mit einem Kind anfreunden und langsam sein Vertrauen gewinnen, mit der Absicht, es zu missbrauchen.
- Von Sextortion spricht man, wenn jemand droht, intime Bilder oder Videos zu teilen, wenn das Opfer Forderungen nach Geldzahlungen, weiteren Bildern oder sexuellen Gefallen nicht erfüllt.
Menschen, die Kinder missbrauchen und ausnützen, sind oft geduldig, hartnäckig und gut im Manipulieren. Manchmal kennen Personen, die junge Menschen online ausbeuten, diese auch persönlich.
Sextortion und Grooming sind in den meisten Ländern strafbar. Wenn dein Kind ins Visier gerät, wende dich an die Strafverfolgungsbehörden und an Beratungsdienste.
Schütze junge Menschen, indem du mit ihnen altersgerechte Gespräche über Grooming und Sextortion führst. Mach deinem Kind klar, dass es nicht seine Schuld ist, wenn es Opfer von Grooming oder Sextortion wird. Wenn jemand dein Kind unter Druck setzt, bedroht oder zwingt, ein Bild mit Nacktheit, Grausamkeiten oder Gewalt zu verschicken, muss es nicht nachgeben. Es gibt Hilfe.
Offene Kommunikation ist wichtig. Der Schutz junger Menschen vor Grooming und Sextortion ist ein kontinuierlicher Prozess. Er hilft ihnen, ein Warnsystem zu entwickeln und sich vertrauensvoll an dich zu wenden, wenn etwas nicht in Ordnung ist.
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Auch wenn diese Anzeichen nicht zwangsläufig auf Grooming hinweisen, sollten Eltern darauf achten, ob ihr Kind:
- Ein Geheimnis daraus macht, was es online tut.
- Ein Gerät schnell ausschaltet, versteckt oder schließt, wenn jemand den Raum betritt.
- Unerklärliche Geschenke, Geld, Drogen, Alkohol oder andere Wertgegenstände hat.
- Spät nachts oder zu ungewöhnlichen Zeiten online ist.
- Verstört, deprimiert, wütend oder ängstlich wirkt.
Frage dein Kind, ob jemand im Internet:
- Ihm Geschenke anbietet.
- Über Romantik, Liebe oder Sex redet.
- Fotos oder Videos schickt oder verlangt, die Nacktheit oder Sexuelles zeigen.
- Sehr persönliche Gespräche mit ihnen führt.
- Dein Kind auffordert, etwas geheim zu halten.
- Versucht, es von Freund:innen oder Familie zu isolieren.
- Es bittet, eine Unterhaltung auf einer anderen Plattform fortzusetzen.
Wenn dein Kind dir erzählt, dass es eines dieser Dinge erlebt hat, versichere ihm, dass es dafür keine Schuld trägt.
Mit Kindern und Teenagern über Grooming sprechen
Der beste Weg, herauszufinden, ob Kinder online von Grooming betroffen sind, ist mit ihnen zu reden – unabhängig vom Alter. So kannst du möglichen Gefahren vorbeugen.
- Sprich regelmäßig mit deinem Kind oder Teenager über seine Online-Erfahrungen.
- Sprich altersgerecht über Grooming, ohne Angst zu schüren.
- Versprich, dass du nicht wütend wirst, wenn sie dir von etwas Schlimmem erzählen oder einen Fehler gemacht haben. Groomer setzen auf die Angst vor Bestrafung, um junge Menschen davon abzuhalten, Missbrauch zu melden.
- Legt gemeinsam Regeln und Grenzen fest, z. B. wann es in Ordnung ist, online mit Fremden zu interagieren, und wann nicht. Nutze eventuell Tools wie Bildschirmzeit, um die Technologienutzung deines Kindes im Blick zu behalten.
- Stell sicher, dass dein Kind weiß, wie es Personen melden und Accounts in Apps blockieren oder stummschalten kann.
- Sprich über Online-Sicherheit sowie Datenschutzpraktiken und ‑einstellungen.
- Sorg dafür, dass dein Kind versteht, welche persönlichen Informationen online geteilt oder nicht geteilt werden sollten und warum.
- Hilf deinem Kind, positive von problematischen oder gefährlichen Interaktionen zu unterscheiden. Sag ihm, dass es jederzeit zu dir kommen kann, wenn es sich aus irgendeinem Grund bei etwas unwohl fühlt.
Mit kleinen Kindern über Grooming sprechen:
- Verwende die richtigen Bezeichnungen für Körperteile und erkläre, welche davon privat sind und warum.
- Sag ihnen, dass sie nicht mit Menschen kommunizieren sollen, die sie nicht kennen.
- Sprich über den Unterschied zwischen akzeptablen und schlechten Geheimnissen. Ein akzeptables Geheimnis verschweigt etwa eine Überraschungsparty. Ein schlechtes Geheimnis entsteht, wenn Menschen Angst haben oder sich bedroht fühlen und einem vertrauenswürdigen Erwachsenen nichts davon erzählen.
Mit älteren Kindern über Grooming sprechen:
- Erinnere sie daran, dass manche Menschen im Internet eine falsche Identität vorgeben.
- Übe mit ihnen, dir schwierige Dinge anzuvertrauen. Lob sie für ihre Ehrlichkeit und versichere ihnen deine Unterstützung.
Mit Teenagern über Grooming sprechen:
- Erinnere sie daran, dass nicht jeder die Wahrheit über sich sagt oder gute Absichten hat.
- Teenager entdecken oft neugierig ihre Sexualität. Zeige Verständnis für dieses Interesse. Ermutige sie jedoch, bei bedrohlichen oder potenziell gefährlichen Erlebnissen sofort zu dir zu kommen.
- Erinnere sie daran, dass sie unangenehme Personen ignorieren, melden und blockieren können.
- Erkläre ihnen, dass alles, was sie online teilen, kopiert und mit anderen geteilt werden kann, sei es aus Versehen oder mit Absicht.
Denk daran: Du kennst dein Kind am besten. Wie du schwierige Themen ansprichst, sollte vom Alter, der Reife und anderen Faktoren deines Kindes abhängen, etwa wie verwundbar es ist und wie seine emotionale Verfassung ist.
Kinder wollen vielleicht nicht gerne über Onlinebeziehungen sprechen und sind sich nicht bewusst, dass sie gegroomt werden. Mach ihnen klar, dass es nicht ihre Schuld ist, wenn sie von jemandem gegroomt werden.
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Auch wenn diese Anzeichen nicht zwangsläufig auf Sextortion hinweisen, sollten Eltern darauf achten, ob ihr Kind:
- Ein Geheimnis daraus macht, was es online tut.
- Ohne Erklärung Geld oder Geschenkkarten verlangt oder ob Geld aus Geldbörsen oder Accounts verschwindet.
- Unerklärliche Stimmungsschwankungen hat oder deprimiert, wütend oder ängstlich wirkt.
Mit Kindern und Teenagern über Sextortion sprechen:
- Teenager und ältere Kinder müssen wissen, dass es Kriminelle gibt, die den Austausch von Nacktbildern oder sexuell eindeutigen Fotos und Videos anbieten.
- Erkläre ihnen, dass diese Personen eine falsche Identität vorgeben und dass die Bilder wahrscheinlich nicht von ihnen stammen.
- Informiere sie darüber, dass Kriminelle mit der Veröffentlichung von intimen Fotos oder Videos drohen, wenn sie kein Geld, weitere Bilder oder sexuelle Handlungen bekommen.
- Sag ihnen, dass sie weder Geld schicken noch irgendwelchen Forderungen nachkommen sollten. Zahlungen führen oft zu weiterer Ausbeutung. Manchmal suchen sich diese Personen andere Opfer, selbst wenn sie kein Geld bekommen.
Was Eltern tun sollten, wenn ein Kind ins Visier gerät oder Opfer wird:
- Speichere Drohnachrichten, falls sie von Strafverfolgungsbehörden benötigt werden.
- Melde die Situation der örtlichen Strafverfolgungsbehörde und falls nötig der Schulleitung oder Ansprechpartner:innen bei der Arbeit.
- Blockiere den Täter oder die Täterin und überprüfe die Einstellungen für Gerätesicherheit mit der Sicherheitsprüfung von Apple.
- Lies das Handbuch zur persönlichen Sicherheit. Es zeigt Strategien, wie digitale Sicherheit erhöht werden kann und wie man die Verbindung zu unsicheren Kontakten unterbricht.
- Versichere deinem Kind, dass sich die Situation erdrückend anfühlen mag, Hilfe aber verfügbar ist und es das schaffen wird.
- Ermutige es, offen mit dir, einer anderen vertrauenswürdigen erwachsenen Person oder einer Beratungshotline zu sprechen.
- Wende dich mit deinem Kind an Beratungsstellen wie Hotlines oder Opferhilfen. (Weitere Infos gibt es unten auf der Seite.)
Sag deinem Kind vor allem, dass es nicht seine Schuld ist und dass es damit nicht allein zurechtkommen muss.
Mit Cybermobbing umgehen
Wie du es erkennst und deinem Kind oder Teenager helfen kannst.
Cybermobbing ist Mobbing auf digitalen Geräten wie Smartphones, Computern und Tablets. Das kann über SMS, Messaging Apps, Chat, E‑Mail, Online Games, Social Media, Livestreaming, Fotos und Videos geschehen. Mobbing wird üblicherweise als aggressiver und wiederholter verbaler oder körperlicher Missbrauch definiert, bei dem ein Machtungleichgewicht besteht. Aber jede Form von Belästigung, einschließlich Beleidigungen, Drohungen, Identitätsdiebstahl, Verbreitung von Gerüchten und Ausgrenzung, kann ähnlich negative Auswirkungen haben. Nacktbilder, schockierende Inhalte und Gewalt können für Mobbing genützt werden. Cybermobbing findet oft parallel zum physischen Mobbing in der Schule oder im näheren Umfeld statt. Laut einer Studie des Pew Research Center von 2022 wurde fast die Hälfte der Teenager in den USA schon einmal im Internet schikaniert oder belästigt.
Es ist nicht immer offensichtlich, dass ein Kind im Internet gemobbt wird, und es kann sein, dass dein Kind dir nichts davon erzählt. Auch wenn es nicht unbedingt Anzeichen für Cybermobbing sind, solltest du hellhörig werden, wenn dein Kind schlecht schläft, nicht in die Schule gehen möchte, ein vermindertes Selbstwertgefühl hat oder seine Online-Gewohnheiten verändert, etwa indem es ständig Social Media Accounts checkt oder seine Geräte nicht nützt, wenn du in der Nähe bist.
Jedes Kind kann Opfer von Cybermobbing werden, aber manche Kinder sind stärker gefährdet als andere. Dazu gehören Angehörige von Randgruppen wie ethnische oder religiöse Minderheiten, Kinder mit Behinderungen, LGBTQ+ Jugendliche oder alle, die anders ausschauen oder sich anders verhalten.
Häufige, kurze Gespräche mit deinem Kind über seine Online-Erfahrungen können dazu beitragen, dass es sich eher an dich wendet, wenn es Cybermobbing erlebt. Es ist auch wichtig, dass dein Kind versteht, dass es nicht seine Schuld ist, wenn ihm das passiert, und dass es Menschen gibt, die ihm helfen können, die Situation zu bewältigen.
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- Bleib ruhig, reagiere nicht über und gib ihm nicht die Schuld. Es hilft normalerweise nicht, Kindern ihre Geräte wegzunehmen.
- Fang erst einmal mit Zuhören an. Finde heraus, was passiert ist und wie sich dein Kind dabei gefühlt hat. Sei für dein Kind da.
- Wenn jemand unangemessene Bilder oder Inhalte schickt, bei denen sich dein Kind unwohl fühlt, kannst du ihm raten, nicht zu antworten.
- Sag deinem Kind, dass es den Account blockieren oder stummschalten und die Inhalte der Plattform melden kann, auf der sie geteilt wurden.
- Sprich über Strategien, das Cybermobbing zu beenden, und überleg dir, wie du deinem Kind helfen kannst, darüber hinwegzukommen und seine Widerstandsfähigkeit zu stärken.
- Beziehe dein Kind in Gespräche und Lösungsvorschläge mit ein. Cybermobbing führt oft dazu, dass die Kontrolle über eine soziale Situation verlorengeht. Dein Kind einzubeziehen hilft, das zu überwinden.
- Wende dich im Zweifelsfall an eine:n Vertrauenslehrer:in, eine Lehrkraft oder andere Expert:innen.
- Manchmal können Eltern die Dinge noch schlimmer machen, indem sie öffentlich reagieren. Antworten sollten gut durchdacht sein.
- Wenn die Person, die dein Kind im Internet mobbt, selbst ein Kind ist, arbeite mit den Eltern und den Schulbehörden zusammen, um das Verhalten des Kindes zu thematisieren.
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Nimm es ernst. Cybermobbing kann darauf hindeuten, dass ein Kind in Not ist. Und das kann zu noch größeren Problemen führen. Finde heraus, warum dein Kind gemein ist oder aggressiv handelt, bevor du eine Konsequenz für das Verhalten festlegst.
Es kann unterschiedliche Ursachen dafür geben:
- Es versucht, sich einer Gruppe Gleichaltriger anzuschließen, die andere im Internet mobben.
- Es erlebt Angst, Wut, Depression, mangelnde Kontrolle, Frustration oder Stress.
- Es ist selbst Opfer von Cybermobbing.
- Es hat das Gefühl, die Kontrolle haben zu müssen.
- Es will bei anderen Aufmerksamkeit erregen.
- Es versteht die negativen Auswirkungen von Cybermobbing nicht ganz.
Wenn ein Kind andere im Internet mobbt, können Eltern und andere vertrauenswürdige Erwachsene Folgendes tun:
- Herausfinden, was mit dem Kind los ist, um zu klären, warum es zum Cybermobbing kommt. Den emotionalen Zustand des Kindes, die Gruppe Gleichaltriger und andere Faktoren berücksichtigen.
- Mit dem Kind reden und ihm erklären, wie negativ sich Cybermobbing auf andere und es selbst auswirken kann und warum es nicht akzeptabel ist. Ihm sagen, wie wichtig Freundlichkeit und Mitgefühl sind und wie sie sich auf andere auswirken.
- Eventuell eine:n Vertrauenslehrer:in oder andere Expert:innen um Rat und Strategien bitten.
- Ihm klarmachen, dass Cybermobbing Konsequenzen hat.
- Überlegen, was das Kind tun kann, um bei der geschädigten Person Wiedergutmachung zu leisten.
Hol dir emotionale und mentale Unterstützung
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An Apple melden
Du kannst bestimmte Fotos und Videos sowie die Person, die sie geteilt hat, an Apple melden. Gehe nach Möglichkeit zurück in die Apple App, in der das unkenntlich gemachte Bild angezeigt wurde, und tippe auf dem Interventions-Bildschirm auf „An Apple melden“, um eine Meldung an Apple zu schicken.