FEATURE 13. August 2019

Goldsuche mit Blick auf Instandsetzung des Lebensraums

Bergmann Tod Bauer.
Bergmann Tod Bauer schürft Gold aus Schwemmböden und hat eine hohe Mauer an einem Teil des Gold Creek in Alaska gebaut, um den Lebensraum für Lachse aufrecht zu halten. "Bergbau ist für mich das Gleiche wie bäuerliche Landwirtschaft", sagt er, "weil man respektiert, was man macht, man will das Richtige tun."
In der Alaska Yukon-Region ist Lachs so wertvoll wie Gold. 
In Alaska gibt es Hunderte von kleinen und großen Goldschürfbetrieben, die in den USA aktiv Gold abbauen. Schwemmböden-Standorte befinden sich entlang von Bächen und Flüssen und geben den Bergleuten die Möglichkeit, nach Nuggets oder Feingold zu suchen, das vom Klondike Gold Rush des Yukons in den späten 90er Jahren des 19. Jahrhunderts übrig geblieben ist.
Seit 1991 sind inzwischen 12 pazifische Wanderwege der Lachse unter dem Endangered Species Act (ESA) aufgeführt. Diese Routen, auf denen Lachse jedes Jahr zu ihren Laichplätzen schwimmen, grenzen oft an Schwemmböden-Abbaugebiete.
"Lachs ist für unsere Menschen der absolut wichtigste Aspekt der gesamten Umwelt", sagt Allen Edzerza, Ältester der Tahltan Nation und Berater des British Columbia First Nations Energy and Mining Council. "Aber … aufgrund der Suche nach Metallen sieht man große Narben in der Landschaft."
Lachse schwimmen an den Russian River Falls.
Seit 1991 sind 12 pazifische Wanderwege der Lachse unter dem Endangered Species Act zum Schutz aufgeführt.

"Wir haben ein wirklich beständiges Renaturierungsprogramm entwickelt, welches viele Bergleute nicht umsetzen."

Allen Edzerza, Ältester der Tahltan-Nation und Berater des British Columbia First Nations Energy and Mining Council.
Allen Edzerza, Ältester der Tahltan-Nation und Berater des British Columbia First Nations Energy and Mining Council, hofft, dass lokale Bergleute, First Nations-Vordenker und Regierungsbeamte zusammenarbeiten können, um den Lebensraum der Lachse in der Region zu schützen und wiederherzustellen.
Die Ursachen für die ESA-Klassifizierung sind nicht nur auf den Bergbau zurückzuführen. Im Zusammenspiel mit Abholzung, Urbanisierung, Waldbränden und Erdrutschen in der Region sind die Routen der Lachswanderung nicht mehr möglich. Aber RESOLVE, eine gemeinnützige Organisation, die einige der wichtigsten Herausforderungen des Planeten durch innovative und auch unerwartete Partnerschaften angeht, will das beheben. 
Ihr Vorschlag: Den Abbau mit Renaturierung zu kombinieren, um die Strömungen zu verbessern und die Wege wieder für Lachs, Äsche und andere Fischarten zu öffnen, damit diese zurückkehren können.
Seit RESOLVE in 2017 die Salmon Gold Partnerschaft eingeführt hat, verbindet die Organisation lokale Goldminenarbeiter, Umweltschützer und Regierungsbehörden, um die Schäden durch den traditionellen Bergbau in der Region zu beheben. Apple — das kleine Mengen von Gold in elektronischen Komponenten in den Produkten verwendet — und der globale Luxusjuwelier Tiffany & Co. werden Gold von diesen Bergleuten beziehen, die sich verpflichtet haben, das Land, auf dem sie arbeiten, nach Beendigung des Abbaus wiederherzustellen und zu verbessern.
"Es gibt eine Menge Interessenskonflikte zwischen Bergbau und Lachs", sagt Stephen D'Esposito, CEO von RESOLVE. "Salmon Gold wirkt wie ein Friedensabkommen zwischen Bergbau und Lebensraum der Lachse. Sie sorgt dafür, dass alle drei Parteien zusammenarbeiten können: die Renaturierungsgemeinschaft, First Nations und die Bergbauindustrie."
"Da wir den Einsatz von recycelten Materialien weiter erhöhen, suchen wir nach innovativen Wegen, um Gold verantwortungsbewusst zu gewinnen", sagt Paula Pyers, Apple's Head of Supplier Responsibility. "Die Partnerschaft mit Tiffany, einem Pionier im Bereich der nachhaltigen Beschaffung sowie RESOLVE sorgt dafür, dass Salmon Gold ein Beispiel dafür sein kann, in welche Richtung sich die Industrie entwickeln kann."
Schwemmbödenabbau in Alaska.
Da sich die Industrie ihrer Auswirkungen auf die Umwelt bewusst geworden ist, verwenden beispielsweise die Goldschürfer in Alaska und im Yukon keine Chemikalien mehr wie Quecksilber, um Gold aus anderen Sedimenten zu trennen.
Jack Wade Creek.
Ein Teil des Jack Wade Creek im Fortymile Mining District, den die Goldschürfer Dean und Chris Race wieder hergestellt haben.
Nachdem D'Esposito die erste Renaturierungsvereinbarung von Salmon Gold in der historischen Bergbaustadt Chicken in Alaska abgeschlossen hatte, hat er Edzerza als Beobachter von Salmon Gold vor Ort im Yukon und in Britisch-Kolumbien angestellt und baute wichtige Beziehungen zu Bergleuten, der lokalen Regierung sowie zu First Nations-Vordenkern in diesem Gebiet auf.
"Wenn wir Pilotprojekte zur Renaturierung entwerfen können, kann jeder sehen, dass die richtige Umgebung für Fische zum Leben und Laichen geschaffen werden kann", sagt Edzerza, "wenn wir es in kleinem Maßstab machen können, stellt sich die Frage, ob man mit einer langfristigen Vision über fünf, zehn Jahre hinweg auch eine ganze Wasserscheide wieder richtig herstellen kann, so dass sich die Lachsbestände wieder entwickeln können." 
In Chicken waren die ortsansässigen Bergleute Dean und sein Sohn Chris Race bereits dabei, den Jack Wade Creek im Fortymile Mining District wiederherzustellen, als RESOLVE ihnen die Hand gereicht hat. "Wir haben tatsächlich ein wirklich beständiges Renaturierungsprogramm geschaffen, welches viele Bergleute nicht umsetzen", sagt Dean.
"Jack Wade ist komplett übersät mit Geröllhalden und Mutter Erde wird das eines Tages wieder ausgleichen, aber es wird ein paar hundert Jahre dauern", sagt er. "Alles, was wir tun, ist, den Prozess zu beschleunigen... wenn ich damit fertig bin, wird es wie ein Park aussehen." 
Überall in dieser Region entwickeln die Salmon Gold-Bergarbeiter ein nachhaltiges Modell, dem zukünftige Bergleute folgen können. 
Peter Wright, der Neffe von Edzerza, betreibt eine Abbaustätte am Sulphur Creek in der Nähe von Dawson City und schürft in der Gegend seit seinem 18. Lebensjahr. "Als ich in der Branche anfing, gab es nicht viel Umweltbewusstsein", gibt Wright zu. "Wir sind uns alle bewusst geworden, was wir hier machen und nehmen große Veränderungen vor, wie den Verzicht auf Quecksilber, keine Chemikalien, den Versuch, das Land so weit wie möglich zurückzugewinnen und der Natur zu helfen, sich wieder zu erholen." 
Wrights Wirkungsstätte ist weitläufig. Halden aus Oberboden ragen über den Permafrost, während grüne Flecken entlang des Gebiets hervorsprießen. 
"Wir sind im Quellgebiet von Lachsflüssen und der Yukon River ist natürlich einer von ihnen", sagt Wright. "Anstatt die Abbaustelle weit offen zu lassen und eine großflächige Erosion zu ermöglichen, so dass die Flüsse mit Schlick verstopfen, was wiederum die Lachslaichplätze beeinträchtigt ... alles, was wir mit unserer Rekultivierung machen, ist, der Erde zu helfen, sich zu erholen. Nicht nur von unseren Bergbauaktivitäten, sondern auch von denen, die bereits Hunderte von Jahren zurückliegen." 
Goldschürfer Peter Wright.
Peter Wright ist der Goldschürfer, der zuletzt einem Salmon Gold-Renaturierungsplan zugestimmt hat.
Erhitztes Gold wird in Barren gegossen.
Feine Goldfragmente aus dem Jack Wade Creek müssen erhitzt und in Barren gegossen werden, bevor sie an einen Veredler geschickt werden.
Goldbarren.
In diesem Herbst wird Salmon Gold in die Lieferkette von Apple aufgenommen und ist unter Verwendung der Blockchain-Technologie von der Mine bis zum Veredler nachvollziehbar.
Bislang konnte RESOLVE Renaturierungspläne mit drei Bergbauunternehmen in Alaska und im Yukon sicherstellen, einige weitere werden für nächsten Sommer in Betracht gezogen.  Zum Ende der Abbau-Saison geht die Organisation in diesem Jahr von einem Ertrag von über 1.000 Unzen des markengeschützten Salmon Golds aus der Partnerschaft aus, ein Anstieg gegenüber den 25 Unzen des letzten Sommers. In diesem Herbst wird sämtliches Salmon Gold, das in die Lieferkette von Apple gelangt, mit Hilfe der Blockchain-Technologie von der Mine bis zum Veredler nachverfolgt.
Die Partner von Salmon Gold werden das Projekt weiter verfeinern, so dass es eines Tages als Blaupause für andere dienen kann, um die Art und Weise, wie sie Bergbau betreiben, zu ändern. In der Zwischenzeit wird Edzerza seine Beobachtungsaktivitäten im Yukon und in British Columbia fortsetzen, da RESOLVE nach neuen Partnern Ausschau hält.
"Wir haben eine heilige Verantwortung für den Schutz der Umwelt, die wir unser angestammtes Land nennen, damit künftige Generationen es so erleben können, wie es unsere Vorfahren getan haben", sagt Edzerza. 

Pressematerial

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